Bulgarische Küche

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Schkembe tschorba, bulgarische Kuttelsuppe

Die zur Balkanküche zählende Bulgarische Küche basiert auf dem in der Donauebene angebauten Getreide, vor allem Weizen und Mais, im Süden des Landes auch auf Reis. Wie die Küchen anderer Länder der Balkanhalbinsel war die bulgarische Küche über Jahrhunderte orientalischen und mediterranen Einflüssen ausgesetzt. Ein typisch bulgarisches Frühstück ist Baniza mit Boza.

Bei der Viehzucht spielen Rinder und Schweine die wichtigste Rolle, außerdem gibt es Wasserbüffel und Wild. Die bedeutendste Obstsorte ist die Aprikose. Ferner wachsen hier Mandelbäume, Walnüsse, Esskastanien, Erdnüsse und Feigen.

Landestypische Gerichte[Bearbeiten]

Sehr verbreitet sind Eintopfgerichte mit oder ohne Fleischeinlage. Im Winter dienen Kraut, Sauerkraut, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, aber auch Pflaumen, getrocknete Aprikosen und Kastanien als Zutaten. Im Frühling verwendet man eher Zwiebeln, Knoblauch, Spinat, Erbsen und anderes Gemüse der Saison. Während im Winter das Fleisch älterer Tiere wie Hammel auf dem Speisezettel steht, isst man traditionell im Frühjahr Jungtiere wie Lamm. Im Gegensatz zu Nachbarländern ist dies jedoch immer mehr auf das private Essen zu Hause beschränkt. Eine Kombination von Lamm mit Wintergemüse gilt als unpassend.

Die traditionelle Saison für Lammgerichte beginnt im April am Georgstag.

Sonnenblumenöl dominiert heute als Speisefett, während früher auch Walnussöl und Sesamöl verwendet wurden. Für manche Gerichte wird Schmalz oder Butter benutzt, allgemein meidet man tierische Fette eher und befreit in den meisten Haushalten das Fleisch vor der Zubereitung gründlich von Fett.

In den größeren Städten Bulgariens gibt es auch bulgarische Fast-Food-Ketten, die traditionelle Gerichte anbieten.

Vorspeisen[Bearbeiten]

Fischspezialitäten[Bearbeiten]

Frische Sprotte (bulgarisch: Цаца, Zaza), dazu Bier, ist eine beliebte Vorspeise am Schwarzen Meer

Backwaren[Bearbeiten]

Eintöpfe[Bearbeiten]

  • Gjuwetsche ist ein traditionelles Gericht der bulgarischen Küche, das in speziellen Tontöpfen zubereitet wird. Die Möglichkeit, in diesem Gericht Überbleibsel anderer Speisen zu verwerten, sorgt dafür, dass diese Speise auch heute noch beliebt ist und in den meisten bulgarischen Restaurants auf der Speisekarte steht.
  • Seit dem 16. Jahrhundert sorgt man durch Hinzufügung von Chili für die rote Färbung vieler Gerichte. Ein bekanntes rotes Eintopfgericht heißt jahnija.
  • Grah (грах) oder Fasul (фасул) – ein Bohneneintopf mit Fleisch

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Gefüllte Paprika (bulgarisch: Palneni tschuschki)
  • Sarma (Krautroulade)
  • Ljuteniza – Paste aus Paprika, Auberginen und Tomaten
  • Der bulgarische Joghurt. Zu den bevorzugten Nahrungsmitteln gehört Joghurt. Der bulgarische Joghurt ist durch seine einzigartige Bakterienkultur Lactobacillus bulgaricus weltbekannt. Etwa zwei Drittel der produzierten Milch werden zu diesem Milchprodukt verarbeitet. Als besondere Spezialitäten gelten Joghurt aus Schafsmilch oder Büffelmilch. Bereits um 700 wurde auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien Milch fermentiert, um katuk herzustellen, ein gesäuertes Milcherzeugnis, das lange haltbar ist.
  • Büffel-Joghurt, vor allem zum Nachtisch mit Honig, oder Heidelbeeren-Konfitüre

Käse[Bearbeiten]

  • Sirene, der allseits beliebte weiße Käse, fehlt bei fast keinem bulgarischen Gericht.
  • Kaschkawal
  • Wasserbüffel-Käse

Getränke[Bearbeiten]

Weine (wino, Pl. wina)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Weinbau in Bulgarien

Biersorten[Bearbeiten]

In Bulgarien gibt es neben einer Vielzahl an importierten internationalen Marken auch eine Reihe von heimischen Bieren. Außerdem werden viele Markenbiere im Lizenzverfahren in Bulgarien hergestellt (z.B. Becks, Heineken)

Liköre und Schnäpse[Bearbeiten]

Rakija[Bearbeiten]

Rakija ist in Bulgarien das Nationalgetränk:

Weitere[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food, 2nd ed. Oxford 2006, Artikel Bulgaria, S. 112 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Bulgarische Rezepte und Infos zur Esskultur