Ebikon

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Ebikon
Wappen von Ebikon
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1054i1f3f4
Postleitzahl: 6030
UN/LOCODE: CH EIN
Koordinaten: 668678 / 21518947.0841578.343056421Koordinaten: 47° 5′ 3″ N, 8° 20′ 35″ O; CH1903: 668678 / 215189
Höhe: 421 m ü. M.
Fläche: 9.68 km²
Einwohner: i12'602 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1302 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 20,9 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.ebikon.ch
Karte
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Ebikon (schweizerdeutsch: Äbike) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Ebikon liegt im Rontal und ist eine bedeutende Vorortsgemeinde der Stadt Luzern. Zum Gemeindegebiet gehört neben dem oberen Rontal auch der grösste Teil des Rotsees und der Ortsteil Rathausen, der an der Reuss liegt.

Im Westen liegt der Hundsrücken mit dem Sedelwald. Nördlich davon fliesst die Reuss vorbei und bildet die nördliche Gemeindegrenze. Der Ausfluss des Rotsees heisst Ron und gibt dem Tal den Namen. Die Ron fliesst stets in nordöstlicher Richtung dem ganzen Dorf entlang, parallel zur weiter nördlich fliessenden Reuss.

Südlich von Ebikon erheben sich der Hombrig (684 m ü. M.), Ebrüti (552 m ü. M.), Ob. Ebrüti (694 m ü. M.) und der Dottenberg (750 m ü. M.). Der höchste Punkt der Gemeinde liegt etwas oberhalb der Ob. Ebrüti auf 694 m ü. M., der tiefste am Rotsee auf 420 m ü. M. Von der Gemeindefläche wird 38,4 % landwirtschaftlich genutzt, weitere 23,9 % sind bewaldet. Der Rest von 30,3 % ist Siedlungsfläche.

Ebikon grenzt an die Stadt Luzern, Emmen, Buchrain, Dierikon und Adligenswil.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 532
1860 932
1870 878
1888 1'210
1910 1'430
1930 2'240
1950 3'007
1960 4'956
1970 7'770
1980 8'679
1990 11'068
2000 11'322
2010 12'116
2013 12'543

Die Einwohnerzahl wuchs bis 1860 unaufhörlich an (1798–1860: +75,2 %). Nach einem Rückgang im Jahr 1870 folgte ein bis heute andauerndes Bevölkerungswachstum. Bis 1910 war dieses eher mittelmässig (1880–1910: +57,8 %), dann bis 1950 mittelstark (1910–1950: +110,3 %). Anschliessend folgte bis 1990 ein extremes Wachstum und die Gemeinde verstädterte (1950–1990: +8'061 Personen oder +268,1 %). Mittlerweile leben 12'543 Personen in Ebikon (Stand: 31. Dezember 2013)[3].

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung 2000 gaben 86,50 % Deutsch, 3,02 % Serbokroatisch und 2,92 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher war die gesamte Bevölkerung Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand Ende 2009) sieht es wie folgt aus: 61,15 % römisch-katholische, 12,72 % evangelisch-reformierte und 0,18 % christ(=alt)-katholische Christen. Daneben gibt es 11,16 % Konfessionslose, 14,96 % Gläubige anderer Religionen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2012 waren von den 12'571 Einwohnern 9'923 Schweizer und 2'648 (= 21,1 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft besteht aus 78,9 % Schweizer Staatsbürgern. Die ausländischen Bewohner stammen aus Serbien inkl. Kosovo (18,0 %), Deutschland (17,8 %), Italien (13,4 %), Portugal (6,9 %), der Türkei (6,3 %) und Spanien (1,8 %). 23,1 % stammen aus dem übrigen Europa und 12,7 % sind aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

853 schenkte Ludwig der Deutsche dem Kloster Fraumünster in Zürich, dem seine Tochter Hildegard als Äbtissin vorstand, ausgedehnte Ländereien. Dazu gehörte u. a. das Gebiet der heutigen Gemeinde Ebikon. Die marcha abinchova war ursprünglich das Land des alemannischen Siedlers Ebo und seiner Sippe. Aus „marcha abinchova“ (lateinisch) wurde im lokalen Dialekt Ebinkofen (Höfe der Ebinger) oder Ebinkon (Sippe des Ebo).

Im 14. Jahrhundert stand Ebikon unter der Herrschaft von Habsburg-Österreich. Die Stadt Luzern dehnte sich immer mehr aus und ab 1415 setzte sie in Ebikon offiziell einen Vogt ein. Im Jahr 1417 empfing Ebikon den deutschen Kaiser Sigismund, ein Ereignis, von dem noch heute das „Sigismundkreuz“ zeugt. Zwischen 1472 und 1848 stand Ebikon unter der Hoheit von Luzern.

Im Jahr 1805 wurde das erste Schulhaus gebaut und 1819 der erste Gemeinderat gewählt. Während des Sonderbundskrieges wurde Ebikon 1847 militärisch besetzt. 1863 wurde das neue Schulhaus gebaut, das heute noch die Schuldienste beherbergt.

Im Ortsteil Rathausen entstand 1245 ein Zisterzienserkloster, das 1848 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde. Das Gebäude wurde von 1849 bis 1867 als kantonales Lehrerseminar genutzt. 1883 wurde im ehemaligen Kloster die Erziehungsanstalt Rathausen eingerichtet, die sich zu einem der grössten Kinderheime der Schweiz entwickelte. Ende der 1980er-Jahre wurde der Heimbetrieb eingestellt.

