Bahnhof Brilon Wald

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Brilon Wald
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung EBRW[1]
IBNR 8000054
Eröffnung 6. Januar 1873 (GV)
10. Februar 1873 (PV)
Lage
Stadt Brilon
Ort Brilon-Wald
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 20′ 56,8″ N, 8° 34′ 34″ O51.34918.5761Koordinaten: 51° 20′ 56,8″ N, 8° 34′ 34″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Brilon Wald ist einer von vier in Betrieb befindlichen Personenbahnhöfen in der nordrhein-westfälischen Stadt Brilon. Er liegt in der durch den Anschluss an die Bahn entstandenen Ortschaft Brilon-Wald, etwa sieben Kilometer von der Kernstadt entfernt.

Abweichend vom Ortsnamen wird der Bahnhof „Brilon Wald“ ohne Bindestrich geschrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1866 erhielt die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft die Konzession zum Bau der Eisenbahnstrecke Schwerte–Warburg (Obere Ruhrtalbahn). Entgegen den Bemühungen der Stadt Brilon entschloss sich die Eisenbahngesellschaft gegen eine Streckenführung in der Nähe zur Kernstadt. Es wurde die Linienführung über Olsberg und Elleringhausen mit einem Scheiteltunnel unter dem Habberg gewählt, da diese eine geringere Steigung und niedrigere Baukosten zur Folge hatte. Der 1393 m lange Elleringhäuser Tunnel unter dem Habberg wurde zwischen 1868 und 1872 gebaut, gleichzeitig entstand am Ostportal im Hoppecketal der Bahnhof Brilon Wald.

Am 6. Januar 1873 nahm die Bahn den Güterverkehr und am 10. Februar 1873 den Personenverkehr auf. Die Station im Hoppecketal hieß zunächst Brilon-Corbach.

Am 1. Juli 1900 wurde die Almetalbahn über die Kernstadt Brilon nach Paderborn in Betrieb genommen. Die Station Brilon-Corbach wurde 1901 in Brilon Wald umbenannt. In den Jahren von 1913 bis 1919 wurden die Bahnanlagen erweitert. So entstanden ein neues Empfangsgebäude, ein neuer Güterschuppen und ein Lokschuppen. Dafür wurde die Hoppecke nach Osten verlegt.

Am 31. Oktober 1914 wurde die Strecke Brilon Wald–Willingen (Uplandbahn) in Betrieb genommen, welche seit April 1917 bis Korbach befahrbar ist.

Am 16. Februar 1945 beschossen zwei Tiefflieger mit Bordwaffen eine Lokomotive, die im Bahnhof stand. Der Heizer wurde dabei getötet und der Lokomotivführer verletzt, während die Lokomotive danach fahruntüchtig war. Am gleichen Tag wurde im nahen Eschental ein Lokomotivführer bei einem weiteren Tieffliegerangriff getötet. Bei einem Tieffliegerangriff am 20. März 1945 wurde ein Lokomotivführer und eine Arbeitsmaid des Reichsarbeitsdienstes getötet und mehrere Personen verwundet. Sechs Lokomotiven waren nach diesem Angriff nicht mehr einsatzfähig. Ein im Bahnhof liegender Flakzug der Wehrmacht verhinderte durch heftiges Abwehrfeuer gezielte Bombenabwürfe auf die Bahnanlagen um den Bahnhof Brilon Wald.[2]

Auf der Strecke von Brilon Wald über Brilon Stadt, Thülen, Alme und Büren nach Paderborn Hbf wurde der Personenverkehr am 29. September 1974 eingestellt. Der Güterverkehr zwischen Brilon-Wald und der Firma Egger in Brilon blieb jedoch erhalten und wird auch heute noch regelmäßig betrieben.

Im Jahr 2007 wurden die Gleise zwischen Brilon Wald und Brilon Egger saniert, da die Firma Egger einen gesteigerten Bedarf an einer Bedienung hat und die Sanierung der Gleise eine Bedingung für einen Ausbau des Standortes Brilon war.

Zum Fahrplanwechsel 2011/2012 am 11. Dezember 2011 wurde der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf dem Abschnitt Brilon Stadt–Brilon Wald wieder aufgenommen. Die Realisierung war zuvor bereits mehrere Male verschoben worden. Ende 2008 hat das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen zugesagt, den Bahnhof Brilon Stadt in den Infrastrukturfinanzierungsplan aufzunehmen, unter der Bedingung, dass der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) den Schienenpersonennahverkehr für die Bahnstrecke von Brilon Wald nach Brilon Stadt auch bestellt. Der ZRL hat daraufhin am 23. Juni 2009 beschlossen, den planmäßigen Schienenpersonennahverkehr auf diesem Abschnitt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 wiederaufzunehmen.[3]

Am 10. Dezember 2011 fuhr auf dem Streckenabschnitt zwischen Brilon Wald und Brilon Stadt zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder ein Personenzug.[4] Seitdem verkehren die Züge montags bis freitags durchgehend von und nach Dortmund, samstags, sonn- und feiertags von und nach Bestwig und Korbach.[5]

Im Mai 2013 hat ein privater Investor das Bahnhofsgebäude gekauft. Ziel ist die Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes.[6]

Gleisanlagen[Bearbeiten]

Der Bahnhof Brilon Wald besitzt umfangreiche Gleisanlagen. Der Personenverkehr wird an 5 Bahnsteiggleisen abgewickelt. Hinzu kommen noch einige Gleise ohne Bahnsteig, welche vorrangig dem Güterverkehr dienen.

