Dave Eggers

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Dave Eggers (2007)

Dave Eggers (* 12. März 1970 in Boston, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Herausgeber verschiedener Literaturzeitschriften.

Leben[Bearbeiten]

Eggers wurde in Boston als Sohn des Rechtsanwalts John K. Eggers und der Lehrerin Heidi McSweeney Eggers geboren. Während seiner Kindheit zog die Familie nach Lake Forest, Illinois, wo Eggers aufwuchs. Nach seinem Abschluss an der Lake Forest High School, an der Vince Vaughn sein Klassenkamerad war, studierte er an der University of Illinois at Urbana-Champaign. Er gründete die Magazine Might und McSweeneys sowie ein Verlagshaus gleichen Namens. Im Jahr 2000 veröffentlichte er sein bekanntestes Werk, A Heartbreaking Work of Staggering Genius (dt.: Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität), das zum Bestseller und für den Pulitzer-Preis nominiert wurde. 2002 erschien sein Roman You Shall Know Our Velocity (dt.: Ihr werdet (noch) merken, wie schnell wir sind) sowie im Jahr 2004 die Kurzgeschichtensammlung How We Are Hungry (dt.: Wie hungrig wir doch sind).

Gemeinsam mit Jonathan Safran Foer und Nicole Krauss ist er Herausgeber des 2004 im Rahmen des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erschienenen The Future Dictionary of America, einer Sammlung politischer Aufsätze von Schriftstellern wie Paul Auster, Stephen King, Richard Powers oder Joyce Carol Oates.

Zusammen mit Michael Goldenberg schrieb Dave Eggers das Drehbuch für Where the Wild Things Are (dt. Wo die wilden Kerle wohnen), dem 2009 veröffentlichten Kinofilm von Spike Jonze. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Kinderbuches von Maurice Sendak. Basierend auf der Drehbuchfassung erschien das Buch Bei den wilden Kerlen, in dem Eggers die nur 333 Worte umfassende Bildergeschichte zu einem All-Age-Roman ausbaute. Des Weiteren verfasste er in Zusammenarbeit mit Vendela Vida das Drehbuch für den Kinofilm Away We Go – Auf nach Irgendwo von Sam Mendes, der ebenfalls 2009 im Kino startete.

Dave Eggers ist seit 2003 mit Vendela Vida verheiratet und lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in der San Francisco Bay Area, dem Gebiet um die Bucht von San Francisco.

Werk[Bearbeiten]

A Heartbreaking Work of Staggering Genius (2000) beruht zwar auf einer wahren Geschichte, dem Leben des Schriftstellers selbst, enthält aber zahlreiche fiktionale Elemente, so dass das Buch letztlich eine Mischform aus Roman und Autobiographie darstellt. Thematisiert wird die Situation Eggers nach dem Krebstod seiner Eltern, durch den dem 22-Jährigen plötzlich die Alleinverantwortung für seinen kleinen Bruder zukommt.

Das Buch zeichnet sich durch eine besondere ironische Grundhaltung gegenüber den vorkommenden Ereignissen und dem Leser aus, sowie durch eine Vielzahl ungewöhnlicher stilistischer Elemente. So bietet der Autor einleitend Anregungen und Vorschläge zum richtigen und möglichst unterhaltsamen Lesen und gesteht dabei sogar ein, dass einige Kapitel des Buches durchaus überblättert werden könnten. Die amerikanische Taschenbuchausgabe enthält in einer Teilauflage zusätzlich einen Anhang Mistakes We Knew We Were Making, in dem Eggers einige Äußerungen in dem Roman korrigiert bzw. weiter ausführt. In der Literaturwissenschaft wird dabei auch auf Zusammenhänge zwischen A Heartbreaking Work of Staggering Genius und dem Roman Infinite Jest (1996) von David Foster Wallace hingewiesen. Hierbei gibt es sowohl kontextuelle als auch thematische Überlappungen (u.a. Kritik am postmodernen Gebrauch der Ironie)[1]

You Shall Know Our Velocity (2002) ist der erste rein fiktionale Roman von Dave Eggers. Auch hier wird der Tod zum Auslöser der eigentlichen Geschichte. Waren zuvor Eggers und sein Bruder die Protagonisten, dreht sich der Roman nun um die zwei Freunde Will und Hand. You Shall Know Our Velocity ist im Jahr 2003 in einer überarbeiteten Version veröffentlicht worden.

2013 legte Eggers mit The Circle einen Roman vor, der 2014 in deutscher Übersetzung als Der Circle wenige Wochen nach Erscheinen an den Spitzen der Bestsellerlisten stand.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Romane, Erzählungen[Bearbeiten]

  • A Heartbreaking Work of Staggering Genius. Roman. 2000.
    • Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität: eine wahre Geschichte. dt. von Leonie von Reppert-Bismarck und Thomas Rütten. Droemer Knaur, München 2001, ISBN 3-462-03629-7.
  • You Shall Know Our Velocity. Roman. 2002.
    • Ihr werdet (noch) merken, wie schnell wir sind. dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Droemer Knaur, München 2003, ISBN 3-462-03734-X.
  • Jokes Told in Heaven about Babies. (unter dem Pseudonym Lucy Thomas). 2003.
  • Short Short Stories. 2004.
  • How We Are Hungry. Erzählungen. 2005.
    • Wie hungrig wir doch sind. dt. von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03615-7.
  • What is the What. Roman. 2007.
    • Weit gegangen: das Leben des Valentino Achak Deng. dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-04033-3.
  • The Wild Things. Roman. 2008.
    • Bei den wilden Kerlen. dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04176-7.
  • Zeitoun. 2009.
    • Zeitoun. dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011, ISBN 978-3-462-04299-3.
  • A Hologram For The King. Roman. 2012.
    • Ein Hologramm für den König. dt. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04518-5.
  • The Circle. Roman. 2013
  • Visitants. Reiseessays 2014[4]

Drehbücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dave Eggers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. dazu: Stevens Burn: Infinite Jest. A Reader's Guide. New York 2003, S. 76.
  2. Wegen Grass: US-Autor bleibt Preisverleihung fern In: Weser-Kurier. 13. April 2012.
  3. Albatros-Literaturpreis abgesagt: Grass! Dave Eggers kommt nicht nach Bremen. auf: Spiegel online. 13. April 2012, zuletzt abgerufen 28. März 2014
  4. Dave Eggers: what's so funny about peace, love and Starship?, im Guardian vom 28. März 2014 veröffentlichtes Essay aus dem Werk, abgerufen 28. März 2014