Messinghausen
| Messinghausen
Stadt Brilon
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| Koordinaten: | 51° 24′ N, 8° 40′ O51.3933333333338.6719444444444365Koordinaten: 51° 23′ 36″ N, 8° 40′ 19″ O |
| Höhe: | 365–560 m ü. NN |
| Fläche: | 9,41 km² |
| Einwohner: | 848 (31. Dez. 2010) |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1975 |
| Postleitzahl: | 59929 |
| Vorwahl: | 02963 |
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Lage der Ortschaft Messinghausen innerhalb des Stadtgebiets von Brilon |
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Messinghausen ist ein dörflicher Stadtteil von Brilon im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Die Ortschaft war bis Ende 1974 eine selbstständige Gemeinde und liegt an der Grenze zu Marsberg und Diemelsee. Am 31. Dezember 2010 hatte Messinghausen nach Angaben der Stadtverwaltung Brilon 848 Einwohner.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Messinghausen liegt etwa sieben Kilometer östlich der Kernstadt im tief eingeschnittenen Tal der nordöstlich fließenden Hoppecke, die hier eine Höhenlage von zirka 366 m ü. NN hat. Südlich des Orts ragt der Hansenberg bis auf 560 m ü. NN auf; der Im Norden liegende Sticklenberg hat eine Höhe von 507 m. Weitere Berge in Umkreis von Messinghausen sind der Essenberg (545 m) in Südosten und der Eisenberg (561 m) im Osten.
Benachbarte Orte sind, im Uhrzeigersinn, die Briloner Ortsteile Bontkirchen in Süden, Hoppecke im Südwesten, Rösenbeck im Norden. Zu Marsberg gehören die Orte Beringhausen, Padberg und Helminghausen. Im Südosten liegen die Gemeinde Diemelsee und die namensgebende Diemeltalsperre.
[Bearbeiten] Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Messinghausen 1101 in der Gründungsurkunde des Klosters Boke. Darin stattete Graf Erpo von Padberg das Kloster mit Besitz in Messinghausen aus. Nach der Verlegung des Klosters ins waldeckische Flechtdorf wurde diese Angabe 1120 durch Kurköln bestätigt.
1311 wurde das Dorf von Ambrosius von der Norderenbeke an das Kloster Bredelar verkauft. Die Klosterherrschaft dauerte bis zur Aufhebung des Klosters im Jahr 1804. Schon im Jahre 1802 war das Herzogtum Westfalen und damit Messinghausen im Zuge der Säkularisation des Kurfürstentums Köln an die Landgrafenschaft Hessen-Darmstadt gelangt. Nach den Befreiungskriegen wurde Westfalen eine preußische Provinz.
Im Jahr 1944 wurde beim Kalkwerk mit dem Bau eines Hydrierwerks für Treibstoff durch ausländische Gefangene begonnen.[2] Ein Gefangener aus Italien starb und wurde auf dem Dorffriedhof begraben. Im Februar 1945 wurde bei einem Tieffliegerangriff auf einen Zug eine ausländische Gefangene schwer verwundet, so dass sie im Marsberger Krankenhaus verstarb. Anfang März stürzte ein brennendes Flugzeug der Briten am Hansenberg ab. Ein Soldat welcher sich durch Fallschirm retten konnte wurde gefangen genommen. Aus dem Flugzeugwrack wurde nach Kriegsende eine Leiche geborgen und auf dem Dorffriehof begraben. Am 15. März wurde eine Lokomotive im Bahnhof durch Tiefflieger getroffen. Um den 24. März erreichten 26 Sturmgeschütze der Wehrmacht das Dorf und blieben dort, da Benzin fehlte. Als am 29. Truppen der US-Army Brilon erreichten, fuhren drei der Sturmgeschütze Richtung Brilon. Nach dem eins davon abgeschossen wurde kamen die anderen beiden zurück. Die deutschen Sturmgeschütze wurden von ihren Besatzungen außerhalb des Dorfes gesprengt. Kampflos rückten US-Truppen ins Dorf und nahmen die deutschen Soldaten im Dorf gefangen. Im Dorf wurden später 200-300 ehemalige ausländische Gefangene untergebracht. Bis zum Abtransport der ehemaligen Gefangenen Ende 1945 kam es zu Überfällen und Plünderungen. Am 19. Oktober 1945 ermordeten Unbekannte zwei Einwohner von Messinghausen.
Im Zweiten Weltkrieg fielen 65 Messinghäuser, weit überwiegend an der Ostfront, als Soldaten oder starben in Gefangenschaft.[3]
Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde die Gemeinde Messinghausen am 1. Januar 1975 zu einem Stadtteil von Brilon.[4]
[Bearbeiten] Wappen
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In Silber über blauem gewellten Schildfuß schwarzer Hammer und Schlägel ins Andreaskreuz gestellt.[5]
Der blaue Schildfuß weist auf die Hoppecke hin, in deren Tal Messinghausen liegt. Hammer und Schlägel symbolisieren die Eisengruben und Steinbrüche, in denen die Bewohner früher ihren Broterwerb hatten. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Messinghausen wurde am 16. März 1954 genehmigt.[5] |
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
- Kirche
Die in den Jahren 1967/68 gebaute Kirche St. Vitus (Messinghausen) hat die ehemalige Dorfkirche ersetzt, von der heute nur noch der Kirchturm erhalten ist. Der Innenraum der neuen Kirche wurde durch den Bildhauer Theodor Sprenger gestaltet.
- Konstatinkreuz
Anlässlich der 1600-Jahr-Feier zur Beendigung der Christenverfolgungen durch Kaiser Konstantin wurde auf dem Sticklenberg ein 7 m hohes Kreuz errichtet.
[Bearbeiten] See im Berg
Bekannt ist Messinghausen für den See im Berg, der bei Tauchern sehr beliebt ist, auf Grund seinr außergewöhnlich guten Sichtverhältnisse. Der See liegt Südwestlich vom Ortskern und ist über 40 Meter tief.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Schützenfest
Die örtliche Schützenbruderschaft St. Vitus 1835 gestaltet alljährlich ihr Schützenfest an dem Wochenende, das dem St. Vitus Tag (15. Juni) am nächsten liegt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Einige Arbeitsplätze bieten die Kalkindustrie, kleinere Gewerbebetriebe und wenige Landwirte an. Der Tourismus, der 1980 mit 27.412 Übernachtungen einen Höhepunkt erreichte, hat heute kaum noch Bedeutung. Die Erwerbstätigen pendeln überwiegend zum Akkumulatorenwerk nach Hoppecke oder nach Brilon.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- Rheinkalk Messinghausen GmbH & Co. KG
[Bearbeiten] Verkehr
Messinghausen liegt an der L870, die von Brilon über Hoppecke nach Bredelar führt, wo sie in die Bundesstraße 7 einmündet. Über selbige erreicht man die Bundesautobahn 44 bei Westheim.
Im öffentlichen Nahverkehr verbindet die Buslinie 391 Messinghausen mit Brilon und Marsberg. Die Linie verkehrt im Stundentakt, zu Stoßzeiten im 30-Minuten-Takt.
Messinghausen liegt zwar an der Oberen Ruhrtalbahn, doch wird der Bahnhof heute nur noch von zwei Zugpaaren montags bis freitags im Personenverkehr bedient. Der nächste Bahnhof liegt in Bredelar. Dieser wird mit Regionalexpresszügen im Stundentakt in Richtung Hagen und Warburg bedient.
[Bearbeiten] Literatur
- Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945 - Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Stadt Brilon: Einwohnerstatistik 31.12.2010. (Abgerufen am 20. April 2010)
- ↑ Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Abschnitt Messinghausen, S. 55-56.
- ↑ Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Messinghausen, S. 241-243.
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ a b Eduard Belke, Alfred Bruns und Helmut Müller, Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen – Kurkölnisches Sauerland, Arnsberg 1986, Seite 167
[Bearbeiten] Quellen
- Informationen zu Messinghausen vom örtlichen Schützenverein
- Informationen der Stadt Brilon
- Informationen zum See im Berg
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