Bestwig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bestwig
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bestwig hervorgehoben
Koordinaten: 51° 22′ N, 8° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Höhe: 319 m ü. NN
Fläche: 69,36 km²
Einwohner: 11.702 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59909
Vorwahlen: 02904/ 02905
Kfz-Kennzeichen: HSK
Gemeindeschlüssel: 05 9 58 008
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausplatz 1
59909 Bestwig
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ralf Péus (CDU)
Bestwig
Bestwig

Bestwig ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Hochsauerlandkreis.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Gemeinde Bestwig liegt im Norden des Hochsauerlandkreises und ist etwa 70 km² groß. Etwa 67% davon sind von Wald bedeckt. Der höchste Punkt ist der Bastenberg (745 m über NN), die tiefste Stelle liegt im Ruhrtal mit 280 m über NN.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Bestwig grenzt, im Uhrzeigersinn von Norden, an Rüthen, Olsberg, Winterberg, Schmallenberg, Meschede und Warstein.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die Gemeinde Bestwig besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Velmede (3.461 Einwohner). Velmede wurde erstmals im Jahre 1072 in einer Urkunde des Kloster Grafschaft erwähnt. Velmede ist neben Nuttlar damit der älteste noch existierende Ortsteil auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Bestwig. Die Gemeinde Velmede entstand bei der Aufteilung des Kirchspiels Velmede zwischen 1858 und 1871. Dieser Teil wurde im Jahr 1938 der Gemeinde Halbeswig angegliedert. Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung kam Velmede am 1. Januar 1975 zur neugebildeten Großgemeinde Bestwig.
  • Ramsbeck (2.047 Einwohner). Die Gemeinde Ramsbeck wurde in der Zeit zwischen 1858 und 1871 aus Teilen der Gemeinden Velmede, Gevelinghausen und Heringhausen und durch Eingemeindung von Berlar neu gebildet. Zum 1. Januar 1975 kam die Gemeinde bis auf 0,07 km², die an die neugebildete Stadt Olsberg abgegeben worden sind, zur neugebildeten Großgemeinde Bestwig. Siehe auch: Erzbergwerk Ramsbeck
  • Ostwig (1.655 Einwohner). Die Gemeinde Ostwig, zwischen 1858 und 1871 als Teil des ehemaligen Kirchspiels Velmede gegründet, kam am 1. Januar 1975 bis auf 0,14 km², die an die neugebildete Stadt Olsberg abgegeben worden sind, zur neugebildeten Großgemeinde Bestwig. Das Neubaugebiet "Westfeld" gehört zudem auch zu Ostwig. Siehe auch: Haus Ostwig
  • Nuttlar (1.671 Einwohner). Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nuttlar im Jahre 1072 und ist damit neben Velmede die älteste noch existierende Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Bestwig. Zwischen 1858 und 1871 wurde die Gemeinde Nuttlar als Teil des ehemaligen Kirchspiels Velmede neu gegründet.
  • Heringhausen (903 Einwohner). Die Gemeinde Heringhausen entstand zwischen 1858 und 1871 bei der Auflösung des alten Kirchspiels Velmede. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung kam Heringhausen zum 1. Januar 1975 bis auf 0,26 km², die an die neugebildete Stadt Olsberg abgegeben worden sind, zur Großgemeinde Bestwig.
  • Bestwig (1.334 Einwohner). Bestwig erscheint im 14. Jh. als Kleinweiler. Das Amt Bestwig wurde offiziell 1911 aus der Taufe gehoben, vorher hieß es Amt Eversberg. Aber bereits 1881 kommt die Verwaltung des Amtes Eversberg nach Bestwig. Bestwig wurde 1826 zusammen mit der Stadt Eversberg zur Samtgemeinde Eversberg. Um 1840 wird aus der damaligen Bürgermeisterei Eversberg und dem Kirchspiel Velmede gegründet. Im Kirchspiel Velmede entstanden von 1858 bis 1871 die Gemeinden Berlar, Gevelinghausen, Halbeswig, Heringhausen, Nuttlar, Ostwig und Velmede.
  • Berlar Verschwommen sind die Kenntnisse und die Gründung des Dorfes Berlar, seine Früh­geschichte und die anfängliche kirchliche Betreuung. Nach den Aufzeichnungen von Westfalens bedeutendem Historiker Seibertz soll das Dorf schon im 11. Jahrhundert ernannt sein, und zwar 1062 unter dem Namen Berklare.
  • Andreasberg (674 Einwohner). Das Dorf Andreasberg entstand in den Jahren 1854/55 als Bergarbeiterkolonie. Die Grube Aurora wurde unter dem Namen "Klingelborn" schon im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
  • Wasserfall (70 Einwohner). Der kleine Ort Wasserfall gehört mit seiner Höhenlage von 600 m ü. NN zu den am höchsten gelegenen Siedlungen des Sauerlandes. Hier liegt auch das Fort Fun Abenteuerland und die Plästerlegge der höchste natürliche Wasserfall in Nordrhein-Westfalen.

[Bearbeiten] Geschichte

Archäologische Funde aus der Bronzezeit bei Heringhausen sowie der Eisenzeit aus der Veledahöhle bei Velmede belegen die Anfänge der Besiedlung.

Die frühmittelalterliche Besiedlung bestand aus Weilern und Einzelhöfen. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage wurde Velmede von den Kölner Erzbischöfen zum Zentralort des Kirchspiels erhoben. Es ist anzunehmen, dass die Ortschaft im 10. Jahrhundert aus etwa sechs Höfen bestand. In einer Stiftungsurkunde der Benediktinerabtei Grafschaft wurden die Orte Nuttlar und Velmede 1072 erstmals erwähnt. Das an der Einmündung der Valme in die Ruhr gelegene Bestwig bestand im 14. Jahrhundert aus einem Doppelhof des Stifts Meschede und einem Hof des Klosters Grafschaft.

Das Gebiet bildete die sogenannte „Freigrafschaft“ Velmede und gehörte den Edelherrn vom Rüdenberg mit Sitz in der Nähe von Arnsberg. Im Jahre 1296 erwarb Graf Ludwig von Arnsberg die Hälfte der Freigrafschaft; die andere Hälfte ging an den Grafen von Waldeck. Seit 1368 gehörte das Gebiet zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen.

Bahnhof in Bestwig
Bahnhof in Bestwig

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Bestwig wurde im 19. Jahrhundert von zwei Entwicklungen entscheidend geprägt. Die eine war der Anschluss an die Eisenbahn. Dies führte ab 1870 zur Entwicklung des für das Sauerland bedeutenden Bahnhofs mit zahlreichen damit zusammenhängenden Arbeitsplätzen, vor allem auch im örtlichen Bahnbetriebswerk. Durch die Bahn nahm die Einwohnerzahl, insbesondere in Bestwig selbst, deutlich zu. Lebten 1864 nur 44 Einwohner in diesem Gebiet, nahm die Einwohnerzahl in der „Eisenbahngemeinde“ bis 1905 auf 625 zu. Die zweite war die Expansion des Ramsbecker Bergbaus in den 1850er Jahren. Über Jahrzehnte war dieser Betrieb das mit Abstand größte Unternehmen im gesamten Gebiet des heutigen Hochsauerlandkreises. Beide Entwicklungen unterschieden das Gebiet der heutigen Gemeinde Bestwig von anderen Teilen des oberen Sauerlandes. In weiten Teilen der heutigen Gemeinde Bestwig dominierte nicht die bäuerliche, sondern die Arbeiterbevölkerung.

[Bearbeiten] Verkehr

Aus der Geschichte Bestwigs ergibt sich die Bedeutung des Bahnhofs als Knotenpunkt zwischen 2 Strecken:

RE 17 Sauerland-Express Hagen Hbf - Schwerte - Fröndenberg - Neheim-Hüsten - Arnsberg - Meschede - Bestwig - Brilon Wald (- Willingen) - Marsberg - Warburg (- Hofgeismar - Grebenstein - Kassel Hbf - Kassel-Wilhelmshöhe)


RE 57 Dortmund-Sauerland-Express Dortmund Hbf - Fröndenberg - Neheim-Hüsten - Arnsberg - Meschede - Bestwig (- Brilon Wald - Willingen) - Siedlinghausen - Winterberg

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Die heutige Großgemeinde Bestwig entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 aus einer Reihe früher selbstständiger Orte (s.Stadtgliederung).

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Datum Einwohner
1987 ¹ 11.318
1990 11.571
1991 11.821
1992 11.912
1993 11.929
1994 11.938
1995 12.148
1996 12.281
1997 12.265
1998 12.107
1999 12.063
2000 12.013
Datum Einwohner
31. Dezember 2001 12.000
2002 11.908
2003 11.833
2004 11.773
31. Dezember 2005 11.812
30. Juni 2006 11.685

¹ Volkszählungsergebnis

(Quelle 1990-2006: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW)

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Rathaus in Bestwig
Rathaus in Bestwig

Der Rat der Gemeinde Bestwig hat 26 Mitglieder und setzt sich seit dem Zweiten Weltkrieg aus den Fraktionen von CDU und SPD zusammen. Einzige Ausnahme ist die Junge Liste Bestwig (JLB); eine Abspaltung junger Mitglieder der CDU Bestwig. Die JLB erzielte bei den Kommunalwahlen 1989 mit 21,5 % der Stimmen und zog mit 7 Mandaten in den Gemeinderat ein. Als Konsequenz aus dem Streit im konservativen Lager wurde schließlich Hans-Georg Meyer der erste sozialdemokratische Bürgermeister der Gemeinde Bestwig.

Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 26. September 2004

Partei / Gruppierung Sitze
CDU Bestwig 16 Sitze
SPD Bestwig 10 Sitze

[Bearbeiten] Bürgermeister

Nachdem der ab 1999 als Bürgermeister von Bestwig amtierende Christof Sommer (* 1965, CDU) in Lippstadt zum Bürgermeister gewählt worden war, wurde am 4. Dezember 2005 eine Neuwahl erforderlich. Dabei wurde Ralf Péus (* 1961, CDU) mit 52,3 % zum neuen Bürgermeister von Bestwig gewählt.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung:

In Silber ein blaues Andreaskreuz.

Beschreibung: Das Andreaskreuz im Wappen deutet auf den Patron der Velmeder Pfarrkirche, den Apostel Andreas, hin. Die Farben Silber und Blau repräsentieren die Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Arnsberg. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 25. Februar 1977.[1]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Gemeinde hat keine offizielle Partnerschaft, pflegt aber enge Kontakte zu den Gemeinden Niederorschel in Thüringen und Niederwiesa in Sachsen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Touristische Zentren der Gemeinde sind:

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Dagmar Schmidt (* 8. April 1948; † 9. November 2005), Politikerin (SPD), Lehrerin an der Realschule Bestwig

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 48 ISBN 3-87793-017-4

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge