Hagen Hauptbahnhof

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Hagen Hauptbahnhof
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 2[1]
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 10
davon 6 mit Doppelbelegung
Abkürzung EHG
IBNR 8000142
Eröffnung 1848
Webadresse DB AG: Hagen Hbf
Architektonische Daten
Baustil Neobarock
Architekt Walter Morin
Lage
Stadt Hagen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 21′ 44″ N, 7° 27′ 42″ O51.3622222222227.4616666666667Koordinaten: 51° 21′ 44″ N, 7° 27′ 42″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i7i12i13i15i16i16i18i19

Hagen Hauptbahnhof ist ein mit ca. 30.000 Reisenden täglich wichtiger Fern-, Regional- und S-Bahnhof in Hagen im östlichen Ruhrgebiet und zählt für den Personenverkehr zu den wichtigen Eisenbahnknotenpunkten in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hagener Hauptbahnhof aus der Vogelperspektive
Eine S-Bahn der Baureihe 1440 an einem außerhalb der Halle liegenden Bahnsteig

Durch den Bau der von Friedrich Harkort entwickelten Stammstrecke Elberfeld–Dortmund der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft erhielt Hagen 1848/49 Anschluss an das sich rasch ausbreitende Eisenbahnnetz. Dies war der Anstoß dafür, dass sich Hagen rasch zur Industriestadt mit Hütten- und Metallindustrie entwickelte. Nach der Eröffnung der Ruhr-Sieg-Strecke nach Siegen über Altena im Jahre 1861 gewann die Stadt auch Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt.

Thorn-Prikker: „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe“ (1911)

Das neobarocke, vom Architekten Walter Morin geplante und am 14. September 1910 eingeweihte Empfangsgebäude, das aus Ziegelsteinen gebaut und teilweise mit Sandstein verkleidet ist, überstand den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zwar nicht unversehrt, wurde im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen im Ruhrgebiet aber nicht vollständig zerstört, wodurch es noch heute zu bewundern ist. Hier ließ Karl Ernst Osthaus im Jahre 1911 im Hauptfenster über dem Eingang das Glasgemälde „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe“ von Jan Thorn Prikker einsetzen.

Erhalten blieb auch die von Stephany entworfene, zweischiffige Bahnsteighalle aus dem Jahre 1910, die bis auf drei sämtliche Bahnsteige überspannt. Sie wurde in den 1990er Jahren denkmalgerecht restauriert und ist ein bedeutendes Beispiel für die seit dem späten 19. Jahrhundert entwickelte Hallenkonstruktion in Stahlbauweise. In Westfalen und dem Ruhrgebiet ist sie die einzige erhaltene „klassische“ Bahnsteighalle und eine der wenigen ihrer Art in Deutschland. Bei den schweren anglo-amerikanischen Bombenangriffen auf Hagen im Zweiten Weltkrieg ist sie im Gegensatz zu vielen anderen Bahnhofshallen im Ruhrgebiet nicht zerstört worden.

Der Hauptbahnhof ist ein sogenannter „Trennungsbahnhof in Staffelbauweise“ mit Weichen und Überholgleisen an den beiden Hauptbahnsteigen in der Halle. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, bis zu vier (kurze) Züge gleichzeitig an einem Bahnsteig abzufertigen. Als Nachteil müssen die Reisenden mitunter lange Fußwege in Kauf nehmen.

Der Hagener Hauptbahnhof ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und Teil der Route der Industriekultur.

Sanierung des Hauptbahnhof Hagen[Bearbeiten]

Vom Herbst 2004 bis Ende Mai 2006 wurde das Innere des Bahnhofes für rund 1,2 Millionen Euro aufwändig restauriert, wie geplant vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. So erhielt die Bahnhofshalle mit der Rekonstruktion des Tonnengewölbes etwas ihres alten Glanzes zurück und Details wie etwa das Glasfenster Thorn Prikkers, von Tageslicht bestrahlt, sind wieder gut erkennbar.

Seit Oktober 2014 wird der Hauptbahnhof Hagen weiter saniert. Insgesamt sollen rund 300.000 Euro in die Sanierung des alten Gebäudes investiert werden. Die Sanierung findet sowohl innen als auch außen statt. Insgesamt durchqueren jeden Tag 25.000 bis 30.000 Reisende jeden Tag das Bahnhofsgebäude. Die gesamte Empfangshalle soll nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten rekonstruiert werden und ihre einst lichte, helle Gestalt wiederbekommen. In der Mitte der Halle wurde ein veraltetetes Lotto- und Tabakgeschäft abgerissen und durch einen DB-Informationsschalter für Reisende ersetzt. Auch der ehemalige Wartesaal im ausgezogenen Drogeriemarkt wurde teilweise wieder freigelegt, dabei wurde im hinteren Teil der Bahnhofshalle eine unter Denkmalschutz stehende großdimensionierte Bahnhofsuhr in eine „REWE to go“-Drogerie intigriert.[2] Auch die Unterführung zu den Gleisen soll sauberer und heller als zuvor werden. Zudem sollen die Bahnsteige besser den Einstiegshöhen der Züge angepasst werden.[3]

Weitere Bahnanlagen in Hagen[Bearbeiten]

Stellwerk Hagen Hpf

Im Bereich des Güterverkehrs sind die regionalen Aufgaben des unmittelbar nördlich an den Hauptbahnhof anschließenden örtlichen Rangierbahnhofes Hagen Gbf (Güterbahnhof) mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 auf den Rangierbahnhof Schwerte (Ruhr) übergegangen. Am 31. Juli 2005 wurde der zugehörige Containerbahnhof durch die Deutsche Bahn stillgelegt. Seine Aufgaben übernahm der Containerbahnhof in Wuppertal-Langerfeld. Seit September 2007 wird das Containerterminal von der Spedition Hangartner wieder für einen dreimal wöchentlich verkehrenden Zug zwischen Hagen und Verona genutzt.[4] In kurzer Entfernung (2,5 km Schienenweg) des Hauptbahnhofes liegt der Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle, der zurzeit umfassend ausgebaut und modernisiert wird.

Die Triebfahrzeuginstandhaltung im ebenfalls unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs gelegenen Werk Hagen-Eckesey wurde im Jahr 2004 eingestellt. Teilweise werden die Anlagen nun von der Güterwagenservicestelle Hagen-Eckesey genutzt. Ab Februar 2007 richtete Abellio Rail NRW in den Hallen der ehemaligen Schwerlastgruppe Hagen eine Werkstatt für ihre FLIRT-Triebwagen ein.

An der nördlichen Ausfahrt des Hauptbahnhofs befindet sich das Elektronische Stellwerk „Hpf“ der Bauart El S (SIMIS-C), das den Bahnverkehr im Hauptbahnhof steuert. Es wurde am 21. Mai 1995 in Betrieb genommen. In der 1. Baustufe umfasste der Stellbereich zusätzlich die Strecke von Ennepetal im Süden bis Abzweig Einhaus im Norden. 2003 wurde der Stellbereich bis Westhofen ausgedehnt, 2007 bis Holzwickede.

Bedienung[Bearbeiten]

Zur Zeit verkehren am Hagener Hauptbahnhof (März 2009):

Fernverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonenfernverkehr verkehren folgende Intercity- und Intercity-Express-Linien in Hagen Hauptbahnhof:

Linie Linienverlauf Takt
ICE 10 Berlin – Hannover – Bielefeld – Hamm (Westf)- Hagen – Wuppertal – Köln 60 min
ICE 31 Kiel – Hamburg – Münster (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln – Koblenz – Frankfurt (Main) Flughafen – Würzburg – Nürnberg – Regensburg einzelne Züge
Mannheim – Basel
ICE 42 Hamburg – Bremen – Dortmund – Hagen – Wuppertal - Solingen – Köln – Siegburg/Bonn – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München  einzelne Züge
ICE 43 Hannover – Hamm (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Basel  einzelne Züge
ICE 91 Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln – Koblenz – Frankfurt (Main) Flughafen – Würzburg – Nürnberg – Passau – Wien einzelne Züge
IC 31 Puttgarden/Kiel – Hamburg – Münster (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln – Koblenz – Frankfurt (Main) – Würzburg – Nürnberg – Passau 120 min
IC 55 Leipzig – Halle (Saale) – Braunschweig – Hannover – Hamm (Westf) – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln 120 min

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr wird Hagen Hauptbahnhof von den folgenden Regional-Express-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien angefahren. Die Museumsbahnen Ruhrtal und Teckel werden von der RuhrtalBahn Betriebsgesellschaft mbH im Linienverkehr betrieben. Außerdem besitzt die Linie S5 die Eigenschaft, dass sie ab Hagen stets als S8 weiterfährt. Dies gilt auch für einen stündlichen Kurs der S8, der ab Hagen weiter als S5 verkehrt.

Linie Linienverlauf Bemerkung
RE 4 Wupper-Express:
Aachen Hbf – Aachen Schanz – Aachen West – Herzogenrath – Übach-Palenberg – Geilenkirchen – Lindern – Hückelhoven-Baal – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Neuss Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal-Vohwinkel – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Barmen – Wuppertal-Oberbarmen – Schwelm – Ennepetal (Gevelsberg) – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
60 min
RE 7 Rhein-Münsterland-Express:
Rheine – Emsdetten – Greven – Münster Hbf – Münster-Hiltrup – Drensteinfurt – Hamm – Bönen – Unna – Holzwickede – Schwerte – Hagen Hbf – Ennepetal (Gevelsberg) – Schwelm – Wuppertal-Oberbarmen – Wuppertal Hbf – Solingen Hbf – Opladen – Köln Messe/Deutz – Köln Hbf – Dormagen – Neuss Hbf – Meerbusch-Osterath – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf
60 min
RE 13 Maas-Wupper-Express:
Venlo – Kaldenkirchen – Breyell – Boisheim – Dülken – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Neuss Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal-Vohwinkel – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Barmen – Wuppertal-Oberbarmen – Schwelm – Ennepetal (Gevelsberg) – Hagen Hbf – Schwerte (Ruhr) – Holzwickede – Unna – Bönen – Hamm (Westf)
60 min
RE 16 Ruhr-Sieg-Express:
Essen Hbf – Wattenscheid – Bochum Hbf – Witten Hbf – Wetter – Hagen Hbf – Hagen-Hohenlimburg – Letmathe hier Zugteilung, Zugteil 1: – Letmathe-Dechenhöhle – Iserlohn Zugteil 2: – Altena – Werdohl – Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt-Grevenbrück – Lennestadt-Altenhundem – Welschen Ennest – Kreuztal – Siegen-Weidenau – Siegen
60 min
RE 17 Sauerland-Express:
Hagen Hbf – Schwerte – Fröndenberg – Wickede – Neheim-Hüsten – Arnsberg – Oeventrop – Freienohl – Meschede – Bestwig – Olsberg – Brilon Wald – Bredelar – Marsberg – Westheim – Scherfede – Warburg – Hofgeismar – Kassel-Wilhelmshöhe (in Hessen als RE3)
60 min
RB 40 Ruhr-Lenne-Bahn:
Essen Hbf – Essen-Kray Süd – Wattenscheid – Bochum Hbf – Witten Hbf – Wetter – Hagen-Vorhalle – Hagen Hbf
60 min
RB 52 Volmetal-Bahn:
Dortmund Hauptbahnhof – Dortmund Signal-Iduna-Park – Dortmund Tierpark – Dortmund-Kirchhörde – Dortmund-Löttringhausen – Wittbräucke – Herdecke – Hagen Hauptbahnhof – Hagen-Oberhagen – Dahl – Rummenohl – Dahlerbrück – Schalksmühle – Brügge (Westf) – Lüdenscheid
60 min
RB 91 Ruhr-Sieg-Bahn:
Hagen Hbf – Hagen-Hohenlimburg – Letmathe hier Zugteilung, Zugteil 1: – Letmathe-Dechenhöhle – Iserlohn Zugteil 2: – Altena – Werdohl – Plettenberg – Finnentrop – Lennestadt-Grevenbrück – Lennestadt-Meggen – Lennestadt-Altenhundem – Kirchhundern – Welschen Ennest – Kreuztal-Littfeld – Eichen – Kreuztal – Siegen-Weidenau – Siegen
60 min
NRW S5.svg Dortmund Hbf – Dortmund-Barop – Dortmund-Kruckel – Witten-Annen Nord – Witten Hbf – Wetter (Ruhr) – Hagen-Vorhalle – Hagen Hbf 60 min
NRW S8.svg Hagen Hbf – Hagen-Wehringhausen – Hagen-Heubing – Hagen-Westerbauer – Gevelsberg-Knapp – Gevelsberg Hbf – Gevelsberg-Kipp – Gevelsberg West – Schwelm – Schwelm West – Wuppertal-Langerfeld – Wuppertal-Oberbarmen – Wuppertal-Barmen – Wuppertal-Unterbarmen – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Steinbeck – Wuppertal Zoologischer Garten – Wuppertal-Sonnborn – Wuppertal-Vohwinkel – Gruiten – Hochdahl-Millrath – Hochdahl – Erkrath – Düsseldorf-Gerresheim – Düsseldorf-Flingern – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf-Friedrichstadt – Düsseldorf-Bilk – Düsseldorf Völklinger Straße – Düsseldorf-Hamm – Neuss Rheinpark-Center – Neuss Am Kaiser – Neuss Hbf – Büttgen – Kleinenbroich – Korschenbroich – Mönchengladbach-Lürrip – Mönchengladbach Hbf 20/40 min
RB Ruhrtalbahn:
Hagen – Witten – Hattingen (Ruhr) Bochum-Dahlhausen
Fr+So 3 Zugpaare
RB Teckel:
Herdecke – HagenGevelsberg – Ennepetal-Kluterthöhle
1. So Mai-Okt 3 Zugpaare

Trivia[Bearbeiten]

Vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi wurde von der Deutschen Bahn die so genannte GOLDBahncard 25 ausgegeben, bei denen der Besitzer am Tag nach einem Gold für Deutschland gratis in Deutschland IC und ICE fahren durfte. Der dazugehörige Fernsehspot wurde in Hagen gedreht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hagen Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DB-Liste Bahnhofskategorien 2013 – Als PDF – 269 kB
  2. Minisupermarkt "REWE to go" im Hauptbahnhof eröffnet Hagen Online, 21. August 2014
  3. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 26. Oktober 2014: "350 000 Euro für Sanierung des Hagener Hauptbahnhofs"
  4. HANGARTNER MIT NEUER ZUGVERBINDUNG HAGEN ? VERONA ? HAGEN – 14. September 2007