Die Nummerierung beginnt auf der Ostseite am Empfangsgebäude.

  • Gleis 1 ist ein Durchgangsgleis und liegt als Hausbahnsteig direkt vor dem Empfangsgebäude. Das Gleis wird im planmäßigen Schienenpersonennahverkehr nicht mehr genutzt und dient nur noch als Ausweichgleis.
  • Gleis 2 war ein Durchgangsgleis ohne Bahnsteig und ist heute vollständig abgebaut. Früher diente es dem Güterverkehr.
  • Gleis 3 teilt sich mit Gleis 5 einen Inselbahnsteig. Heute halten hier die Züge des Sauerland- und des Dortmund-Sauerland-Express in Richtung Hagen beziehungsweise Dortmund.
  • Gleis 5 ist ein Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 3. Heute halten hier die Züge des Sauerland und des Dortmund-Sauerland-Express in Richtung Brilon Stadt beziehungsweise Warburg/Kassel.
  • Gleis 6 besitzt keinen Bahnsteig und wird heute als Durchfahrtsgleis für den Güterverkehr benutzt.
  • Gleis 7 liegt am zweiten Inselbahnsteig und teilt sich diesen mit Gleis 9. Heute verkehren von diesem Gleis einzelne Züge des Dortmund-Sauerland-Express nach Brilon Stadt sowie am Wochenende nach Willingen.
  • Gleis 9 ist das östlichste der Bahnsteiggleise. Hier halten die Züge der Kurhessenbahn von und nach Korbach sowie am Wochenende von und nach Brilon Stadt.
  • Neben Gleis 9 liegen noch einige Gütergleise ohne Bahnsteige.

Alle Bahnsteige des Bahnhofs Brilon Wald sind nicht barrierefrei und auch nur über die Treppen der Personenunterführung zu erreichen.

Betrieb[Bearbeiten]

Der Bahnhof Brilon Wald gehört wie die Kernstadt Brilon der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (VRL) an. Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr ist der Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe (ZRL).

Bahn[Bearbeiten]

Personenverkehr[Bearbeiten]

Die DB Regio NRW befährt die Obere Ruhrtalbahn mit dem Sauerland-Express (RE 17, KBS 435) von Hagen Hbf nach Warburg (Westf) im Stundentakt. Montags bis freitags wird diese Linie alle zwei Stunden bis nach Kassel-Wilhelmshöhe durchgebunden.

Seit dem 11. Dezember 2011 betreibt die DB Regio NRW wieder die Strecke bis nach Brilon Stadt; hier verkehrt der Dortmund-Sauerland-Express (RE 57, KBS 435) im Stundentakt von Dortmund Hbf nach Brilon Wald oder Brilon Stadt. An einigen Wochenenden verkehrt der Dortmund-Sauerland-Express über die Uplandbahn nach Willingen.

Die Kurhessenbahn betreibt auf der Bahnstrecke Wabern–Brilon Wald die Uplandbahn (RB 55, KBS 439) von Brilon Stadt oder Brilon Wald nach Willingen beziehungsweise Korbach im Zwei-Stunden-Takt.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Auf dem 10 km langen Abschnitt von Brilon Wald über Brilon Stadt nach Brilon Egger betreiben DB Schenker Rail Deutschland und die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) Güterverkehr zur Firma Egger.

Auf der Oberen Ruhrtalbahn gibt es ebenfalls einzelne Güterverkehrsleistungen (genaueres unter Obere Ruhrtalbahn#Güterverkehr).

Bus[Bearbeiten]

An der Bushaltestelle Brilon-Wald Bahnhof fahren Busse der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG), einem Tochterunternehmen der Westfälischen Verkehrsgesellschaft mbH (WVG) und der Busverkehr Ruhr-Sieg GmbH (BRS), einem Tochterunternehmen der bahneigenen WB Westfalen Bus GmbH.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955, DNB 450625567.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abkürzung
  2. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945. 1955, Abschnitt Brilon – Ortsteil Brilon-Wald, S. 45–47.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMeldung auf eurailpress.de vom 26. Juni 2009. Abgerufen am 28. Juni 2009.
  4. Sauerlandkurier: Gold wert für Brilon, 10. Dezember 2011
  5. Kursbuch der Deutschen Bahn 2012 – KBS 439 Brilon Stadt–Willingen–Korbach. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 11. Dezember 2011 (pdf, deutsch).
  6. Förderung für Waldbahnhof. Sauerlandkurier, abgerufen am 7. Juni 2013 (deutsch).
  7. Linienübersicht des VRL