In den 1950er Jahren entwickelt sich Ebikon von einem stattlichen Bauerndorf zu einem Industriedorf. 1957 baut Schindler seine Fabrik zur Herstellung von Aufzugsanlagen in Ebikon. 1972 wurde der erste Baumarkt der Schweiz in Ebikon eröffnet.

Ab 1987 konnte sich Ebikon als Stadt bezeichnen (Erreichen der Marke von 10'000 Einwohnern).

Politik[Bearbeiten]

Ebikon, als Gemeinde des seit dem 18. Jahrhundert eher christlich-konservativen Kantons Luzern, ist immer noch eine Stammgemeinde der CVP. Kennzeichnend für die gesamtschweizerische politische Entwicklung ist aber dennoch eine Stärkung der linken und rechten Parteien. Zuletzt wurde dies 2004 mit der Wahl des ersten SVP-Vertreters in den Gemeinderat ersichtlich. Derzeit ist Daniel Gasser (CVP) Gemeindepräsident.

Der Gemeinderat – die Exekutive – besteht aus fünf Mitgliedern; Herbert Lustenberger (CVP), Ruedi Kaufmann (FDP), Peter Schärli (SP) und Andreas Michel (Parteilos). Der Gemeinderat wird vom Stimmvolk für vier Jahre gewählt. Die laufende Amtsperiode dauert noch bis 2016.

Die Legislative besteht aus dem Stimmvolk.

Verkehr & Entwicklung[Bearbeiten]

Ebikon hat eine Bahnhaltestelle an der Bahnstrecke Zug–Luzern, die einen Teil des Orts für den Öffentlichen Verkehr erschliesst. Bedeutender, vor allem für den Pendlerverkehr, sind allerdings die vier Buslinien. Vor allem die Linien 22 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Buchrain-Perlen/Inwil) und 23 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Dierikon-Root) der Verkehrsbetriebe Luzern, sowie die Nachtstern-Linie N3 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Perlen-Inwil-Gisikon-Root). Die Linie 26 (Brüelstrasse-Adligenswil Dorf-Unterlöchli-Ebikon-Ottigenbühl) erschliesst die restlichen Quartiere.

Ebikon liegt an der Hauptstrasse Luzern-Zug. Diese ist vor allem in den Verkehrsspitzen völlig überlastet. Um die Hauptstrasse zu entlasten, hat das Luzerner Stimmvolk am 25. September 2005 zugestimmt, an der A14 für 100 Millionen Franken einen Autobahnanschluss Rontal zu bauen. Der Anschluss und die Zubringerstrecke mit dem 891 m langen Tunnel gingen am 22. Juni 2011 in Betrieb.[6]

Die Ebikoner Stimmbürger haben sich im Februar 2005 für die Umzonung eines Industriegebietes an der Grenze zu Dierikon ausgesprochen und somit den Bau eines überregionalen Freizeit- und Einkaufkomplexes Ebisquare gutgeheissen. Nach dem Rückzug des französischen Hauptinvestors ist die weitere Planung des Projekts offen.

Kultur[Bearbeiten]

Mit über 70 Vereinen verfügt die Gemeinde über ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Typisch für eine Luzerner Gemeinde sind die zahlreichen Guggenmusigen, die an verschiedensten Anlässen während der Fasnacht auftreten. Seit 1979 besitzt Ebikon eine Bibliothek, in der zurzeit über 20'000 Medien zur Verfügung stehen.

Zu Beginn des Jahres 2008 wurde das neue Jugendhaus "phönix" von seinen jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern in Betrieb genommen. Seinen Namen "phönix" erhielt das Jugendhaus von einem Ebikoner Drittsekschüler, dessen Vorschlag die Jury überzeugt hatte.

Bildung[Bearbeiten]

Für die Kinder und Jugendlichen besteht in der Gemeinde ein grosses Angebot an Schulräumen. Es gibt sieben Kindergärten (Feldmatt, Fildern, Höfli, Innerschachen, Sagen, Schmiedhof und St. Anna) und fünf Schulhäuser (Feldmatt, Höfli, Sagen, Wydenhof und Zentral). Mittelschule und Universität können in der Nachbargemeinde Luzern besucht werden.

Zusätzlich zu den ordentlichen Schulen bestehen in Ebikon die Privatschule Rey Schule und das Gymnasium St.Klemens.

Schuljahr
(2009/2010)
Kindergarten Primarschule
(Regelklasse)
Primarschule
(Kleinklasse)
Sekundarstufe
(Niveau A)
Sekundarstufe
(Niveau B)
Sekundarstufe
(Niveau C)
Sekundarstufe
(Niveau D)
Abteilungen 8 33 5 6 6 6 3
Lernende 140 658 55 113 131 116 38

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde ist die Walliser Gemeinde Embd.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das wohl markanteste Gebäude in Ebikon ist der zum Inventar der Gebäude mit nationaler Bedeutung gehörende Turm der Aufzugsfabrik Schindler.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 77–122.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ebikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1054/w012_010t_gd1054_zz_d_0000_002_008.html
  3. https://www.ebikon.ch/gemeinde/gemeindeportraet/zahlen-und-fakten
  4. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1054/w012_003t_gd1054_ss_d_2012_001.html
  5. http://www2.lustat.ch/freicss/gp_1054_gb2014.pdf
  6. Kanton Luzern, Anschluss Buchrain und Zubringer Rontal Abgerufen am 14. Januar 2013