Cuisery

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Cuisery
Wappen von Cuisery
Cuisery (Frankreich)
Cuisery
Region Burgund
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuisery
Gemeindeverband Saône, Seille, Sâne.
Koordinaten 46° 34′ N, 5° 0′ O46.5588888888895.0013888888889Koordinaten: 46° 34′ N, 5° 0′ O
Höhe 172–213 m
Fläche 11,29 km²
Einwohner 1.685 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 149 Einw./km²
Postleitzahl 71290
INSEE-Code
Website www.cuisery.fr
.

Cuisery ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Burgund. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum gleichnamigen Kanton Cuisery, dessen Hauptort sie ist. Die Gemeinde hat 1685 Einwohner (Stand 1. Januar 2012), sie werden Cuiserotains, resp. Cuiserotaines genannt[1]. Sie ist Partnergemeinde von Wachenheim an der Weinstraße.

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Geographie[Bearbeiten]

Cuisery liegt im Südwesten des Arrondissement Louhans und grenzt im Süden und Südwesten an das Arrondissement Mâcon. Die Gemeinde wird in West-Ost-Richtung von der Departementsstraße D975[2] (Abschnitt LacrostBrienne) durchzogen. Im Ortszentrum kreuzt sie die Departementsstrasse D933[3] (Abschnitt SimandreSermoyer). Die östliche Gemeindegrenze wird auf der ganzen Länge durch die Seille gebildet. Das nördliche Gemeindegebiet wird durch den Bief du Moulin Richy entwässert, der letztlich in die Saône mündet. Waldflächen finden sich vorwiegend im Süden des Gemeindegebietes. Im Westen der Gemeinde liegt der Flugplatz Tournus-Cuisery[4], die Piste liegt teilweise auf dem Gemeindegebiet von L’Abergement-de-Cuisery. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler: Arquebuse, Bèche, Champ-des-Ravières, Chaux, Chemin-du-Pont-de-Vaux, Colombier, Cornon, Croix-Bouilloux, Crot-Gaule, Dîmes, Fontaine-Couverte, Fontenelle, Fouilles, Grande-Maison, Louère, Montrevost, Motte, Mare-Balay, Moulin-au-Molet, Moulin Chantemerle, MoulinCharvet, Platières, Pommeraie, Quart-Guinet, Sables, Saint-Benoît, Tachet, Tonnettes.[5]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Cuisery ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,2 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 785 mm Niederschläge.

Cuisery
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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6
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cuisery
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,0 7,0 12,6 16,1 20,0 23,5 25,8 25,3 21,9 15,8 9,7 5,5 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) -0,9 -0,2 2,7 5,7 9,2 12,6 14,5 14,0 11,5 7,1 3,4 0,3 Ø 6,7
Temperatur (°C) 2,0 3,4 7,6 10,9 14,6 18,0 20,1 19,6 16,7 11,4 6,5 2,9 Ø 11,2
Niederschlag (mm) 57 55 55 56 77 77 57 76 76 65 73 61 Σ 785
T
e
m
p
e
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a
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5,0
-0,9
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9,2
23,5
12,6
25,8
14,5
25,3
14,0
21,9
11,5
15,8
7,1
9,7
3,4
5,5
0,3
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Toponymie[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung von Cuisery geht zurück auf das Jahr 1119, die Kirche Ecclesia de Cuisiriaco wird genannt. Offensichtlich bestand zu gallo-römischer Zeit bereits eine Siedlung, die einem Cuiserius gehörte, zusammen mit dem Possessivsuffix -acum ergab sich der Ortsname, der letztlich zu Cuisery wurde (allenfalls lautete der Personenname Casurius gemäß Ernest Nègre[6]). Gleichzeitig stellen wir fest, dass in diesem Jahr bereits eine Kirche bestand, auf die Bezug genommen wird. Es besteht die Vermutung, dass die Gegend von Cuisery bereits in vorrömischer Zeit besiedelt war.

Geschichte[Bearbeiten]

Es ist anzunehmen, dass bereits in gallo-römischer Zeit eine Römerstraße von Seurre nach Cuisery führte. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass auch Besitzungen der Invasoren bestanden und Cuisery spätestens zu dieser Zeit besiedelt war. Im Mittelalter war Cuisery Sitz einer Kastellanei, die etwa dreißig Dörfer, Herrschaften und Pfarreien umfasste. Von der Festung aus 1185 besteht nur noch der Turm. Die Kastellane von Cuisery waren berechtigt, Münzen zu schlagen. Die Stadt war umgeben von einer Stadtmauer mit Wachttürmen und Eingangstoren. Henri de Bagé hatte Cuisery 1220 von Hugues IV., Herzog von Burgund, zu Lehen übernommen. Durch die Heirat von Sybille de Bagé als einzige Tochter von Guy de Bagé (†1248), gelangte die Herrschaft 1272 an Amé V., Graf von Savoyen. Er tauschte 1289 Ländereien mit Robert II, Herzog von Burgund, wodurch Cuisery mit dem Herrschaftsgebiet der Herren von Bagé wieder burgundisch wurde. Die andauernden Auseinandersetzungen zwischen Burgund, Franche-Comté und Königreich Frankreich führten dazu, dass Cuisery 1478 geplündert und verwüstet wurde. 1568 griffen die Calvinisten Cuisery an und die sechs Priester der Kirche wurden geköpft.

