Conrad Ahlers

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Ahlers 1974

Conrad Ahlers (* 8. November 1922 in Hamburg; † 18. Dezember 1980 in Bonn) war ein deutscher Journalist und Politiker (SPD).

Leben[Bearbeiten]

Conrad Ahlers, Sohn eines Exportkaufmanns und einer Pastorentochter, war nach seinem Abitur am Heinrich-Hertz-Gymnasium 1941 Soldat im Zweiten Weltkrieg, eingesetzt bei der 1. Fallschirmjäger-Division, zuletzt als Ordonnanzoffizier (Leutnant) der III. Abteilung. Er wurde an der Ostfront und 1943 bis 1945 in Italien (unter anderem bei der Schlacht um Monte Cassino) eingesetzt. Nach 1945 studierte er Volkswirtschaft an der Universität Hamburg. Ab 1947 arbeitete er als Journalist, von 1948 bis 1949 in London beim Deutschen Dienst der BBC.[1]

Conrad Ahlers war 1947 Mitbegründer der Jungen Union. 1949 wurde er Redakteur beim Sonntagsblatt. 1951 wechselte Ahlers als Chef vom Dienst zum Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. 1952 wurde er Pressereferent in der Dienststelle von Theodor Blank, dem Amt Blank.[2]

1954 ging er als außenpolitischer Redakteur zur Tageszeitung Die Welt, wurde 1957 Bonner Korrespondent für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, 1959 innenpolitischer Redakteur der Frankfurter Rundschau und 1962 stellvertretender Chefredakteur des Spiegel. Am 27. Oktober 1962 wurde Ahlers im Zuge der Spiegel-Affäre, die durch seinen Artikel Bedingt abwehrbereit ausgelöst wurde, auf Veranlassung des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß zusammen mit seiner Frau im Urlaub von der spanischen Polizei inhaftiert. Strauß musste nach Bekanntwerden seiner Verwicklung in die Affäre und dem Rücktritt aller fünf FDP-Minister von seinem Amt zurücktreten. Im Dezember 1962 wurde Ahlers aus der Haft entlassen. Am 13. Mai 1965 wurde das Verfahren des Vorwurfs des Geheimnisverrats durch den Bundesgerichtshof als unbegründet eingestellt.

1968 trat Ahlers der SPD bei. In der Regierungszeit des Bundeskanzlers Willy Brandt war er von 1969 bis 1972 als beamteter Staatssekretär Regierungssprecher und Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, dessen stellvertretender Leiter er zuvor in der großen Koalition von 1966 bis 1969 gewesen war.

Vom 13. Dezember 1972 bis 7. März 1980 war Ahlers für Rheinland-Pfalz im Wahlkreis Bad Kreuznach/Birkenfeld zwei Wahlperioden lang Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag; dort gehörte Ahlers, selbst Major der Reserve, dem Verteidigungsausschuss an. Aufgrund der Wahl zum Intendant der Deutschen Welle im Dezember 1979 legte er sein Bundestagsmandat nieder. Auch während seiner Abgeordnetentätigkeit war er journalistisch für verschiedene Zeitungen tätig, sowie ab 1973 für die Öffentlichkeitsarbeit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung tätig.[3]

Ahlers verstarb unerwartet am 18. Dezember 1980 an einem Kreislaufversagen.[4] Er war evangelisch und mit der Kolumnistin und Buchautorin Heilwig von der Mehden verheiratet. Seine beiden Kinder, Detlev (* 1953) und Sibylle (* 1961) arbeiten ebenfalls als Journalisten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Conrad Ahlers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format"Archiv der sozialen Demokratie: Conrad Ahlers". Friedrich-Ebert-Stiftung, abgerufen am 23. April 2010.
  2. Irmgard Zündorf: Tabellarischer Lebenslauf von Conrad Ahlers im LeMO (DHM und HdG).
  3.  Berufliches. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1973, S. 132 (7. Januar 2013, online).
  4. Haus der Geschichte: Biographie: Conrad Ahlers