Adligenswil

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Adligenswil
Wappen von Adligenswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1051i1f3f4
Postleitzahl: 6043
UN/LOCODE: CH ADI
Koordinaten: 670375 / 21370947.0706688.365171538Koordinaten: 47° 4′ 14″ N, 8° 21′ 55″ O; CH1903: 670375 / 213709
Höhe: 538 m ü. M.
Fläche: 6.99 km²
Einwohner: 5399 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 772 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,2 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.adligenswil.ch
Karte
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Adligenswil (in hochalemannischer Mundart: [ˌɑdligəʃˈʋiːl]/[ˌɑdligənsˈʋiːl], kurz [ˈɑdligə], ausgesprochen Adligeswil/Adligeschwil, kurz Adlige)[3] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Adligenswil ist eine Streusiedlung, die östlich der Stadt Luzern, auf der Nordseite des Würzenbachtals liegt. Der Würzenbach fliesst drei Kilometer weiter südwestlich in den Vierwaldstättersee. In Richtung Westen wird das Gemeindegebiet zum Rontal hin entwässert. Die Hauptsiedlung Adligenswil befindet sich in einer Senke zwischen dem Dietschiberg und dem Dottenberg, Stuben liegt an der westlichen Gemeindegrenze und Dottenberg am Hang des gleichnamigen Hügels. Das Dorf liegt abseits der grossen Verkehrswege, das Zentrum der Stadt Luzern ist jedoch mit Bus oder Auto in 15 Minuten erreichbar.

Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Dottenberg auf 750 m ü. M., der tiefste am Würzenbach an der Gemeindegrenze zu Luzern auf 458 m ü. M.

Von der Gemeindefläche sind 54,5 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 24,3 % Wald und Gehölz und 19,5 % Siedlungsfläche. Nachbargemeinden sind Dierikon im Norden, Udligenswil im Nordosten, Küssnacht am Rigi im Osten, Meggen im Süden, Luzern im Südwesten und Ebikon im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1243 als Adelgeswiler erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist zusammengesetzt aus dem ahd. Personennamen Adalgis und dem bei alamannischen Gründungen häufigen Hinterglied -wīlāri zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen. [3]

Bis ins 13. Jahrhundert stand Adligenswil wie auch die nächste Umgebung von Luzern unter der Obhut des Stiftes Luzern und des elsässischen Klosters Murbach. Im Jahr 1291 fiel Luzern an die Habsburger. Der Meierhof Adligenswil wurde 1291 durch das Kloster Murbach an Habsburg verkauft und 1395/1406 von Luzern erworben. In der Zeit zwischen der Schlacht am Morgarten (1315) und der Schlacht bei Sempach (1386) ging der habsburgische Einfluss nach und nach zurück. 1406 erwarb Luzern die Grundherrschaft über die Vogtei Habsburg, zu der auch Adligenswil gehörte. 1861 wurde Adligenswil eine eigene Pfarrei.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Von 1798 bis 1970 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 433 auf 953 Einwohner an und Adligenswil bewahrte so den Charakter eines ländlichen Bauerndorfes. Anfangs der 1970er setzte die erste Bautätigkeit ein, die sich ab 1975 immer mehr verstärkte. Ende 2009 zählte die Gemeinde 5474 Einwohner. Davon waren 4950 Schweizer Staatsangehörige und 524 (=9.57 %) ausländischer Herkunft. Mit seinen rund 5'500 Einwohnerinnen und Einwohner ist Adligenswil überschaubar und hat sich den ländlichen Charme erhalten. Die Leute kennen sich und pflegen Kontakt untereinander. Typisch für das Dorf sind die zahlreichen Wohnsiedlungen ohne Durchgangsverkehr. Dank dieser einmaligen Lage abseits der grossen Verkehrsachsen und der Stadtnähe geniesst Adligenswil grosse Beliebtheit als Wohngemeinde.

Bis weit ins 20. Jahrhundert war in Adligenswil eine ausschliesslich römisch-katholische Bevölkerung beheimatet. Bei der Volkszählung im Jahr 2000 gehörten noch 64,29 % zur römisch-katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten bilden die 19,98 % evangelisch-reformierten Christen, die 1,82 % Muslime und die 9,66 % Konfessionslosen.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinderäte von Adligenswil sind [4]:

- Ursi Burkart-Merz (CVP), Gemeindepräsidentin - Peter Kälin (FDP), Vizepräsident und Bildungsvorsteher - Markus Sigrist (CVP), Finanzvorsteher - Pascal Ludin (SP), Sozialvorsteher - Guido Schacher (SVP), Sicherheitsvorsteher

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament (2011) erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 21,0 %, CVP 18,0 %, SP 18,0 %, FDP 17,6 %, Grüne 13,3 %, glp 9,6 % und andere Parteien 2,6 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 6,2 % der Erwerbstätigen in 19 Landwirtschaftsbetrieben eine berufliche Existenz. Bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 51,2 % und der Dienstleistungsbereich mit 42,1 % der Arbeitsbevölkerung. Die grössten Arbeitgeber sind die Druckerei Ringier und das Marktforschungsinstitut DemoScope. Insgesamt gibt es in Adligenswil 2'730 Arbeitsplätze. Dennoch fällt die Pendlerbilanz mit 1'933 Wegpendlern (davon 51,8 % in die Stadt Luzern) und nur 897 Zupendlern (meist aus den Nachbargemeinden) negativ aus.

Verkehr[Bearbeiten]

Adligenswil ist durch die Postautolinie zwischen Luzern und Rotkreuz sowie die VBL-Buslinie 26 (Brüelstrasse Luzern–Adligenswil) erschlossen. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in Emmen, Root und Luzern. Der Autobahnanschluss Rontal (Ebikon) ist im Bau.

Bildung[Bearbeiten]

In Adligenswil besuchten (Schuljahr 2007/2008) 70 Kinder die vier Kindergartenklassen im Sigristenhaus (2), Dorf und Chriesibüel. Die Schulhäuser Dorf, Kehlhof und Obmatt boten 465 Primarschülern und 250 Oberstufenschülern eine Bildungsmöglichkeit. Für den Besuch von Mittelschulen und der Universität pendeln die Lernenden in die Nachbargemeinde Luzern.

Schuljahr
(2010/2011)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe
Abteilungen 4 22 14
Lernende 70 380 450

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die 1825 bis 1827 von den Brüdern Josef und Franz Händli erbaute Kirche St. Martin mit klassizistischen Altären und einem Chorgestühl aus dem Biedermeier sowie die von Wilhelm Keller 1863 in neugotischem Stil erbaute Kapelle St. Jost (St. Jodokus) mit Altargemälden von Melchior Paul von Deschwanden sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Dazu kommen verschiedene Bauernhäuser am Dottenberg, deren Architektur von nationaler Bedeutung ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Gemeinden des Kantons Luzern. Hochdorf/Basel/Luzern 1949
  • Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987. ISBN 2-88114-006-8
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel 1946
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 27–45.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adligenswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1051/w012_010t_gd1051_zz_d_0000_002_008.html
  3. a b Andres Kristol: Adligenswil LU (Luzern) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 75.
  4. Ergebnis der Wahlen 2012 (PDF; 14 kB)