Banyang-Mbo-Naturschutzreservat

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Banyang-Mbo Naturschutzreservat
Banyang-Mbo-Naturschutzreservat (Kamerun)
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5.41666666666679.5833333333333Koordinaten: 5° 25′ 0″ N, 9° 35′ 0″ O
Lage: Sud-Ouest, Kamerun
Nächste Stadt: Nguti und Bangem
Fläche: 650 km²
Gründung: 12. März 1996
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Das Banyang-Mbo Naturschutzreservat ist ein Naturschutzreservat in der Region Sud-Ouest in Kamerun. Das Gebiet wurde 1996[1] von der Regierung unter Schutz gestellt, um elf gefährdete Arten zu schützen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Das Reservat ist Teil des Kongobeckens nahe dem Korup-Nationalpark. Das Gebiet erstreckt sich auf eine geschätzte Fläche von 650 km², die sich über die Breitengrade 5º 8’ bis 5º 34’ N und Längengrade 9º 30 bis 9º 47’ E erstreckt.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Banyang-Mbo wurde schon im Jahre 1932 als Waldreservat ausgewiesen. Erst am 12. März 1996 wurde das Gebiet schließlich zum ersten Naturschutzreservat Kameruns deklariert. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Reservat nur vor der kommerziellen Holzausbeutung geschützt. Von 1988 bis 1994 wurde das Gebiet als Teil des Korup Projekts (Projekt Code: 012-502-013) unter Federführung des Department For International Development (DFID) Bereich West and North Africa Department (WNAD) in Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society (WCS) verwaltet. Schließlich übernahm 1994 das Wildlife Conservation Society das alleinige Management, mit dem Ziel seine einzigartige Biodiversität zu erhalten. Gleichzeitig sollte ein kommunaler Umweltschutz implementiert werden, der es den ansässigen Bewohnern ermöglicht ihre Existenz zu sichern, ohne eine nachhaltige Nutzung des Gebietes zu gefährden.[4]

Flora[Bearbeiten]

Limbabaum
Maulbeerfeige

Die Flora ist geprägt von typischem tropischen Tieflandregenwald in Höhen zwischen 120 und 1760 Meter. Bei einer Zählung aus dem Jahre 2002 hat die WCS mindestens 8.460 Pflanzenarten erfasst. Die obere Stratifikationsschichten, die sogenannte Baumschicht, ist geprägt von Afrikanischem Padouk (Pterocarpus soyauxii), Limbabäumen (Terminalia superba), Buschmango (Irvingia gabonensis), Framire (Terminalia ivorensis) und Poga deosa. In der mittleren Schicht findet man Treculia obvoidea aus der Familie der Maulbeergewächse, Diogoa zenkeri aus der Familie der Erythropalaceae, Rauvolfia macrophylla aus der Familie der Hundsgiftgewächse, Lophira alata aus der Familie der Grätenblattgewächse und Stachyothyrsus stapfiana aus der Familie der Hülsenfrüchtler. In der unteren Schicht findet man Raphia hookeri, Cararium schweinfurthii, Santiria trimera, Berlinia bracteosa, Afzelia bipindensis, Gacrinia mannii und Gacrinia kola.

Fauna[Bearbeiten]

Bei der WCS Erhebung aus dem Jahr 2002 wurden 250 Säugetiere, davon 18 Primaten, im Schutzgebiet entdeckt. Außerdem wurden 140 verschiedene Reptilien und 190 unterschiedliche Amphibien gezählt.

Säugetiere[Bearbeiten]

Kronenmeerkatze
Große Rohrratte
Großfleck-Ginsterkatze

Zu den Primaten, die während der Erhebung gefunden wurden gehören die Kronenmeerkatze (Cercopithecus pogonias), der Anubispavian (Papio anubis), die Monameerkatze (Cercopithecus mona), die Große Weißnasenmeerkatze (Cercopithecus nictitans), die Rotnasenmeerkatze (Cercopithecus erythrotis), der Drill (Mandrillus leucophaeus), die Westliche Vollbartmeerkatze (Cercopithecus preussi), die Tantalus-Grünmeerkatze (Chlorocebus tantalus), der Potto (Perodicticus potto), die Grauwangenmangabe (Lophocebus albigena), der Gemeiner Schimpanse (Pan troglodytes), der Allen-Galago (Galago alleni) und der Demidoff-Galago (Galago demidoff).

