Auld Lang Syne
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Frank C. Stanley, 1910 |
Auld Lang Syne (Scots, englisch wörtlich old long since, sinngemäß „längst vergangene Zeit“) ist eines der bekanntesten Lieder im englischsprachigen Raum. Dort wird es traditionsgemäß zum Jahreswechsel gesungen, um der Verstorbenen des zu Ende gegangenen Jahres zu gedenken. Der deutsche Titel lautet Nehmt Abschied, Brüder. In der Pfadfinderbewegung gilt es weltweit als Abschiedslied, das am Ende von Veranstaltungen gesungen wird.
Inhaltsverzeichnis |
Entstehungsgeschichte [Bearbeiten]
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The Airmen of Note, 2009, Jazz Version |
Der Text basiert auf der Ballade Old Long Syne, publiziert im Jahre 1711 von James Watson. Sie zeigt erhebliche Ähnlichkeit mit der ersten Strophe und dem Chorteil des später vom Dichter Robert Burns notierten Stücks.
Am 17. Dezember 1788 erwähnt Burns in einem Brief an Frances Anna Dunlop, dass ihn das alte schottische Lied sehr berührt habe. Eine größere Öffentlichkeit erreichte der Song jedoch erst im Jahre 1800, als Playford‘s Original Scotch Tunes, eine Sammlung schottischer Lieder, erschien. Übersetzt bedeutet der Titel so viel wie „Für die gute alte Zeit“; oft wird auch die erste Zeile Should auld acquaintance be forgot „Sollte alte Freundschaft [schon] vergessen sein“ als Titel angegeben.
Der Song tauchte bereits im Dezember 1907 in der Interpretation von Frank Stanley in den ersten amerikanischen Hitparaden auf, ebenso wie im Dezember 1921 die Version des Peerless Quartets.
Als das kanadische Orchester Guy Lombardo & His Royal Canadians die Chance erhielt, am 31. Dezember 1929 als Topband auf der New Year's Eve Party im New Yorker Roosevelt-Hotel aufzutreten, spielten sie Auld Lang Syne kurz vor Mitternacht, was vom Countdown der letzten Sekunden begleitet wurde. Seither gehörte es zur Tradition im Waldorf-Astoria, wo der Song bis 1976 am Silvesterabend gespielt wurde.
Da sämtliche Urheberrechtsfristen abgelaufen sind, ist der Song mittlerweile als freies Liedgut klassifiziert.
Weltweite Verbreitung [Bearbeiten]
- Wegen der Verwendung in der Pfadfinderbewegung wurde das Lied in zahlreiche Sprachen übertragen. Die deutsche Übertragung Nehmt Abschied, Brüder von Claus Ludwig Laue entstand für die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg; die Übertragung Wie könnte Freundschaft je vergehn stammt von Hans Baumann. Eine österreichische Übertragung beginnt mit Nun Brüder, dieses Lebewohl. Die französische Version Faut-il nous quitter sans espoir wurde von Jacques Sevin, dem Gründer der französischen Pfadfinderbewegung, verfasst.
- Während der niederländischen Kolonialzeit in Indonesien spielten Tanjidor-Kapellen mit Blechblasinstrumenten das Lied unter dem indonesischen Titel Janjii Tua bei chinesischen Beerdigungsprozessionen in Jakarta.
- An der University of Virginia in Charlottesville in den USA ist die zugrundeliegende Melodie für den inoffiziellen Universitäts-Song benutzt worden. Diese Version heißt The Good Old Song und wird jeweils zu Beginn und am Ende eines Footballspiels der Collegemannschaft sowie nach jedem Touchdown gesungen.
- Von dem Lied existiert auf dem Album Wir warten auf's Christkind auch eine Version der deutschen Punk-Rock-Band Die Toten Hosen. Eine weitere Interpretation dieser Art ist auf dem Album Clash of the Tartans der schottischen Folk-Punk-Band The Real McKenzies erschienen. Dan Fogelberg wurde für sein Weihnachtslied The Same Old Lang Syne ebenfalls von diesem Werk inspiriert.
- Nach dem Titelgewinn bei der Fußball-Europameisterschaft 1988 durch die Niederländische Fußballnationalmannschaft wurde in den Niederlanden das Lied Wij houden van Oranje von André Hazes populär, dessen Refrain auf die Melodie von „Auld Lang Syne“ gesungen wird. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 (zu der sich die Niederlande nicht qualifizieren konnten) wurde dies von dem österreichischen Sänger Helmut Schafzahl mit dem Lied Ohne Holland fahr'n wir zur WM parodiert.