Eine Besonderheit von Cuiseaux sind die gedeckten Waschtröge, von denen heute noch sechs bestehen. Mit Montrevault und Lamotte bestehen zwei Schlösser aus dem 19. Jahrhundert. Cuisery besaß ein Spital mit 12 Betten für Kranke und 4 Betten für Alte und Invalide[7]. 1813 wurde die Schleuse in der Seille gebaut, seit 1878 besteht die Eisenbahnlinie ChalonBourg, zwischen 1906 und 1939 bestand eine weitere Eisenbahnlinie TournusLouhans, die Cuisery bediente. Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden eine Kalkbrennerei, eine Wassermühle an der Seille und eine Dampfmühle und 1988 bestanden noch 16 Landwirtschaftsbetriebe.

Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Die älteste Kirche von Cuisery wurde schon 1119 genannt und ist dem Heiligen Petrus geweiht. Sie besteht heute als Kapelle, die durch den ehemaligen Chor gebildet wird, und war die einzige Kirche bis ins 14. Jahrhundert. Als die Stadtmauern gebaut wurden, wurde das Schiff der Kirche abgerissen und das Material für den Mauerbau verwendet.

Am 6. Juli 1358 ließ Girard de Thurey, Marschall von Burgund, in der Kirche von Cuisery eine Kapelle bauen, geweiht der Heiligen Jungfrau, Sankt Peter, der Heiligen Katharina und der Heiligen Martha, setzte zwei Kapläne ein, die in Cuisery wohnen mussten, wofür er ihnen ein Haus zur Verfügung stellte, und von denen jeder wöchentlich fünf Messen zu seinem Seelenheil lesen musste. Er sollte dafür das Recht haben, jederzeit die Kapelle zu besuchen und dieses Recht sollte auf die jeweils Erstgeborenen weitervererbt werden. Nebst dem Haus für die Kapläne, stiftete er Einkünfte und Vermögen, dafür sollten die Kapläne keine anderen Einnahmen haben. Sollten sie dennoch andernorts noch Einkünfte beziehen, sollte sie der Diözesanbischof entlassen, sollten sie nicht innert Monatsfrist nach Aufforderung diese andere Quelle aufgegeben haben.

Zwischen 1510 und 1520 wurde eine neue Kirche[8] gebaut, die Maria geweiht ist. Der Glockenturm stammt aus dem Jahr 1809. 1222 wird La Chaux erstmals erwähnt, 1303 als Priorat des Klosters Lancharre, die heutige Kapelle datiert von 1860.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [9])
1793 1800 1806 1821 1831 1841 1851 1861 1872 1881 1886 1891 1901 1911 1921 1931 1946 1962 1975 1990 1999 2006 2011
1418 1301 1294 1625 1704 1758 1745 1600 1591 1734 1767 1670 1535 1621 1509 1531 1441 1329 1501 1505 1612 1616 1652
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Seit 1999 laufen Projekte, Cuisery zu einem Bücherdorf zu machen. Zurzeit gibt es rund 20 Antiquariate und Buchläden im Ort.
    • Büchermarkt jeweils am ersten Sonntag im Monat
  • Sechs gedeckte Waschhäuser: Rue des Echeneaux, Rue Bas du Pavé, Mare Balay, Fontaines Couvertes, zwei im Schloss Lamotte sind nicht zugänglich.
  • Centre Eden, ein Park von zwei Hektaren erlaubt auf spielerische und pädagogische Weise, Flora und Fauna der Region zu entdecken.
  • Notre-Dame de Cuisery, erbaut 1504, Renaissance-Architektur mit zwölf Kapellen, flämischem Triptychon aus dem 16. Jahrhundert, Malereien, Chorgestühl
  • Turm vom alten Schloss der Bagés
  • Rundsicht auf das Tal der Seille bis zu den Alpen
  • Sankt-Peters-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert mit Dach und Mauerwerk aus Lavastein, eines der ältesten Bauwerke der Bresse
  • Die Zeder von la Chaux, angeblich 1734 gepflanzt durch Bernard de Jussieu aus Zedernsamen aus dem Libanon

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich Kindergarten, Elementar- und Primarschule sowie ein Gymnasium, 7 Landwirtschaftsbetriebe, zwei Bäckereien, eine Metzgerei, zwei Blumenläden, ein Optiker, eine Tankstelle, ein Supermarkt, ein Do-it-yourself-Center, ein Möbelgeschäft, elf Betriebe der Baubranche, dreizehn Gastronomiebetriebe. Der Wochenmarkt findet jeweils am Dienstagvormittag statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cuisery auf habitants.fr. Abgerufen am 12. Januar 2015 (französisch).
  2. D975 auf Wikia.fr, französisch, abgerufen 12. Januar 2015
  3. D933 auf Wikia.fr, französisch, abgerufen 12. Januar 2015
  4. Informationen Flugplatz Tournus-Cuisery, französisch, abgerufen 12. Januar 2015
  5. Simard auf Dictionnaire topographique de Saône-et-Loire. Abgerufen am 10. Januar 2015 (französisch).
  6. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France.. Librairie Droz, 1. Januar 1990, ISBN 978-2-600-02883-7. Seite 554
  7. Guillemaut Lucien (1842-1917), Notes et remarques sur la Bresse louhannaise : esquisse d'une topographie physiologique et médicale de l'arrondissement de Louhans, Impr. A. Romand (Louhans), Ausgabe 1879 ark:/12148/bpt6k5746091g Quelle: Bibliothèque nationale de France, département Philosophie, histoire, sciences de l'homme, LK2-3811, französisch, abgerufen 12. Januar 2015
  8. Kurzbeschreibung der Notre-Dame-Kirche von Cuiseaux, französisch, abgerufen 12. Januar 2015
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 11. Januar 2015 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cuisery – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien