Büdesheim

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz. Für andere Bedeutungen von Büdesheim siehe Büdesheim (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Büdesheim
Büdesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Büdesheim hervorgehoben
50.2172756.55669500Koordinaten: 50° 13′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Prüm
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 13,64 km²
Einwohner: 581 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54610
Vorwahl: 06558
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 209
Adresse der Verbandsverwaltung: Tiergartenstr. 54
54595 Prüm
Webpräsenz: www.buedesheim-eifel.de
Ortsbürgermeister: Albert Klasen
Lage der Ortsgemeinde Büdesheim im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Über dieses Bild

Büdesheim ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Büdesheim liegt an der B 410 jeweils etwa 10 km von den Städten Prüm und Gerolstein entfernt am Ostrand der Verbandsgemeinde Prüm.

Höhenlage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in einer Höhe von 450–480 m. Höhen nordwestlich vom Ort erreichen bis zu 545 m und südlich 560 m. Der Apert ist mit 631,3 m der höchste Berg der Gemarkung.

Geologie[Bearbeiten]

Der Ort Büdesheim liegt in einem weiten Tal am Ostrand der Prümer Kalkmulde. Das Tal als lokale Kleinmulde besteht aus oberdevonischem „Büdesheimer Goniatiten-Schiefer“, darunter „Ooser Plattenkalk“, und ist von mitteldevonischem Dolomitrücken (Schönecker Dolomit, Givetium-Stufe, ca. 360 Mio. Jahre alt) umgeben. Südlich und südöstlich des Dorfes finden sich unterdevonische Klerfer Schichten. Der obere Teil des Apert besteht aus Quarzit. In einem Rest Basalt am Apert, der aktiven Mineralquelle und dem unmittelbar benachbarten Eigelbacher Trockenmaar zeigt sich der Anfang der östlich gelegenen Vulkaneifel.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Jungsteinzeit ergaben, dass sich bei Büdesheim im Dreisbachtal ein Siedlungsplatz mit Herstellung von Steingeräten befunden hat.

Auf dem südlichen Höhenzug bauten die Römer nach der Zeitenwende die Römerstraße von Trier nach Köln. Diese Straße dürfte einen reichen Römer dazu bewogen haben, etwas abseits davon im fruchtbaren Tal, im Bereich der heutigen Kirche, seine Villa zu bauen. Von dieser Villa wurden beim Neubau des Kirchenschiffs 1909 Reste ausgegraben, zusammen mit einer Wasserleitung für ein Bad. Im weiteren Bereich der Orte Büdesheim und Oos (heute Stadtteil von Gerolstein) entstand an der Römerstraße der Ort Ausava. Grabfunde aus dem 1. und 2. Jahrhundert bestätigen diese römische Besiedlung noch. Beim Germanen-Sturm 275/276 wurde Ausava zerstört und nicht mehr aufgebaut.

Nach den Römern besiedelten im 5. Jahrhundert die Franken den Ort Büdesheim. Aus der Merowingerzeit wurden fränkische Grabfunde gemacht.

Mittelalter[Bearbeiten]

778 schenkte der Franke Helmoin sein Grundeigentum am Büdesheimer Gebiet an die Abtei Prüm. Im Jahr 893 wurde im Prümer Urbar eine Kirche erstmals schriftlich erwähnt. In der Schenkung des Euerhard von 964 wird als erster Pfarrer ein Willefrid genannt. Im Jahr 1063 erfolgte die Kirchweihe und Umschreibung des Pfarrbezirkes durch Bischof Eberhard. 1500 wurde die Kirche neu erbaut, von dem Bauwerk ist heute noch der Chor erhalten.

