Der Mann, der herrschen wollte

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Mann, der herrschen wollte
Originaltitel All the King’s Men
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1949
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Robert Rossen
Drehbuch Robert Rossen
Produktion Robert Rossen
Musik Louis Gruenberg
Kamera Burnett Guffey
Schnitt Al Clark
Besetzung

Der Mann, der herrschen wollte (Originaltitel: All the King’s Men) ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Spielfilm von Robert Rossen aus dem Jahr 1949. Der Film entstand nach dem Roman Das Spiel der Macht von Robert Penn Warren, der dafür den Pulitzer-Preis erhielt.

Handlung[Bearbeiten]

Jack Burden ist Sohn einer reichen Familie aus Burden’s Landing, der sich nicht so recht entscheiden kann, welchen Beruf er ausüben möchte. Nach einem abgebrochenen Jurastudium arbeitet er als Journalist und wird von seinem Chefredakteur in die Provinz geschickt, um über einen angehenden Politiker zu schreiben, der als ehrlicher Mensch beschrieben wird und damit gegen die Mächtigen der Gegend rebelliert. Willie Stark ist eigentlich Farmer, jedoch ehrgeizig. Tagsüber hält er politische Reden, nachts studiert er Jura. Doch sein politisches Geschick lässt zu wünschen übrig. Jack findet den Mann und seine Familie sympathisch und verfolgt seine Karriere weiter. Zunächst verliert Stark eine Wahl nach der anderen, lernt jedoch aus seinen Fehlern. Als er bei der Landbevölkerung immer populärer wird und so zur Gefahr für die Mächtigen wird, versuchen diese ihn für sich einzunehmen. Stark erkennt, dass er sich nicht verbiegen darf und keine Marionette für die Mächtigen sein darf, um sein Ziel zu erreichen. Die erste Gouverneurswahl verliert er noch. Vier Jahre später ist er ein mächtiger Populist, dem der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen ist. Mit der Macht kommt jedoch auch die Korruption. Er baut nicht nur Straßen, Krankenhäuser und Schulen für das Volk, sondern bereichert sich auch an jedem einzelnen Projekt.

Jack und Sadie Burke werden zu seinen engsten Mitarbeitern. Sadie empfindet für ihren Chef jedoch mehr als Pflichtgefühl und ist eifersüchtig wegen seiner diversen Affären. Willie Stark betrügt seine Ehefrau Lucy jedoch auch mit Anne Stanton, der langjährigen Freundin von Jack. Jack will dies nicht wahrhaben. Anne ist die Tochter des angesehenen Richters Stanton, ein Nachbar der Familie Burden. Als Richter Stanton aufgrund der Erkenntnis der Machenschaften Starks von seinem Amt zurücktritt und Oppositionsführer gegen Stark wird, beauftragt Stark Jack mit der Suche nach Verfehlungen in der Vergangenheit von Richter Stanton. Jack wird fündig, möchte jedoch die Entdeckung für sich behalten. Ausgerechnet Anne spielt Stark die Akten zu und treibt ihren Vater damit in den Selbstmord. Stark bietet ihrem Bruder Adam an, die Leitung eines modernen Krankenhauses zu übernehmen, das er bauen will. Adam will sich jedoch nicht korrumpieren lassen und sieht schließlich keine andere Wahl, als den frisch gewählten Gouverneur Stark vor dem Parlament niederzuschießen. Adam wird daraufhin von Starks Leibwächter erschossen. Willie Stark stirbt ebenfalls an seinen Verletzungen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Mann, der herrschen wollte orientierte sich wie Warrens Roman an der Biografie des amerikanischen Gouverneurs Huey Pierce Long (1893–1935). Robert Rossen produzierte den Film mit seiner eigenen Produktionsfirma für Columbia Pictures und besaß so die Freiheit, ausschließlich an Originalschauplätzen statt im Filmstudio zu drehen. Viele gedrehte Szenen wurden nicht in der finalen Fassung verwendet: Die Länge des herausgeschnittenen Materials betrug eine Stunde. Die Produktionskosten beliefen sich auf weniger als eine Million US-Dollar, aber trotz zahlreicher Auszeichnungen spielte der Film an der Kinokasse nur enttäuschende 2,4 Millionen US-Dollar ein. Seitens der amerikanischen politischen Linken wurde Rossen, der bis 1947 Mitglied der Kommunistischen Partei der USA war, kritisiert, weil er lediglich die Gefahren statt der Möglichkeiten einer politischen Massenbewegung aufgezeigt habe.[1]

Am 8. November 1949 feierte Der Mann, der herrschen wollte in New York seine Premiere.[2] Am 23. Juli 1951 startete der Film in den Kinos der BRD.[3]

2006 erschien eine Neuverfilmung unter dem Titel Das Spiel der Macht von Steven Zaillian mit Sean Penn als Willie Stark.

Kritiken[Bearbeiten]

„Politisches Drama nach einem Roman, der sich den berüchtigten, 1935 erschossenen Gouverneur von Louisiana, Huey Long, zum Vorbild nimmt. Der aufrüttelnde Film ist wie eine zeitlos-aktuelle Reportage angelegt; ein überzeugend dargestelltes, eindrucksvolles Plädoyer gegen Diktatur und Terror.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Ein nicht ganz überzeugender Versuch der Anprangerung diktatorischen und demagogischen Machtmißbrauchs.“

Evangelischer Filmbeobachter[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film lief 1950 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Im selben Jahr wurde Der Mann, der herrschen wollte mit fünf Golden Globe Awards ausgezeichnet, darunter in den Kategorien Bester Film und Regie. Bei der Oscarverleihung 1950 erhielten Broderick Crawford als Bester Hauptdarsteller, Mercedes McCambridge als Beste Nebendarstellerin und Robert Rossen als Produzent für den Besten Film einen Oscar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Penn Warren: All the King’s Men. Harcourt Brace Jovanovich, New York 1946
  • Robert Penn Warren: Der Gouverneur. Deutsch: Ilse Krämer. Goldmann, München 1956. Das Spiel der Macht. Deutsch: Ilse Krämer. Vollständig überarbeitet und ergänzt von Philip Laubach-Kiani. Heyne, München 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brian Neve: Film and Politics in America. A Social Tradition. Routledge, Oxon, 1992, S. 142–144.
  2. Der Mann, der herrschen wollte auf Turner Classic Movies, abgerufen am 9. Februar 2013.
  3. a b Der Mann, der herrschen wollte im Lexikon des Internationalen Films.
  4. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 228/1951