Christkind
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Christkind ist eine christliche Symbolfigur des Weihnachtsfestes die auf Weihnachtsspiele zurückgeht, in denen die Christkinder zur Krippe zogen und dem Jesuskind Geschenke darbrachten. Daher rührt auch, dass das Christkind traditionell als Mädchen oder als Engel dargestellt wird. Nicht identisch ist das Christkind mit dem neugeborenen Christus, dem Christuskind. Dies ist die figürliche Darstellung des neugeborenen Christus. Aufgrund der Namensähnlichkeit kommt es gelegentlich auch zu einer Vermischung beider Gestalten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das Christkind in seiner Funktion als Gabenbringer ist ursprünglich eine Erfindung von Martin Luther. Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag (6. Dezember) oder am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) beschenkt; die Bescherung am Heiligabend bzw. am ersten Weihnachtsfeiertag, wie sie heute üblich ist, gab es damals noch nicht. Die Protestanten lehnten jedoch die katholischen Heiligen ab. Ein Problem war hierbei der Brauch des Schenkens am Nikolaustag, von dem auch die Protestanten nicht abrücken wollten. Luther ersetzte deshalb den Nikolaus durch das elsässische Christkind, das am 25. Dezember Geschenke verteilt. Bis 1900 war bei Katholiken das Schenken am Nikolaustag üblich. Erst danach setzte sich das „evangelische“ Christkind zusammen mit Adventskranz und Weihnachtsbaum auch bei Katholiken durch. Gerade im protestantisch geprägten Norden Deutschlands wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Christkind zunehmend vom Weihnachtsmann, der auf den amerikanischen Santa Claus zurückgeht, verdrängt.
[Bearbeiten] Heutige Bedeutung
Das Christkind ist heute, wie der Weihnachtsmann oder der Nikolaus, eine Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens. Es kommt im Allgemeinen ungesehen am Heiligabend oder in manchen Regionen auch in der Nacht zum 25. Dezember in die Häuser und bringt die Weihnachtsgeschenke. So wird es den kleinen Kindern erzählt. Dabei ist es meist von einem elfenhaften durchsichtigen Blätter- und Sternennebel umgeben. Früher kam oft eine engelsgleiche Christkind-Darstellerin zur Bescherung in die Familien und mancherorts besteht dieser Brauch auch heute noch. In den letzten Jahren wurde das Christkind immer mehr zu Werbezwecken verwendet, besonders oft als Mädchen mit blondem Haar und blauen Augen.
[Bearbeiten] Kinderpost ans Christkind
Viele Kinder schicken in der Vorweihnachtszeit Briefe mit Wünschen an das Christkind. Diese werden, besonders im österreichischen Ort Christkindl, in extra eingerichteten Weihnachtspostämtern gesammelt und zumeist auch beantwortet.
[Bearbeiten] Nürnberger Christkind
Anlässlich des Nürnberger Christkindlesmarktes wird seit vierzig Jahren alle zwei Jahre eine junge Frau aus der Stadt, die mindestens sechzehn Jahre alt sein muss, zum Christkind gewählt. Im Kostüm eröffnet diese den Christkindlesmarkt in der Stadt und reist anschließend durch Franken, um Weihnachts- und Adventsveranstaltungen zu besuchen. In der Nürnberger Kostümdarstellung ist das Christkind eine junge Frau mit blondgelockten Haaren, einer Krone und einem weiß-goldenen engelsgleichen Kleid.
[Bearbeiten] Analoge Bezeichnung
Umgangssprachlich bezeichnet man auch Personen als Christkinder, die am 24./25.12. Geburtstag haben.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- http://www.christkindlesmarkt.de - Nürnberger Christkind
- http://www.pro-christkind.at - Verein zur Förderung der Tradition des Christkinds
- http://www.christkindl.at/ - Postamt Christkindl

