Belgische Küche

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Moules Frites, das belgische „Nationalgericht“

Die belgische Küche umfasst die verschiedenen Nationalküchen innerhalb des Bundesstaates Belgien, der sich aus den Regionen Wallonie, Brüssel und Flandern zusammensetzt. Da mit Vorliebe regionale und saisonale Zutaten verwendet werden, haben sich in den verschiedenen Landesteilen beachtliche regionale Unterschiede entwickelt. So werden die Speisekarten und die häusliche Küche an der Küste von Muscheln und Fischen geprägt, in den Ardennen dagegen von Wild.

Küche Flanderns[Bearbeiten]

Zur Kochtradition in Flandern existiert der Hauptartikel Flämische Küche.

Pommes frites[Bearbeiten]

Pommes frites sind sehr beliebt. Der beste Ort, um Pommes frites in Belgien zu genießen, ist eine Friture (Frituur in Flandern, Fritkot in Bruxellois, dem Brüsseler Dialekt bzw. Patois). Eine Friture ist eine provisorische Konstruktion, die an belebten Plätzen Belgiens strategisch günstig aufgestellt ist, aber auch eine spezielle Art von Restaurant in dem es überwiegend frittierte zubereitete Gerichte gibt. Pommes frites werden zu Hause eher selten zubereitet. Es hat Tradition, Pommes frites, die man zu Hause isst, direkt in der Friture „um die Ecke“ zu holen.

Belgisches Bier[Bearbeiten]

Hauptartikel: Belgisches Bier
Bière d'Orval mit zugehörigem Glas

Eine weitere Spezialität ist das belgische Bier. Es gibt es über 500 belgische Biere. Speisen mit typischen belgischen Abteibieren sind sehr beliebt. Obwohl Belgien ein recht kleines Land ist, gibt es doch eine große Zahl an Bieren, die in einer großen Bandbreite an Stilen erhältlich sind. Fast jedes einzelne Bier hat sein eigenes Trinkgefäß, normalerweise ein Glas, das unterschiedliche Formen haben kann. Unter den Abteibieren spielen die sechs durch oder unter Aufsicht von Trappistenmönchen erzeugten Trappistenbiere (Achel, Chimay, Orval, Leffe, Westvleteren und Rochefort) eine besondere Rolle. Es existieren eine Vielzahl von Spezialbieren wie Kriek (Kirschbier), Gueuze, Framboise (Himbeerbier), Hoegaarden, Faro, Lambic oder Aerts.

Belgischer Käse[Bearbeiten]

Außerdem produzieren die Bauern Belgiens eine große Zahl Käse, die besonders gerne nach dem Essen genossen werden wie beispielsweise Dessertkäse, Passendaele, Beauvoorde, Lo, Wijndendale, Herve, Abbaye de Floreffe, Maredsous, Damme, Abbaye d’Orval, Limburger, Ziegenkäse, Mandjeskäse, Ätte oder Buttermilchkäse.

Schokolade[Bearbeiten]

Belgische Schokolade und Pralinen (Auslage in einem Geschäft in Antwerpen)

Belgische Schokolade ist in der ganzen Welt bekannt. Ihren Ruf verdankt sie einer Tradition, die einer strengen Gesetzgebung hinsichtlich der Herstellung entspringt. So bleiben – selbst seit eine europäische Richtlinie die Verwendung von 5% pflanzlicher Fette außer der Kakaobutter zulässt – die meisten handwerklichen Schokoladefabrikanten dem Vorsatz „100% Kakaobutter“ treu. Zur Verteidigung dieser Qualität wurde ein „ambao“ genanntes Gütezeichen geschaffen.

Zu den bekanntesten belgischen Spezialitäten gehören die Pralinen. Erfunden wurden sie 1912 angeblich von Jean Neuhaus. Heute gibt es Hunderte verschiedener Sorten. Sie werden sogar in Familien geordnet: Da gibt es die Manons, diejenigen mit frischer Sahne, die Pralinen mit Krokant, Marzipan, Likör sowie die sogenannten Trüffel. Um ihnen ihre delikate Frische zu erhalten, wurde unter dem Namen „Ballotin“ eine Spezialverpackung patentiert.

Cuberdon[Bearbeiten]

Das Cuberdon ist eine geleeartige Süßigkeit, die wegen der gewissen Ähnlichkeit mit einer Nase in Flandern oft auch als "Neuzeke" (Näschen) bezeichnet wird.

Küche Brüssels und der Wallonie[Bearbeiten]

Als ein Nationalgericht gelten Moules frites. Hierbei handelt es sich um Miesmuscheln mit Pommes frites. Während die Küche der Privathaushalte eher deftig-rustikal ist, ist die gehobene Küche der Restaurants insbesondere in Brüssel und der Wallonie stark von der französischen Küche beeinflusst, mit der sie häufig auch qualitativ gleichgesetzt wird. Es gibt eine Redensart, die besagt, dass das Essen in Belgien in den Mengen, wie sie in Deutschland üblich seien, und mit der Qualität, wie man sie aus Frankreich kenne, serviert werde. Auch viele Supermärkte haben eine sehr große Auswahl an qualitativ hochwertigen Feinkostartikeln. Insbesondere Brüssel, das Sitz vieler europäischer Institutionen ist, beherbergt viele hochklassige und von diversen Gastronomieführern ausgezeichnete Gourmetrestaurants. Die Brüsseler Küche ist zusätzlich geprägt von den Kochkulturen der großen Einwanderergruppen, beispielsweise aus Afrika oder Vorderasien.

Typische Gerichte Brüssels und der Wallonie[Bearbeiten]

Salade liégeoise
  • Lapin (Kaninchen) à la Gueuze: in Bier geschmort. Gueuze ist ein natürlich fermeniertes belgisches Bier aus der Brüsseler Region.
  • Lapin aux Pruneaux: Kaninchen mit getrockneten Pflaumen aus der Gegend um Lüttich.
  • Vol au Vent: Hühnerfrikassee mit Blätterteig.
  • Rognons de veaux à la Liégoise: Kalbsnieren auf Lütticher Art, mit Wacholderbeeren und Wacholderschnaps (Genièvre oder Péquet genannt).
  • Faisan à la brabançone: Fasan auf Brabanter Art mit Chicoree.
  • Salade Liègeoise: nach der Stadt Lüttich benannter Salat aus Kartoffeln, feinen Prinzessbohnen, Knoblauch und optional Ardenner Schinken.
  • Gratin au Chicons: manchmal auch mit Schinken umwickelter überbackener Chicoree.
  • Moules-frites: Miesmuscheln in Gemüse und im eigenen Sud gegart, als Beilage Pommes Frites.
  • Moules parquées: Rohe Muscheln die wie Austern mit Zitrone oder mit Schalottensauce serviert werden.
  • Moules à l'escargot: Miesmuscheln mit Knoblauch-Kräuter-Butter überbacken, meist im Dutzend in den Muschelschalen serviert
  • Filet américain: Rindertartar mit Kapern, Schalotten, Worcestersauce, Mayonnaise, Salz und Pfeffer abgeschmeckt, als Beilage Pommes Frites.
  • Tomates crevettes frites: Mit Nordseegarnelen und Mayonnaise gefüllte, ausgehöhlte Tomaten, als Beilage Pommes Frites.
  • Dame blanche: Vanilleeis mit heißer Schokoladensauce und Schlagsahne.
  • Reisfladen: Ein dünner Hefeteigboden mit Milchreis gefüllt.
  • Craquelin: Ein Hefeteig, mit eingewirktem Hagelzucker.
  • Cramique: Ein in Kastenform gebackener Hefeteig, mit eingewirktem Hagelzucker und Rosinen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cuisine of Belgium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien