Klaus Bölling

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Klaus Bölling 1980
Klaus Bölling (Mitte) als Ständiger Vertreter in der DDR mit Erich Honecker (1981)

Klaus Bölling (* 29. August 1928 in Potsdam) ist ein deutscher Publizist. Bundesweit bekannt wurde er durch seine langjährige Tätigkeit als Regierungssprecher der sozialliberalen Koalitionsregierung von 1974 bis 1982 (mit circa einem Jahr Unterbrechung).

Leben[Bearbeiten]

Klaus Bölling, evangelisch, wurde am 29. August 1928 in Potsdam als Sohn eines preußischen Beamten geboren. Sein Vater, Verwaltungsjurist in Gumbinnen, Tilsit und Oppeln, gehörte von 1929 bis 1933 Hans Zehrers „Tatkreis“ an. Er wurde von den Nazis aus dem Staatsdienst entlassen und später immer wieder Verhören durch die Gestapo unterworfen. Böllings Mutter war jüdischer Abstammung und wurde 1944 nach Auschwitz deportiert, konnte dort aber überleben.

Bölling besuchte in Berlin das Zehlendorfer Gymnasium. Gegen Ende des Krieges wurde er als Luftwaffen-Flakhelfer eingesetzt, allerdings 1944 – nach der Verhaftung seiner Mutter – als „wehrunwürdig“ entlassen. Nach dem Abitur studierte er an der Ost-Berliner Humboldt-Universität Geschichte und Germanistik (ohne Abschluss). Unter dem Eindruck des elterlichen Schicksals schloss er sich 1945 als 17-Jähriger vorübergehend den Kommunisten an und war danach Redakteur einer Ost-Berliner Jugendzeitung (FDJ-Zeitung), erklärte aber bereits 1947 enttäuscht seinen Austritt aus der SED. Fasziniert von Herbert Wehner trat er 1958 den Sozialdemokraten bei.[1]

Ab 1947 arbeitete Bölling als Redakteur beim Berliner Tagesspiegel. Anschließend wurde er politischer Redakteur und Kommentator im RIAS. Danach ging er zum WDR und entwickelte 1963 zusammen mit Gerd Ruge die bis heute laufende ARD-Sendung Weltspiegel, deren zeitweiliger Moderator er war. Zwischen 1969 und 1973 leitete er das ARD-Studio in Washington, D.C., 1973 bis 1974 war er Intendant von Radio Bremen.

Bölling wurde 1974 unter Bundeskanzler Helmut Schmidt Regierungssprecher und Leiter des Bundespresseamtes. Während der Entführung des Flugzeugs Landshut nach Mogadischu 1977 war er Kontaktmann zu den Flugzeugentführern. Am 9. Februar 1981 wurde er Nachfolger von Günter Gaus als Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der DDR. Am 24. Mai 1982 kehrte Bölling nach Bonn in sein Amt als Regierungssprecher zurück, das er bis zum Ende der sozialliberalen Koalition 1982 ausübte. Seitdem ist er als Publizist in Berlin tätig.

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klaus Bölling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Munzinger Archiv
  2. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 30, Nr. 219, 21. November 1978.
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)