Christian Carion

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Christian Carion (* 4. Januar 1963 in Cambrai) ist ein französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

Biografie[Bearbeiten]

Christian Carion wurde 1963 als Sohn zweier Landwirte in Cambrai, im französischen Département Nord geboren. Im Alter von dreizehn Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für das Kino. Nach einem klassischen französischen Abitur (Baccalauréat classique), studierte er auf Wunsch seiner Eltern an einer Ingenieursschule des Agrarministeriums. Neben dem Studium begann er mit einer Videokamera zu hantieren und zunächst Filme ohne großes Interesse zu verwirklichen. Dies änderte sich jedoch, als er die Bekanntschaft mit dem französischen Filmproduzenten Christophe Rossignon machte, der das Talent von Carion erkannte und förderte.

Neben seiner Arbeit für das Agrarministerium drehte Carion drei Kurzfilme, darunter Monsieur le député, in dem auch Christophe Rossignon als Darsteller zu sehen war. 2001 verwirklichte Christian Carion zusammen mit Rossignon seinen ersten Langspielfilm. In Eine Schwalbe macht den Sommer entscheidet sich Sandrine, eine 30-jährige Büroangestellte aus Paris, das hektische Leben der Großstadt aufzugeben und sich den Traum von einem einsamen Bauernhof im Südosten Frankreichs zu erfüllen. Die Tragikomödie mit Mathilde Seigner und Michel Serrault in den Hauptrollen zog 2,4 Millionen Besucher in die französischen Kinos und brachte Carion Lob seitens der Kritiker ein. Ein Jahr später wurde er für den renommierten französischen Filmpreis César in der Kategorie Bestes Erstlingswerk nominiert.

Nach dem Erfolg von Eine Schwalbe macht den Sommer wagte sich der Regisseur an ein größeres Projekt heran, dass er schon im Jahre 1993 erwogen hatte. In der Großproduktion Merry Christmas verfilmte Carion 2005 aufwendig den Weihnachtsfrieden der sich unter anderem in seiner Heimatregion während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) zutrug. Die märchenhaft anmutende Verfilmung um einen nicht autorisierten Waffenstillstand zwischen deutschen, schottischen und französischen Soldaten am 24. Dezember 1914, feierte seine Premiere am 16. Mai 2005 auf den Filmfestspielen von Cannes. Die etwa 22 Millionen Euro teure deutsch-französische Koproduktion mit Benno Fürmann, Diane Kruger, Guillaume Canet und Daniel Brühl in den Hauptrollen, konnte bei ihrer Veröffentlichung auf Anhieb Platz 1 der französischen Kinocharts erobern und wurde im Jahre 2006 für den Oscar, den Golden Globe und den British Academy Film Award als bester fremdsprachiger Film sowie sechs Mal für den César nominiert. Außerhalb Frankreichs galt Carions Inszenierung zwar als authentisch, wurde jedoch weitestgehend als altmodisch, klischeebeladen und kitschig interpretiert.

Carion agierte in seinen Werken Eine Schwalbe im Sommer und Merry Christmas auch in Nebenrollen vor der Kamera. 2006 erhielt er einen kleinen Part in Guillaume Canets Drama Kein Sterbenswort. Carion wiederum setzte Canet gemeinsam mit Diane Kruger und Willem Dafoe in seinem Thriller L’affaire Farewell (2009) ein, mit dem er jedoch nicht an seine vorangegangenen Erfolge anknüpfen konnte.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar[Bearbeiten]

  • 2006: nominiert in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für Merry Christmas

British Academy Film Award[Bearbeiten]

  • 2006: nominiert in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film für Merry Christmas

César[Bearbeiten]

  • 2002: nominiert in der Kategorie Bestes Erstlingswerk für Eine Schwalbe macht den Sommer
  • 2006: nominiert in den Kategorien Bester Film und Bestes Original-Drehbuch für Merry Christmas

Weitere[Bearbeiten]

Gilde des deutschen Arthauskinos

  • 2003: Filmpreis in Gold für Eine Schwalbe macht den Sommer

Palm Springs International Film Festival

  • 2003: John-Schlesinger-Preis für Eine Schwalbe macht den Sommer

Weblinks[Bearbeiten]