Neuzeit[Bearbeiten]

1576 kam Büdesheim an das Kurfürstentum Trier. In der Folge bildete sich ein Adelsgeschlecht mit Besitz von Hof und Mühle. 1687 bis zum 19. Jahrhundert wurden das Kirchenschiff, der Turm und die Sakristei neu erbaut. Im 18. Jahrhundert wird Büdesheim Schultheißerei (eigener Verwaltungs- und Gerichtsbezirk) im kurtrierischem Oberamt Prüm. Eine Erhebung im Jahr 1777 ergab für das Dorf 320 Einwohner und 39 Häuser. 1794 zogen französische Revolutionstruppen ein und machten 1798 Büdesheim zu einem Teil des Saar-Departements, Büdesheim wurde Hauptort einer Mairie im Kanton Prüm. 1815 wurde Büdesheim unter der preußischen Verwaltung Sitz einer Bürgermeisterei. 1883 wurde die Westeifelbahn zwischen Gerolstein und Prüm durch das Vlierbachtal gebaut mit einem Bahnhof in Büdesheim. Diese Strecke ist seit 1980 nicht mehr in Betrieb. 1970/71, bei der Verwaltungsreform verblieb Büdesheim in der Verbandsgemeinde Prüm-Land (heute Verbandsgemeinde Prüm), wurde aber Teil des neuen Landkreises Bitburg-Prüm (heute Eifelkreis Bitburg-Prüm). 1992 wurde die Pilgerkapelle neu erbaut.

Ortsname[Bearbeiten]

Der Ortsname ist vermutlich vom Personennamen Budin und der Endung -heim (Frühzeit fränkischer Landnahme) abgeleitet. Der Name wird als Heim, Anwesen des Budin gedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 778 als Bidonisuaim in einer Schenkungsurkunde an die Abtei Prüm (Schenkung des Helmoin). Seit 1807 ist der Name Büdesheim nachgewiesen.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Büdesheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 369
1835 530
1871 490
1905 497
1939 539
1950 573
Jahr Einwohner
1961 583
1970 567
1987 526
1997 623
2005 622
2012 581

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Büdesheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Rot über Silber geteilt, oben ein wachsender goldener gekrönter Löwe, auf der Schulter ein silberner sechsstrahliger Stern, unten fünf (2:1:2) rote Ringe“.

Begründung des Wappens: Zwei Höfe in Büdesheim, das eine Schultheißerei der Abtei Prüm, kamen als Lehen 1579 an Gerlach Auwach. Noch jetzt gibt es in Büdesheim das Auwart´sche Haus, mit dem Wappen der „von Auwart“. Der Wappenschild zeigt in Rot einen goldenen, gekrönten Löwen mit silbernem, sechsstrahligen Stern auf der Schulter. “Auch gab es ein adliges Geschlecht von Büdesheim, welches den Büdesheimer Hof zu Büdesheim besaß und die Mühle daselbst”. Die von Büdesheim führten 5 (2:1:2) Ringe im Wappen; sie stehen im unteren Teil des Gemeindewappens. Das Auwart´sche Wappenschild, der Löwe, steht im oberen Teil des Gemeindewappens.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist die „St. Peter und Paul-Kirche“ mit dem Wappen des Trierer Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck am Eingangs-Portal (1687). Der Chor entstammt noch der alten Kirche von 1500 und die Sakristei einem Anbau von 1687. Das heutige Kirchen-Schiff und der Turm wurden 1909 neu erbaut.
  • Innerhalb des Dorfes und der Gemarkung befinden sich 26 bemerkenswerte Wegekreuze. Die bekanntesten darunter sind an der Straße nach Oos das vermutlich älteste Wegekreuz im Altkreis Prüm (Entstehungszeit ca. 13./14. Jahrhundert), das sagenumwobene „Blut-Kreuz“ am Dreesbach (eigentlich der „Hundsbach“) östlich vom Apert (errichtet 1542/1548) und das „Ellicks-Kreuz“ von 1640.
  • Pilgerkapelle
  • Jagdhaus Steinreich

Siehe auch:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichtsverein Prümer Land e.V. (Hrsg.): Rund um die Kirche im Dorf, Prüm 2003, ISBN 3-931478-14-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Büdesheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Robert Richter: Ortslexikon des Altkreises Prüm, Hrg. Geschichtsverein Prümer Land e.V., Prüm 1992
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen