Arsen Dschulfalakjan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Arsen Dschulfalakjan (armenisch Արսեն Ջուլֆալակյան; * 8. Mai 1987 in Gjumri) ist ein armenischer Ringer. Er wurde 2009 Europameister und gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London eine Silbermedaille im griechisch-römischen Stil, jeweils im Weltergewicht

Werdegang[Bearbeiten]

Arsen Dschulfalakjan begann als Jugendlicher 1998 mit dem Ringen. Er gehört einem Sportclub in Jerewan an und wurde bzw. wird von Aram Gasparjan und Samuel Geworkjan und seit seiner Mitgliedschaft im armenischen Nationalteam auch von Armen Babalarjan trainiert. Arsen Dschulfalakjan ist der Sohn von Lewon Dschulfalakjan, dem Olympiasieger im Leichtgewicht im griech.-röm. Stil von Seoul 1988 und jetzigem Vize-Präsidenten des armenischen Ringerverbandes, der auch als Trainer viel zu seinem Erfolg beigetragen hat.

Arsen Dschulfalakjan konzentriert sich voll auf den griechisch-römischen Stil und wuchs vom Leichtgewicht (bis 66 kg Körpergewicht) in das Weltergewicht (bis 74 kg Körpergewicht) hinein. Er war bereits als Junior außerordentlich erfolgreich. So wurde er im Jahre 2003 in Rostow und 2004 in Albena jeweils Junioren-Europameister und im Jahre 2007 in Peking sogar Junioren-Weltmeister im griech.-röm.Stil im Leicht- bzw. Weltergewicht.

Im Jahre 2007 wurde er auch erstmals bei einer internationalen Meisterschaft bei den Senioren eingesetzt. Er startete bei der Europameisterschaft in Sofia im Weltergewicht. Dabei gelangen ihm Siege über so renommierte Ringer wie Seref Tüfenk aus der Türkei und Mark Overgaard Madsen, den Vize-Weltmeister von 2005 aus Dänemark. Niederlagen musste er aber noch von Manuchar Kwirkwelia aus Georgien und Valdemars Venckaitis aus Litauen hinnehmen, womit er auf dem 5. Platz landete. Bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Baku gelang ihm ein Sieg über Oleg Michailowitsch aus Weißrussland. Gegen den erfahrenen Marko Yli-Hannuksela aus Finnland musste er aber in seinem zweiten Kampf eine Niederlage hinnehmen und belegte im Endergebnis den 21. Platz.

Im Jahre 2008 versuchte er sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren. Dabei belegte er zunächst bei einem Qualifikations-Turnier in Ostia bei Rom den für die Teilnahme in Peking nicht ausreichenden 14. Platz. Buchstäblich in letzter Sekunde konnte er sich dann aber doch noch qualifizieren, weil er beim letzten Qualifikations-Turnier für die Spiele in Novi Sad hinter Wladimir Schazkych aus der Ukraine und Alexander Kikinow aus Weißrussland den 3. Platz belegte, der zur Teilnahme am Ringerturnier bei den Olympischen Spielen in Peking berechtigte.

In Peking gelang ihm im Weltergewicht in seinem ersten Kampf ein Punktsieg über Wladimir Schazkych. Im nächsten Kampf verlor er aber gegen den amtierenden Europameister Péter Bácsi aus Ungarn sehr knapp nach Punkten (1:2 Runden, 6:8 techn. Punkte) und musste, da Bácsi das Finale nicht erreichte, ausscheiden, ohne in der Trostrunde weiterkämpfen zu können. Er belegte damit den 10. Platz.

Im Frühjahr 2009 startete er dann, stark verbessert, bei der Europameisterschaft in Vilnius und wurde dort mit Siegen über Neven Zugaj aus Kroatien, Adam Juretzko aus Deutschland, Alexanders Visnakovs, Litauen, Alelexander Kikinow und Wladimir Schazkych neuer Europameister im Weltergewicht. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Herning/Dänemark siegte er zunächst über Robert Rosengren aus Schweden, verlor aber dann gegen den routinierten Olympiadritten von 2008 Christophe Guenot aus Frankreich, womit er ausschied und nur auf den 15. Platz kam.

2010 war er nur bei der Weltmeisterschaft in Moskau am Start. Dort war er sehr erfolgreich und wurde Vizeweltmeister. Auf dem Weg zu diesem großen Erfolg besiegte er Francisco Barrio, Argentinien, Jure Kuhar, Slowenien, Daniar Kobonow, Kirgisistan und Takehiro Kanakubo, Japan. Im Finale unterlag er gegen Selcuk Cebi aus der Türkei. 2011 erreichte Arsen Dschulfalakjan bei der Europameisterschaft in Dortmund im Weltergewicht den 5. Platz. Ausschlaggebend dafür waren Niederlagen gegen Peter Bacsi, Ungarn und in der Trostrunde gegen Roman Wlassow aus Russland. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Istanbul gewann er aber wieder eine Medaille, die bronzene. Er besiegte dort u.a. Wladimir Schazkych, verlor dann gegen Selcuk Cebi und benötigte danach zum Gewinn der Bronzemedaille drei Siege über starke Gegner. Der Gewinn der Bronzemedaille brachte ihm gleichzeitig das Startrecht für die Olympischen Spiele 2012 in London ein.

Vor diesen Spielen gewann er im März 2012 bei der Europameisterschaft in Belgrad eine weitere Bronzemedaille. Er verlor dort wieder gegen den überragenden Roman Wlassow und siegte danach in der Trostrunde über Meraldo Ndoka, Albanien, Seref Tüfenk, Türkei und Dimitri Pyschkow aus der Ukraine. In London kam er zuSiegen über Daniar Kobonow, Alexander Kikinow, Weißrussland und Emin Achmedow aus Aserbaidschan. Im Finale unterlag er gegen Roman Wlassow glatt in zwei Runden. Der Gewinn der olympischen Silbermedaille ist aber ein großer Erfolg für ihn.

Ab der Saison 2009/10 ringt Arsen Dschulfalakjan in der deutschen Ringer-Bundesliga für den KSV Aalen, mit dem er auch gleich deutscher Mannschaftsmeister wurde. In der Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2012 besiegte er dabei u.a. auch Tamas Lörincz, den Silbermedaillengewinner von den Olympischen Spielen 2012 in London im Leichtgewicht.

2013 nahm er an zwei internationalen Großereignissen teil. Im Juli 2013 gewann er bei der Universiade in Kasan hinter Roman Wlassow und Hadi Alireza Pournia aus dem Iran eine Bronzemedaille. Die gleiche Medaille gewann er auch bei der Weltmeisterschaft in Budapest. Er besiegte dabei Florian Marchl, Österreich, verlor dann gegen Roman Wlassow und schlug in der Trostrunde Alvis Albino Alendra Jimenez aus Panama, Esengeldi Kochubek, Kirgisistan und Mark Overgaard Madsen, Dänemark.

Im April 2014 konnte Arsen Dschulfalakjan auch bei der Europameisterschaft in Vantaa/Finnland voll überzeugen. In der neuen Gewichtsklasse bis 75 kg besiegte er dort Neven Zugaj, Serbien, Florian Marchl, Österreich, Robert Rosengren, Schweden und Mark Overgaard Madsen. Im Finale unterlag gegen Alexander Tschechirkin aus Russland knapp und umstritten nach Punkten.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2002 6. Junioren-EM (Cadets) in Odessa Leicht Sieger: Tamerlan Tschaschunow, Russland vor Turgay Husseinow, Aserbaidschan
2003 1. Junioren-EM (Cadets) in Rostow Leicht vor Sergei Pokrischka, Ukraine, Turgay Husseinow, Ewgeni Popow, Russland und Jan Fischer, Deutschland
2004 1. Junioren-EM (Cadets) in Albena Leicht vor Dimitri Arabadschi, Ukraine, Alexansder Kischtschin, Russland u. Maksim Schizanow, Weißrussland
2005 2. Junioren-EM (Juniors) in Breslau Welter hinter Georgi Popkadse, Russland, vor Christoffer Ljungbeck, Schweden
2005 1. Henri-Deglane-Memorial in Nizza Welter vor Andre Demaukin, Russland, Cedric Lafoir u. Christophe Guénot, beide Frankreich
2006 3. Junioren-EM (Juniors) in Szombathely Welter hinter Dimitri Pischkow, Weißrussland u. Mehmet Ümit Bedel, Türkei, vor Mihajlo Bajlovic, Serbien u. Jonas Nyberg, Schweden
2006 27. Junioren-WM in Guatemala-Stadt Welter nach einer Niederlage gegen Ewgeni Popow
2007 1. Turnier in Mariupol Welter
2007 5. EM in Sofia Welter mit Siegen über Seref Tüfenk, Türkei, Sergios Solonikis, Griechenland u. Mark Overgaard Madsen, Dänemark u. Niederlagen gegen Manuchar Kwirkwelia, Georgien u. Valdemars Venckaitis, Litauen
2007 1. Junioren-WM in Peking Welter mit Siegen über Dimitri Arabadschi, Ukraine, Adel Bazi Tabar, Iran, Magomed Aschchabow, Russland u. Elvin Murtasalijew, Aserbaidschan
2007 21. WM in Baku Welter mit einem Sieg über Oleg Michailowitsch, Weißrussland und einer Niederlage gegen Marko Yli-Hannuksela, Finnland
2008 14. Olympia-Qualif.-Turnier in Ostia Welter Sieger: Manuchar Kwirkwelia vor Ilgar Abdulow, Aserbaidschan u. Warteres Samurgaschew, Russland
2008 3. Olympia-Qualif.-Turnier in Novi Sad Welter hinter Wladimir Schazkych, Ukraine u. Alexander Kikinow, Weißrussland, gemeinsam mit Mojtaba Babajanzadeh, Iran
2008 1. Großer Preis von Slowenien Welter vor Neven Zugaj, Kroatien, Zoltan Lakatos u. Csaba Modos, beide Ungarn
2008 10. OS in Peking Welter mit einem Sieg über Wladimir Schazkych u. einer Niederlage gegen Péter Bácsi, Ungarn
2009 3. Welt Cup in Clermont-Ferrand Welter hinter Alain Hassli, Frankreich u. Rafik Husseinow, Aserbaidschan
2009 1. EM in Vilnius Welter mit Siegen über Neven Zugaj, Adam Juretzko, Deutschland, Alexanders Visnakovs, Estland, Alexander Kikinow u. Wladimir Schazkych
2009 15. WM in Herning/Dänemark Welter nach einem Sieg über Robert Rosengren, Schweden und einer Niederlage gegen Christophe Guenot, Frankreich
2010 1. Welt-Cup in Jerewan Welter vor Mayli Paul Consuegra Panfe, Kuba, Renato Kun, Ungarn und Seref Tüfenk, Türkei
2010 2. WM in Moskau Welter nach Siegen über Francisco Barrio,Argentinien, Jure Kuhar, Slowenien, Daniar Kobonow, Kirgisistan und Takehiro Kanakubo, Japan und einer Niederlage gegen Selcuk Cebi, Türkei
2011 3. Großer Preis von Slowenien in Murska Sobota Welter hinter Kong Nae-koo, Südkorea und Petr Novak, Tschechien
2011 5. EM in Dortmund Welter nach einem Sieg über Aleksander Dsemjanowitsch, Weißrussland, einer Niederlage gegen Peter Bacsi, Ungarn, Siegen über Miroslaw Dykun, Großbritannien und Henri Esko Välimäki, Finnland und einer Niederlage gegen Roman Wlassow, Russland
2011 8. Großer Preis von Spanien in Madrid Welter Sieger: Alexander Tschechirkin, Russland vor Julian Kwit, Polen
2011 3. WM in Istanbul Welter nach Siegen über Saverio Scaramuzzi, Italien und Wladimir Schazkych, Ukraine, einer Niederlage gegen Selcuk Cebi und Siegen über Jure Kuhar, Petros Manoulidis, Griechenland und Aschkat Dilmuchamedow, Kasachstan
2012 3. EM in Belgrad Welter nach einem Sieg über Jonas Bossert, Schweiz, einer Niederlage gegen Roman Wlassow und Siegen über Meraldo Ndoka, Albanien, Seref Tüfenk und Dimitri Pyschkow, Ukraine
2012 3. Trophee Milone in Sassari Welter hinter Anton Chemenko, Russland und Kim Hyun-woo, Südkorea
2012 Silber OS in London Welter nach Siegen über Daniar Kobonow, Kirgisistan, Alexander Kikinow, Weißrussland und Emin Achmadow, Aserbaidschan und einer Niederlage gegen Roman Wlassow
2013 1. Trophee Milone in Sassari Welter vor Emrah Kus, Türkei, Abdelkrim Ouakali, Algerien und Seref Tüfenk
2013 3. Universiade in Kasan Welter hinter Roman Wlassow und Hadi Alireza Pournia, Iran
2013 3. WM in Budapest Welter nach einem Sieg über Florian Marchl, Österreich, einer Niederlage gegen Roman Wlassow und Siegen über Alvis Albino Almendra Jimenez, Panama, Esengeldi Kochubek Uulu, Kirgisistan und Mark Overgaard Madsen, Dänemark
2014 1. Dan Kolow & Nikola Petrow-Memorial in Sofia bis 75 kg vor Ilian Georgiew, Bulgarien, Karapat Chaljan, Armenien und Nikolai Daragan, Ukraine
2014 2. EM in Vantaa/Finnland bis 75 kg nach Siegen über Neven Zugaj, Florian Marchl, Robert Rosengren, Schweden und Mark Overgaard Madsen und einer Niederlage gegen Alexander Tschechirkin, Russland
2014 1. Trophee Milone in Sassari bis 75 kg vor Petros Manoulidis, Griechenland, Ciro Russo und Giacomo Giuffrida, beide Italien
2014 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund bis 75 kg vor Seref Tüfenk, Türkei, Waleri Palenski, Weißrussland und Jan Rotter, Deutschland
Erläuterungen
  • alle Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Leichtgewicht, Gewichtsklasse bis 66 kg, Weltergewicht, bis 74 kg Körpergewicht (bis 31. Dezember 2013; seit 1. Januar 2014 gilt eine neue Gewichtsklasseneinteilung durch den Ringer-Weltverband FILA)

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Webseiten des US-amerikanischen und des französischen Ringerverbandes

Weblinks[Bearbeiten]