Andere vorkommende Säugetiere sind:

Avifauna[Bearbeiten]

Schwarzhelm-Hornvogel
Riesen-Turaco
Hartlaubente
Graupapagei
Stahlflecktaube

Laut BirdLife International zählt das Banyang Mbo Wildlife Sanctuary zu den Important Birds Areas. In einer Erhebung von BirdLife aus dem Jahre 2000 wurden in dem Gebiet 322 Vogelarten registriert. Laut International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gelten die im Gebiet vorkommenden Weißkehltimalien als stark gefährdet (Endangered), die Buntkopf-Felshüpfer als gefährdet (Vulnerable) und die Graupapageien, die Goldhelm-Hornvögel, die Einfarbbülbüls, die Goldbauchbülbüls, die Weißschwanzsänger, die Crossley-Drosseln, die Graubrust-Nektarvögel als gering gefährdet (Near Threatened). Im Folgenden findet sich eine Liste von Vögeln, die aus der Erhebung aus dem Jahr 2000 stammt:[5]

Reptilien und Amphibien[Bearbeiten]

Neben den Säugetieren und Vögeln findet man im Gebiet Nilwarane (Varanus niloticus), Nördliche Felsenpythons (Python sebae), Nilkrokodile (Crocodylus niloticus), Gabunvipern (Bitis gabonica) und Jamesons Mambas (Dendroaspis jamesoni).

Bevölkerung und Probleme[Bearbeiten]

Brandrodung

Zu den vier größten ethnischen Gruppen gehören die Stämme der Banyang, der Mbo, der Bakossi und der Bassosi, die in 55 Dörfern um das Banyang-Mbo Naturschutzreservat herum wohnen. Sie beanspruchen Land im Reservat oder wollen es zur Jagd und Fischerei nutzen. Die Banyang betätigen sich als Bauern, Jäger und Sammler. Die Mbo hingegen sind vorwiegend Jäger und Sammler. Bakossi und Bassosi gehen dem gewerblichen Anbau von Kaffee und Kakao nach. Obwohl am 20. Januar 1994 ein verschärftes Gesetz unter der Nummer 24/01 zum Schutz von Wald, Wildtieren und Fischen erlassen wurde, steht dieses in starkem Kontrast zu den traditionellen Lebensweisen dieser Gruppen. So ist die illegale Jagd, auch auf geschützte Tiere ein großes Problem. Insbesondere der illegale Elfenbeinhandel bedroht die Elefantenpopulation in der Region.[6] Neben dem Elfenbein gefährdet der Bedarf an Buschfleisch einige Arten, da solches Fleisch auch höhere Preise auf den Märkten erzielt. Zur Jagd werden Gewehre, Drahtschlingen und spitzige Gegenstände, die den Elefanten schwächen und eine Blutsspur hinterlassen, so dass es dem Jäger leicht fällt, dem verletzten Tier zu folgen. Die Menschen sehen in der Jagd ein natürliches Recht, der sie schon seit je her nachgehen. Die erlegte Beute stellt auch oft einen wichtigen Bestandteil bei traditionellen Riten dar. Zudem ergibt sich ein weiteres Spannungsfeld bei Brandrodung von Waldflächen, um sich dadurch neue Anbaugebiete zu erschließen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Innocent Tchigio: Opportunities for Community-Based Wildlife Management: Case Study from the Korup Region, Cameroon. Cuvillier, 2007. ISBN 978-3-86727-239-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Database On Protected Areas The Banyang – Mbo Wildlife Sanctuary (englisch)
  2. Dissertation Samuel A. Abugiche Brandenburg University of Technology Impact of Hunting and Bushmeat Trade on Biodiversity Loss in Cameroon: A Case Study of the Banyang-Mbo Wildlife Sanctuary (englisch; PDF; 1,9 MB)
  3. Wildlife Conservation Society The Non-Timber forest products status in the Banyang-Mbo Wildlife Sanctuary: A survey of household use, options for adding value and economic viability (englisch)
  4. Opportunities for Community-Based Wildlife Management: Case Study from the Korup Region, Cameroon 3.3.5 Banyang-Mbo wildlife sanctury (englisch)
  5. BirdLife International IBA Factsheet CM017 Banyang Mbo Wildlife Sanctuary (englisch)
  6. The open earth project How poachers kill elephants in Banyang-Mbo Wildlife Sanctuary, Cameroon (englisch)