Bentley State Limousine

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Bentley
Queenauto.jpg
State Limousine
Produktionszeitraum: 2000–2002
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Pullman-Limousine
Motoren: Ottomotor:
6,7 Liter (298 kW)
Länge: 6220 mm
Breite: 2000 mm
Höhe: 1770 mm
Radstand: 3844 mm
Leergewicht: 3390 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Die Bentley State Limousine ist die Staatskarosse der britischen Königin Elisabeth II., von der zwei Exemplare vom Autohersteller Bentley, einer Volkswagen-Marke, hergestellt wurden. Ein Exemplar bekam Elisabeth II am 4. Juni 2002 anlässlich ihres goldenen Thronjubiläums von Franz-Josef Paefgen, dem CEO von Bentley, in Windsor Castle übergeben und nutzte es auf der Jungfernfahrt zur St Paul’s Cathedral. Es ist Bentleys erste Staatskarosse und war genauso wie die erste Staatskarosse von Rolls-Royce, dem Rolls-Royce Phantom IV, ein Geschenk an das britische Königshaus.[1] Das zweite Exemplar wird als Ersatzfahrzeug vorgehalten. Der Wert der Fahrzeuge liegt bei je etwa 11 Millionen Euro.[2]

Technik[Bearbeiten]

Die über vier Gänge verfügende[3] Bentley State Limousine basiert auf dem Bentley Arnage,[4] ist aber länger, breiter und höher. Der V8-Twinturbomotor mit einem Hubraum von 6,75 Liter entwickelt eine maximale Motorleistung von 298 kW und ein maximales Drehmoment von 835 Nm. Anstatt der bei Bentley genutzten Kühlerfigur „Flying B“ wird eine austauschbare Skulptur genutzt, die nur aufgesteckt wird, wenn die Königin den Wagen nutzt. Die Skulptur des Heiligen Georg wird gegen einen stehenden Löwen ausgetauscht, wenn der Wagen in Schottland unterwegs ist.

Beide Exemplare sollten bis 2012 zu Flexible-Fuel-Fahrzeugen umgerüstet werden.[2]

Gestaltung[Bearbeiten]

Die Rückbank, auf der die Queen unter der Panoramascheibe sitzt

Im unteren Bereich bis kurz unter die Fensterlinie sind die Wagen weinrot und oberhalb schwarz lackiert. Auf den hinteren Türen befinden sich kleine Embleme der Königin. Die beiden produzierten Exemplare verfügen über Glasdächer. Diese können im hinteren Bereich mit blickdichten, schwarzen Abdeckungen verdeckt werden und lassen dann nur noch ein kleines Heckfenster mit runden Ecken frei. Wenn die Abdeckungen nicht genutzt werden, können sie im Kofferraum gelagert werden.[1] Neben den vier festen Sitzplätzen gibt es noch zwei klappbare Sitze entgegen der Fahrtrichtung hinter der Trennwand zum Fahrerraum.

Das Projekt lief seit 2000 unter dem Namen Project Diamond. Die handgefertigten Fahrzeuge, die bei Paraden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 km/h fahren, sind auf eine Lebensdauer von 25 Jahren oder 125.000 Meilen ausgelegt.[5] Eine Anforderung des Königshauses an die Entwickler war, dass die Fenster wenig getönt sind, um die Königin für das Volk sichtbar zu transportieren. Anders als bei anderen Staatslimousinen können die Fenster vollständig versenkt werden. Diese Funktion wird von der Königin auch genutzt. Die hinteren Türen sind hinten angeschlagene „Selbstmördertüren“, die den Ausstieg auch mit Kopfbedeckung erleichtern sollen.[3]

Beide Exemplare auf dem „Long Walk“ der Windsor Great Park. An der Kühlerfigur und dem Dach-Emblem ist zu erkennen, dass die Königin im vorderen Wagen sitzt

Nutzung[Bearbeiten]

Eingesetzt werden die Fahrzeuge hauptsächlich für offizielle Anlässe der Königin und werden dabei von Sicherheitsfahrzeugen begleitet. Sie verfügen über keine KFZ-Kennzeichen. Der Fahrer der Königin ist Joe Last. Auch einige adelige Staatsgäste der Königin, wie der saudische König Abdullah, wurden mit den Wagen befördert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 2002 Bentley State Limousine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b rrab.com: Bentley Golden Jubilee (2002) (englisch)
  2. a b Ray Massey: Queen goes green as her £10million Bentleys are converted to run on biofuel, Daily Mail, 1. Januar 2009 (englisch)
  3. a b Christoph M. Schwarzer: Cool Britannia: Bentley State Limousine. In: Stern, 29. Mai 2002
  4. Bericht von Exclusive-Life
  5. Das Bentley Magazine vom Herbst 2002 (S. 16/17)