Mariupol

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Mariupol
(Маріуполь)
Wappen von Mariupol
Mariupol (Ukraine)
Mariupol
Mariupol
Basisdaten
Oblast: Oblast Donezk
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 22 m
Fläche: 244 km²
Einwohner: 468.519 (2013)
Bevölkerungsdichte: 1.920 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 87500
Vorwahl: +380 629
Geographische Lage: 47° 6′ N, 37° 33′ O47.137.5522Koordinaten: 47° 6′ 0″ N, 37° 33′ 0″ O
KOATUU: 1412300000
Verwaltungsgliederung: vier Stadtrajone, drei Siedlungen städtischen Typs, ein Dorf, eine Siedlung
Bürgermeister: Jurij Chotlubey
Adresse: пр. Леніна 70
87500 м. Маріуполь
Website: www.marsovet.org.ua
Statistische Informationen
Mariupol (Oblast Donezk)
Mariupol
Mariupol
i1

Mariupol (ukrainisch Маріуполь; russisch Мариуполь) ist eine Stadt in der Oblast Donezk in der Ukraine mit rund 470.000 Einwohnern (Stand 2013[1]). Die Stadt war historisch eines der wichtigsten Zentren der Griechen in der Ukraine, die bis heute eine wichtige Minderheit in der Stadt darstellen. Mariupol befindet sich am Ufer des Asowschen Meeres an der Mündung des Kalmius und ist ein bedeutender Hafen sowie Universitätsstadt und Wirtschaftszentrum. Rund 9 km westlich der Stadt befindet sich ein ziviler Flughafen mit einer Start- und Landebahn von 2570 m.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Karte mit der administrativen Unterteilung Mariupols
Stadtverwaltung Mariupol

Mariupol gliedert sich in die vier Stadtrajone Rajon Schowtnewe, Rajon Illitsch, Rajon Ordschonikidse und Rajon Prymorske, wobei der Rajon Illitsch noch in drei Siedlungen städtischen Typs (Sartana/Сартана, Staryj Krym/Старий Крим, Talakiwka/Талаківка), ein Dorf (Hnutowe/Гнутове) und eine Siedlung (Lomakyne/Ломакине) unterteilt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Innenstadt

Die Stadt wurde 1789 gegründet und war lange ein Zentrum pontos-griechischer Kultur, bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Mehrheit der Stadtbevölkerung griechischer Herkunft. Auch der heutige Name der Stadt ist griechischen Ursprungs (griechisch Μαριούπολη/Marioýpoli). Die Stadt ist außerdem Heimat des berühmten Malers Archip Kuindschi. Im 19. Jahrhundert war die Stadt das administrative Zentrum des Ujesd Mariupol im Gouvernement Jekaterinoslaw.

Die 1933 eröffnete Straßenbahn Mariupol fährt bis heute.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion ab dem 22. Juni 1941 war die Stadt zwischen dem 8. Oktober 1941 und dem 10. September 1943 von Truppen der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Stadt erlitt schwere Zerstörungen, ein großer Teil der jüdischen Gemeinde der Stadt, 1926 etwa 11 % der Bevölkerung, fiel dem Holocaust zum Opfer. Zu Beginn der Besatzung zählte man etwa 241.000 Einwohner, Ende 1943 lebten nur noch 85.000 Mariupoler in der Stadt, was einen Rückgang um 65 % bedeutete. Viele Mariupoler wurden 1942 zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt und kehrten erst 1945 zurück. Ab 1942 war Mariupol ein Hauptoperationsgebiet sowjetischer Partisanen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein rascher Wiederaufbau, bereits wenige Jahre nach dem Krieg erreichte die Einwohnerzahl Mariupols den Vorkriegswert und stieg bis 1989 auf weit über eine halbe Million Menschen an. Zahlreiche Industriebetriebe wurden in der Stadt angesiedelt, die Hafenanlagen ausgebaut. Zwischen 1948 und 1989 hieß die Stadt dem sowjetischen Funktionär Andrei Schdanow zu Ehren Schdanow (russisch Жданов).

Dramatheater
Der Metallurge – Symbol der Stadt

Seit 1991 gehört die Stadt zur unabhängigen Ukraine. Seitdem hat Mariupol, wie zahlreiche andere Städte der Ukraine und anderer postsowjetischer Staaten, mit einem Strukturwandel und damit verbundenen Problemen, insbesondere Einwohnerrückgang, zu kämpfen.