- Das Lied fand Verwendung in Charley Chaplin's Goldrausch in der Rekonstruktion von 1925 (hier in dem Klaviersound des Stummfilms) und in Frank Capras Tragikomödie Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart und Donna Reed. In der letzten Szene des Filmes wird eine Version von allen Darstellern gemeinsam gesungen. Der Film avancierte zu einem der bekanntesten Weihnachtsfilme aller Zeiten. Als Kennmelodie für das Motiv des Abschieds wird das Lied auch in den Filmen An Affair to Remember von Leo McCarey und Splendor von Ettore Scola gesungen. Eine große Rolle spielte das Lied in dem britischen Nachkriegsfilm Abschied auf Waterloo Bridge.
- Im Kinofilm zur US-Serie Sex and the City wird eine Version des Liedes von Mairi Campbell und Dave Francis gesungen.
- Cliff Richard sang 1999 auf diese Melodie seinen Hit Millennium Prayer.
- Auf dem Live-Album Live at the Fillmore East spielt Jimi Hendrix eine stark improvisierte und ausgedehnte Version von Auld Lang Syne.
- Auf Mariah Careys zweitem Weihnachtsalbum Merry Christmas II You veröffentlicht sie im November 2010 ihre Interpretation der Hymne. Der Klassiker beginnt traditionell und endet in einer Party-Version von Auld Lang Syne.
- Die Gruppe Furbaz mit Marie Louise Werth schuf im Jahr 1990 eine rätoromanische Version mit dem Titel In Bien Niev Onn, die im Album Nadal veröffentlicht wurde.
- Das Lied kommt unter anderem in dem im Februar 2011 gestarteten Kinofilm Der ganz große Traum zum Einsatz. Der Film erzählt von der Einführung des Fußballspiels in Deutschland im Jahre 1874 durch Konrad Koch, der mehrere Jahre in England lebte und an einer Schule in Braunschweig als Englischlehrer eingestellt wurde. Das Lied wird gespielt, als die Bemühungen Kochs, Fußball im Schulsport zu unterrichten, vor dem Aus stehen, und Koch das Lied – in leicht alkoholisiertem Zustand, sichtlich deprimiert und in Erinnerung an seine Zeit in England – im Schulinnenhof seiner Schule anstimmt.
- Eine weitere Variante stammt von dem deutschen Liedermacher Hannes Wader mit dem Titel Wer weiß, was uns die Zukunft bringt.
- Lena Valaitis verwendete die Melodie für ihren Titel Von irgendwo ertönt ein Lied.
Textvarianten [Bearbeiten]
Text nach Robert Burns [Bearbeiten]
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Text des Pfadfinderabschiedsliedes [Bearbeiten]
- Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss
- ist alle Wiederkehr,
- die Zukunft liegt in Finsternis
- und macht das Herz uns schwer.
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- Refrain
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- Der Himmel wölbt sich übers Land,
- Ade, auf Wiederseh'n!
- Wir ruhen all in Gottes Hand,
- Lebt wohl auf Wiederseh'n.
- Die Sonne sinkt, es steigt die Nacht,
- vergangen ist der Tag.
- Die Welt schläft ein, und leis' erwacht
- der Nachtigallen Schlag.
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- Der Himmel…
- So ist in jedem Anbeginn
- das Ende nicht mehr weit.
- Wir kommen her und gehen hin
- und mit uns geht die Zeit.
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- Der Himmel…
- Nehmt Abschied, Brüder, schließt den Kreis,
- das Leben ist ein Spiel.
- Und wer es recht zu spielen weiß,
- gelangt ans große Ziel.
-
- Der Himmel…
Bei einigen Pfadfinderbünden und -verbänden wird in der letzten Refrainzeile „Gut Pfad auf Wiederseh'n“ statt „Lebt wohl auf Wiederseh'n“ gesungen. Beim Singen des Abschiedsliedes stehen Pfadfinder häufig „im Bund“, d. h. an den Händen gefasst und mit überkreuzten Armen.
Text der österreichischen Version [Bearbeiten]
- Nun Brüder dieses Lebewohl,
- soll es für immer sein?
- Ein Abschied ohne Wiederkehr,
- der lässt uns traurig sein.
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- Refrain
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- Wir sagen uns auf Wiedersehen,
- auf Wiedersehen, Gut Pfad.
- Wir sagen uns auf Wiedersehen,
- auf Wiedersehen, Gut Pfad.
- Die Nacht bricht ein ins stille Land,
- das Feuer knistert leis',
- Reicht euch die Hände Brüder mein,
- und schließet so den Kreis.
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- Wir sagen uns auf Wiedersehen…
- Am selben Feuer sitzen wir,
- und fest hält unser Band,
- Es bleibt mein Bruder immerdar,
- der mit bei uns hier stand.
-
- Wir sagen uns auf Wiedersehen…