Alexander Marcus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alexander Marcus 2007
Alexander Marcus 2007
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Electrolore
  DE 90 23.06.2008 (1 Wo.) [1]
Glanz & Gloria
  DE 89 20.01.2012 (1 Wo.) [1]
[1]

Alexander Marcus (* 26. Juni 1972 in Berlin), bürgerlich Felix Rennefeld,[2] ist ein deutscher Musikproduzent, Sänger und Entertainer.[3]

Leben[Bearbeiten]

Marcus gab in verschiedenen Interviews zu Fragen zu seinem Leben gerne widersprüchliche Gaga-Antworten. Diverse Medien stellten Alexander Marcus darauf hin als Kunstfigur dar,[3] eine Interpretation seiner Person, der Marcus später widersprach.[4] Details zu seiner echten Biografie gibt er ungern preis.[5] Noch unter seinem echten Namen Felix Rennefeld produzierte er ab Ende der 1990er-Jahre House-Musik und war viele Jahre eine feste Größe in der Szene. Die größere Popularität erreichte er aber mit den Veröffentlichungen als Alexander Marcus. Marcus unterzeichnete einen Vertrag bei Kontor Records und veröffentlichte am 6. Juni 2008 sein Debütalbum Electrolore, auf dem sich Gastbeiträge von Manny Marc und Frauenarzt befinden.[6]

Stil und Rezeption[Bearbeiten]

Seine Musik ist eine Mischung aus moderner elektronischer Clubmusik und schlagerähnlichen Texten, die aber bei näherem Hinhören abstrus klingen. So treibt er die übliche genretypische Banalität der Texte noch besonders auf die Spitze, indem er z. B. vollkommen Absurdes besingt, wie eine nicht existente Insel namens Papaya, seine Liebe zu Hawaiitoast, seinen Globus oder eine Kiste. Er selbst nennt seine Musik Electrolore, ein Kofferwort aus Electro und Folklore.[7] Alexander Marcus übersteigert dabei viele Klischees der Schlagermusik und ergänzt sie in seinen Musikvideos durch Trash-Artefakte wie einen omnipräsenten Plastikglobus, den er „Globi“ getauft hat, Sexspielzeug oder Drogenkonsum. Ein immer wiederkehrendes Detail sind die ausgefeilten Tanzchoreografien, die aber anders als die bewusste Billigvideo-Ästhetik sehr professionell sind. Die Art und Weise der Bewegungen weisen auf eine Ausbildung zum Profi-Tänzer hin. Marcus begründet die Professionalität mit natürlichem Talent, aber aufgrund der typischen Unfugs-Interviews, die Marcus bewusst und gerne gibt, ist auch hier der Wahrheitsgehalt der Aussagen unsicher. Marcus hat mehrere Markenzeichen entwickelt, die einen starken Wiedererkennungswert aufweisen, so trägt er in der Regel eine knallrosa Hose, die er gerne mit weißen Schuhen kombiniert. Die Hose bildet auch das „A“ im Nachnamen des Logos. Ein weiteres Merkmal ist ein breites Lächeln, dessen steife Künstlichkeit in der Presse ebenfalls oft thematisiert wurde[8][9] und wird, dazu extrem gegelte Haare. Weitere wiederkehrende Details sind auch ein über den Schultern geknoteter Pullover, Jacketts in Knallfarben und diversen Mustern oder eine ordenverzierte Phantasie-Offiziersjacke.

Kinofilm[Bearbeiten]

Am 27. Januar 2009 gründete Marcus mit Jarko Nikolitsch die Firma JAFE Entertainment UG, welche für den Vertrieb von Merchandising, Eventmanagement und Produktion seines Films Glanz und Gloria zuständig ist.[2][10]

Vor Verwirklichung der Dreharbeiten konnten Fans via Internet-Voting den Filmtitel mitbestimmen. Der Film wurde zwischen Juli und August 2011 abgedreht und kam am 31. Mai 2012 in die deutschen Kinos.[11] Der zugehörige Soundtrack wurde am 6. Januar 2012 veröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 2008: Electrolore (Kontor Records, mit DVD)
  • 2009: Mega (Kontor Records)
  • 2012: Glanz & Gloria (Kontor Records)

Gastbeiträge[Bearbeiten]

  • 2008: Tanz den Tanz auf dem Die Türen-Remix-Album Booty
  • 2008: Florida Lady auf Atzen Musik Vol. 1 von Frauenarzt und Manny Marc
  • 2009: Nessaja auf Hands on Scooter von Scooter

Videografie[Bearbeiten]

Zu vielen seiner Lieder wurden Musikvideos veröffentlicht, welche durch ihre Skurrilität erheblich zur Verbreitung der Musik beitrugen.[12]

  • Ciao Ciao Bella (2006)
  • 1, 2, 3 (2007)
  • Papaya (2007)
  • Spiel, Satz und Sieg (2008)
  • Sei kein Frosch (2008, feat. B-Tight)
  • Homo Dance (2009)
  • Hawaii Toast Song (2009)
  • Mega (2009, live)
  • Karussell (2010)
  • Soldaten der Liebe (2011)
  • Pitschi Pitschi Popo (2011)
  • Glanz und Gloria (2012)
  • Disco La Cola (2012)
  • Danke Schön (2013, feat. Bela B)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Alexander Marcus – Longplay-Chartverfolgung. musicline.de, abgerufen am 16. Juli 2011.
  2. a b Amtsgericht Charlottenburg (Berlin), Aktenzeichen: HRB 117603 B, bekannt gemacht am: 29. Januar 2009 12:00 Uhr – Neueintragung der JAFE Entertainment UG
  3. a b Uh-Young Kim: YouTube-Star Alexander Marcus: Schlagerfuzzi 2.0. Spiegel Online, abgerufen am 16. Juli 2011.
  4. Alexander Marcus: „Ich bin keine Kunstfigur“. In: Spiesser.de. Spiesser GmbH, 18. Mai 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  5. Marie Katharina Wagner: Alexander Marcus: Der König der Fremdschämer. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 14. Juli 2008, abgerufen am 15. Juli 2012.
  6. Matthias Manthe: Electrolore – Instant-Gebräu für schwüle Schlagernächte. In: laut.de. LAUT AG, abgerufen am 16. Juli 2011.
  7. Alexander Marcus: Electrolore – Was ist Electrolore? Archiviert vom Original am 29. April 2012, abgerufen am 16. Juli 2011.
  8. Matthias Schönebäumer: Frostschock, dieses Grinsen! In: Zeit Online. Zeit Online GmbH, 23. Juni 2008, abgerufen am 8. November 2013.
  9. Warum lächeln Sie so viel, Alexander Marcus? In: Kurier.at. Telekurier Online Medien GmbH & CoKG, 10. November 2010, abgerufen am 8. November 2013.
  10. Alexander Marcus – Der Film. Abgerufen am 16. Juli 2011.
  11. IMDb-Seite zum Film „Glanz & Gloria“. Abgerufen am 25. September 2012.
  12. Offizieller YouTube-Kanal. Abgerufen am 25. September 2012.