Am 18. März 2014 stürmten Teilnehmer einer prorussischen Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern den Stadtrat und forderten eine Sitzung, bei der über ein Referendum nach dem Vorbild der Krim beraten werden solle. Zu den Forderungen der Aktivisten gehörten auch angemessene Löhne und wirtschaftliche Stabilität im Südosten des Landes.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Industrie-Hafen von Mariupol
Ortseingang von Mariupol

Mariupol ist ein bedeutendes Industriezentrum und internationaler Seehafen am Asowschen Meer, die Stadt gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszentren der Ukraine. Die hier angesiedelten Metallurgiekombinate (u. a. Asowstal und Illich Iron & Steel Works) tragen einen wichtigen Teil zu den Exportgütern des Landes bei. Zu den großen Arbeitgebern zählt ferner das Maschinenbauunternehmen Asowmasch. Von Bedeutung ist ferner der Handelshafen. Im kleineren Rahmen gibt es hier auch eine Solarindustrie.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt in der Stadt eine Technische Universität, sowie die Staatliche Universität Mariupol. Daneben existieren eine Humanitäre Hochschule sowie mehrere Berufsschulen.

Kultur[Bearbeiten]

Orthodoxe Kirche
Moschee Mariupol

Die Stadt beherbergt mehrere Musikschulen, ein Heimatkundemuseum, eine Kuindschi-Ausstellung und ein Russisches Stadttheater. Neben zahlreichen orthodoxen Kirchen findet sich in der Stadt auch eine im Jahr 2007 eröffnete Moschee.

Sport[Bearbeiten]

Mariupol ist Sitz des ukrainischen Erstligisten Illitschiwez Mariupol, der seine Heimspiele im Illitschiwez-Stadion austrägt. Auch der erfolgreiche Basketballclub BK Asowmasch Mariupol ist in der Stadt beheimatet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1979 1989 2001 2005 2013
502.581 518.933 492.176 482.440 468.519

Quelle: [1]

Bevölkerungszusammensetzung[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 setzte sich die Bevölkerung wie folgt zusammen:

  • Ukrainer 248.683 (48,7 %)
  • Russen 226.848 (44,4 %)
  • Griechen 21.923 (4,3 %)
  • Weißrussen 3.858 (0,8 %)
  • Armenier 1.205 (0,2 %)
  • Juden 1.176 (0,2 %)
  • Bulgaren 1.082 (0,2 %)
  • andere: 6.060 (1,2 %)

Beim Zensus 1882 (14.980 Einwohner) sah die Verteilung noch wie folgt aus:

  • Griechen (60 %)
  • Juden (28 %)
  • Russen (10 %)
  • Ukrainer (2 %)

Sprachen:

  • Griechisch (52 %)
  • Russisch (35 %)
  • Jiddisch (12 %)
  • Ukrainisch (weniger als 1 %)

Fast 90 % der Bewohner Mariupols gaben 2001 Russisch als Muttersprache an, knapp 10 % haben Ukrainisch als Muttersprache. Alle weiteren Sprachen liegen unterhalb von 1%.[3] Jiddisch war früher neben Russisch Hauptsprache von Mariupol. Heute wird es nur noch von einer kleinen Minderheit der Juden gesprochen. Viele Überlebende des Holocaust sind nach Israel oder in die USA ausgewandert. Griechisch wird ebenfalls kaum noch gesprochen. Historisch stellten die Griechen (siehe Griechische Minderheit in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion) eine hohen Bevölkerungsanteil in Mariupol, gingen mit der Zeit jedoch in der slawischen Bevölkerung auf. Zudem wanderten viele verbliebene Griechen nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er Jahren nach Griechenland aus.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Diplomatische und konsularische Vertretungen[Bearbeiten]

In Mariupol gibt es ein griechisches sowie ein zyprisches Generalkonsulat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mariupol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungszahlen auf World Gazetteer
  2. Russian Spring rallies with thousands participants will be held in the south-east of Ukraine on March 22-23, Kharkov News Agency am 22. März 2014
  3. Die Angaben der Volkszählung vom 5. Dezember 2001 zu MARIUPOL sind unter dem Donetska Oblast geführt: Distribution of the population by native language, Donetska oblast auf den Seiten von gov.ua - Database Census - Main Regional Statistical Office. Die Statistik ist nicht direkt per Link abrufbar. Es müssen folgende Auswahlen auf dem angegebenen Link vorgenommen werden:
    • 1. Select region.
    Dazu 15mal auf den Scroll-Streifen klicken bis Mariupol erscheint. Mariupol (miskrada) und m. Mariupol auswählen (Anmerkung: miskrada bedeutet city council, m. ist die Abkürzung für misto = city)
    • 2. Select Year
    2001 (05.12.)
    • 3. Select Indicated as a native language
    Gewünschte Sprachen auswählen, also russisch und ukrainisch
    • 4. Auf Continue klicken
    Es erscheint: Distribution of the population by native language (in % to the total population) by Region, Year and Indicated as a native language
    • Folgendes Ergebnis sollte erscheinen:
    • MARIUPOL (miskrada)
    • 2001(05.12)
    • 9,87 Ukrainian
    • 89,53 Russian
    • m. MARIUPOL
    • 2001(05.12)
    • 10,10 Ukrainian
    • 89,39 Russian