Dennis Hopper

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Dennis Hopper 2008
Dennis Hopper (links) mit Jack Nicholson bei den 62. Academy Awards 1990

Dennis Lee Hopper (* 17. Mai 1936 in Dodge City, Kansas; † 29. Mai 2010[1] in Venice, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur.

Leben[Bearbeiten]

Dennis Hopper wuchs auf einer Farm in Dodge City, Kansas auf, bevor er mit seinen Eltern nach San Diego zog.

Er war insgesamt fünfmal verheiratet:

Er hat vier Kinder von vier verschiedenen Frauen. Im Januar 2010 reichte Hopper die Scheidung von Duffy ein.

Hopper starb in seinem Haus in Venice an den Folgen von Prostatakrebs.[1][2] Er wurde in Taos, New Mexico, beerdigt.[3] In diesem Ort und Umgebung entstanden weite Teile des Films Easy Rider.

Filmschauspieler und -regisseur[Bearbeiten]

In San Diego ermutigte ihn die Schauspielerin Dorothy McGuire Mitte der 1950er Jahre, nach Hollywood zu gehen und sein Glück im Filmgeschäft zu suchen.

Nach einigen Auftritten im Fernsehen wurde er von Warner Brothers unter Vertrag genommen. Zwei seiner ersten Filmrollen hatte er in den James-Dean-Klassikern …  denn sie wissen nicht, was sie tun und Giganten. Dean zählte auch privat zu seinen Freunden; sie beide verband die Leidenschaft für schnelle Autos und Motorräder. Da Hopper jedoch als stur und unbelehrbar galt, wurden ihm kaum Hauptrollen angeboten. Er besuchte die Lee-Strasberg-Schule The Actors Studio und trat in einigen Western in Nebenrollen auf. Über den B-Movie-Regisseur Roger Corman lernte er Peter Fonda kennen und freundete sich mit ihm an.

1969 drehten die beiden für 400.000 US-Dollar das Roadmovie Easy Rider. Der Film wurde zum Kulthit der Hippie-Bewegung und schließlich zur Legende, ebenso wie der berühmte Titelsong Born to Be Wild. Der Grund dafür war vor allem, dass er sich grundlegend von allem unterschied, was man je zuvor im Kino gesehen hatte. Easy Rider passte in kein Schema, wirkte nicht angestaubt, sondern frisch – New Hollywood war geboren und hatte mit Dennis Hopper, Peter Fonda und Jack Nicholson drei seiner ersten Helden gefunden.

Hopper galt weiterhin als Exzentriker und mit seiner nächsten Regiearbeit The Last Movie gewann er 1971 den Kritikerpreis als bester Film bei den Filmfestspielen in Venedig. Doch in Hollywood erntete Hopper durchgehend schlechte Kritiken. Da er durch seine Eigenwilligkeit in Konflikt mit den meisten Regisseuren geriet, stand er lange Zeit auf einer so genannten Schwarzen Liste. In den 1970er und 1980er Jahren hatte er aus diesem Grund fast keine kommerziellen Erfolge, mit Ausnahme seiner Nebenrolle als Journalist im preisgekrönten Meilenstein der New-Hollywood-Ära Apocalypse Now (1979). Er drehte viel in Europa und arbeitete u.  a. mit dem deutschen Regisseur Roland Klick für den Film White Star zusammen. Wim Wenders holte ihn für Der amerikanische Freund neben u. a. Bruno Ganz und Lisa Kreuzer vor die Kamera.

1986 erregte Hopper Aufsehen in der Rolle eines Sadisten in David Lynchs Blue Velvet. 1988 erreichte er mit seiner Regiearbeit Colors – Farben der Gewalt erstmals seit Easy Rider wieder ein breiteres Publikum. Nach einem längeren Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung wegen seines hohen Drogen- und Alkoholkonsums zog er von Texas, wo er zu der Zeit lebte, nach Los Angeles zurück und war in den Folgejahren in mehreren Hollywoodproduktionen zu sehen – meist in Nebenrollen.

Einer seiner bekanntesten Filme aus den 1990er Jahren ist Speed, in dem er den psychopathischen Verbrecher Howard Payne spielt, der einen Bus in die Luft jagen will. Doch das ist nur eines von fast 50 Projekten, an denen Hopper in den 1990er Jahren mitwirkte. Insgesamt hat er über 140 Filme gedreht.

Der deutsche Synchronsprecher von Hopper war seit 1976 Joachim Kerzel.

Fotografie und Malerei[Bearbeiten]

Zwei seiner größten Leidenschaften neben der Schauspielerei waren die Fotografie und die Malerei. Seine Werke wurden weltweit ausgestellt. Seine Fotografien aus der Zeit von 1961 bis 1967 wurden unter dem Titel Dennis Hopper: The Lost Album im Herbst 2012 im Martin-Gropius-Bau in Berlin ausgestellt. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, die Hopper an verschiedenen Orten in den USA machte. Sie zeigen Alltagssituationen als auch Prominente der 1960er Jahre, wie z.B. Paul Newman, Phil Spector, Jane Fonda, Ike & Tina Turner, Andy Warhol und Martin Luther King auf dem Marsch von Selma nach Montgomery. Teilweise waren die Fotografien bereits in Zeitschriften wie Vogue oder Artforum veröffentlicht worden.[4]

Dem bildenden Künstler Dennis Hopper widmete das Museum of Contemporary Art, Los Angeles (MOCA) 2010 eine Ausstellung: „Dennis Hopper: Double Standard“.[5] Die Ausstellung wurde von Julian Schnabel kuratiert, der Hopper sein künstlerisches Vorbild nennt. Zudem war Hopper Kunstsammler.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Hopper war 1970 und 1987 für den Oscar nominiert, erst in der Kategorie Best Writing, Story and Screenplay Based on Material Not Previously Published or Produced für Easy Rider, dann als bester Nebendarsteller für seine Rolle in Freiwurf.
  • 1995 erhielt er für seine Rolle des Bösewichts in Speed einen MTV Movie Award. Im gleichen Jahre wurde er mit der Goldenen Himbeere für seine Darstellung in Waterworld ausgezeichnet.
  • Am 26. März 2010 wurde Hopper mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Film (6712 Hollywood Boulevard) geehrt.[6]

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

als Schauspieler[Bearbeiten]

als Regisseur[Bearbeiten]

Fotoausstellung[Bearbeiten]

  • 2012: The Lost Album, Martin-Gropius-Bau, Berlin (gleichnamige Buch-Publikation im Prestel Verlag (26. September 2012))

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom Folsom: Dennis Hopper. Die Biografie. Karl Blessing, München 2013, ISBN 978-3-89667-497-5. (Mit 14 Schwarz-Weiß-Bildern)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dennis Hopper – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ein junger Wilder bis zuletzt. sueddeutsche.de, 29. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2010.
  2. US-Schauspieler Dennis Hopper ist tot. Spiegel-Online, 29. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2010.
  3. Bye bye, Dennis Hopper. n-tv, 3. Juni 2010, abgerufen am 6. Juni 2010.
  4. "Ich war ein Hippie"; Artikel von Andreas Hartmann in taz, die tageszeitung; Ausgabe 26.September 2012
  5. DENNIS HOPPER DOUBLE STANDARD. MOCA.org, 10. Juli 2010, abgerufen am 10. Juli 2010.
  6. With Jack Nicholson looking on, a beaming Dennis Hopper joins the Hollywood Walk of Fame. L. A. Times, 26. März 2010, abgerufen am 6. Juni 2010.