Bahnhof Puttgarden

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Puttgarden
Inselbahn-fehmarn004.jpg
Bahnhof Puttgarden
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Fährbahnhof
Bahnsteiggleise 6, davon noch 2 in Betrieb
Abkürzung APU
IBNR 8000079
Lage
Stadt Fehmarn
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 30′ 6″ N, 11° 13′ 27″ O54.50166666666711.224166666667Koordinaten: 54° 30′ 6″ N, 11° 13′ 27″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Schleswig-Holstein
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Puttgarden ist ein Fährbahnhof im Verlauf der Vogelfluglinie auf der Insel Fehmarn. Er liegt zwischen dem gleichnamigen Ort Puttgarden und Marienleuchte.

Er dient vor allem den Bedürfnissen des internationalen Fernverkehrs, seit Wiedereinführung des Regionalverkehrs auf der Vogelfluglinie ist er allerdings auch wieder von regionaler Bedeutung für Fehmarn.

Betrieb und Geschichte[Bearbeiten]

1961 wurde in Puttgarden ein großer Fährbahnhof gebaut und 1963 zusammen mit der Fehmarnsundbrücke in Betrieb genommen, da die traditionelle Fährverbindung von Deutschland nach Dänemark zwischen Rostock-Warnemünde und Gedser zum damaligen Zeitpunkt jenseits des Eisernen Vorhangs lag und die provisorische Eisenbahnfähre Großenbrode–Gedser vom Bahnhof Großenbrode Kai nach Gedser eine zu geringe Kapazität hatte.

Eröffnet wurde der Fährbahnhof durch den dänischen König Frederik IX. und den damaligen Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke. Der Bahnhof hatte von Beginn an eine große Bedeutung, da ein großer Teil des schienengebundenen Güter- und Personenverkehrs von und nach Skandinavien über Puttgarden verschifft wurde. Hiervon zeugen noch heute die ausgedehnten und seit Einstellung des Güterverkehrs über die Vogelfluglinie fast komplett brachliegenden (Güter-)Gleisanlagen.

Ein EuroCity wird trajektiert.

Nach dem Bau der Brücke über den Großen Belt in Dänemark im Jahre 1998 fährt der Großteil der Züge aus wirtschaftlichen Gründen einen Umweg, um die langwierigen Zugtrennungen wegen der begrenzten Gleiskapazität auf den RoRo-Schiffen und die damit verbundenen Rangierarbeiten zu vermeiden. Dies betrifft vor allem den Güterverkehr zum Fährbahnhof Puttgarden, der zunächst teilweise und dann ganz eingestellt wurde. Zeitgleich zur Einstellung des Güterverkehrs wurde im Zeitraum von 1996 bis 1998 der Fährbahnhof durch die Reederei Scandlines grundlegend modernisiert.

Im Jahr 2007 wurde der Bahnhof erneut komplett modernisiert; es entstanden unter anderem ein ebenerdiger Zugang zu den noch genutzten Bahnsteiggleisen mit einer gläsernen, automatischen Ausgangstür und eine zeitgemäße WC-Anlage mit Behindertentoilette. Den vorläufigen Abschluss der Bauarbeiten bildete der Neubau des Bahnsteigs, bei welchem der Bahnsteig erheblich verkürzt, leicht angehoben und mit einer zeitgemäßen Beleuchtungs- und Lautsprecheranlage ausgestattet wurde.

Die früher lokbespannten EuroCity von Hamburg nach Kopenhagen wurden in den 1990er Jahren durch dreiteilige dänische MF-Triebzüge ersetzt, die ohne Einsatz von Rangierloks beliebig getrennt und vereinigt werden können. Seit Dezember 2007 werden die IC3 von ICE-Zugpaaren der deutschen Baureihe 605 (ICE-TD) ergänzt, die mehrmals täglich die Relation Kopenhagen–Hamburg bedienen; der Lauf eines Zugpaars ist verlängert bis Berlin .

Im August 2010 wurde in Burg auf Fehmarn der dortige Bahnhof wieder reaktiviert. Dieser trägt die Bezeichnung Fehmarn-Burg. Seit Dezember 2010 beginnen und enden die Intercity der Linie 31 nach Frankfurt am Main dort und fahren den Bahnhof Puttgarden nicht mehr an.[1]

Zukunft[Bearbeiten]

Nach Fertigstellung einer festen Fehmarnbelt-Querung wird der Fährbahnhof Puttgarden geschlossen. Ob ein Haltepunkt in Puttgarden bestehen bleibt, ist offen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Gleisanlagen Blickrichtung Burg mit Regionalbahn der Baureihe 628

Der Bahnhof besitzt insgesamt 22 Kilometer Gleise und 145 Weichen. Von den Bahnsteiggleisen sind aber nur zwei (noch) zugänglich (Stand: 2007). Die Züge fahren planmäßig wie folgt:

  • Gleis 2: Fern- und Regionalzüge von und nach Lübeck und Hamburg, sowie Dänemark
  • Gleis 3: Fernzüge von Dänemark nach Lübeck und Hamburg

Zwei weitere Bahnsteige mit je zwei Bahnsteigsgleisen sind außer Betrieb.

Außenbereich des Hafens
Fähre im Hafenbecken
Einfahrt ins Hafenbecken

Der sich dem Bahnhofsareal anschließende Hafen verfügt über vier Hafenbecken, davon zwei mit Anschluss für Landgangpassagiere. Lediglich das an Gleis 2 und 3 anschließende Becken wird noch benutzt, um Triebzüge und Eisenbahnwaggons zu trajektieren. In Puttgarden endet nach 1738 Kilometern die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee. Die Fährverbindung führt nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland, der dortige Fährbahnhof ist Rødby Færge Station.

Trotz der Brücke über den Großen Belt besitzt Puttgarden mit den Fähren der Scandlines nach wie vor ungebrochene Bedeutung als wichtigstes „Tor Deutschlands nach Skandinavien“.

Vom Fährbahnhof aus bestehen mehrere Omnibusverbindungen der Autokraft, unter anderem nach Burg auf Fehmarn.

Bedienung[Bearbeiten]

Linienbezeichnung Linienverlauf Takt
ICE/EC 75 (Berlin –) Hamburg – Lübeck – Puttgarden – Kopenhagen vierstündlich, in der Urlaubssaison zweistündlich
RB Lübeck  – Timmendorfer Strand – Oldenburg (Holst) – Fehmarn-Burg – Puttgarden zweistündlich

Trivia[Bearbeiten]

Filmisch wurde der Bahnhof Puttgarden zusammen mit dem Nord-Express in einem Tatort-Krimi mit dem Namen Kressin stoppt den Nordexpress verewigt. Die Hauptrolle als Zollfahnder Kressin hatte Sieghardt Rupp.

Außerdem wurden Teile des Films Zugvögel … Einmal nach Inari von Regisseur Peter Lichtefeld mit Joachim Król und Peter Lohmeyer in den Hauptrollen in Puttgarden gedreht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puttgarden Ferry Terminal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gleisplan der DB Netz AG (PDF-Datei, 749 kB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bahnnews.info/aktuelles/berdez10.htm#fehmarn