Deutsche Fußballmeisterschaft 1907/08

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Szene aus dem Endspiel zwischen dem Berliner TuFC Viktoria 89 und dem FC Stuttgarter Kickers, das die Viktoria schließlich mit 3:1 für sich entscheiden konnte.

Bei der sechsten Deutschen Meisterschaftsendrunde gab es erneut eine Premiere. Zum ersten Mal nahm eine nordostdeutsche Mannschaft an der Endrunde teil. Als letzter der deutschen Regionalverbände hatte sich 1907 der Baltische Rasensport-Verband (BRV) gegründet und in der Saison war der erste nordostdeutsche Meister, der VfB Königsberg, ermittelt worden. Damit war das gesamte Reichsgebiet nunmehr in sieben Regionen eingeteilt; eine Einteilung, die bis 1933 Bestand haben sollte.

Die Region Berlin-Brandenburg war wie im Vorjahr erneut nur mit einer Mannschaft vertreten; im Duell des VBB-Meisters gegen den MFB-Meister setzte sich der VBB-Vertreter erneut durch (Viktoria 89 Berlin gegen Berliner FC Norden-Nordwest 4:3). Der neu gegründete dritte Berliner Fußballverband, der „Berliner Ballspiel-Bund“ (BBB) erhielt keine Möglichkeit, einen Vertreter zur Endrunde zu schicken.

Teilnehmer an der Endrunde[Bearbeiten]

Verein Qualifiziert als
VfB Königsberg - Altes Emblem.png VfB Königsberg Meister des Baltischen Rasensport-Verbandes
VfR 1897 Breslau.png VfR 1897 Breslau Meister des Südostdeutschen Fußball-Verbandes
Berliner TuFC Viktoria 1889 - Altes Emblem.png Berliner TuFC Viktoria 89 Meister des Verbandes Berliner Ballspielvereine
 SC Wacker Leipzig.png  Wacker Leipzig Meister des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine
Eintracht Braunschweig (1906-1920).gif FC Eintracht von 1895 Meister des Norddeutschen Fußball-Verbandes
Duisburgerspv2.jpg Duisburger SpV Meister des Westdeutschen Spiel-Verbandes
Freiburgerfcalt.png Freiburger FC Titelverteidiger
Stuttgarter Kickers Logo.svg Stuttgarter Kickers Meister des Verbandes Süddeutscher Fußball-Vereine

Viertelfinale[Bearbeiten]

Datum Spielpaarung Ergebnis Stadion
3. Mai 1908 Freiburger FC FC Stuttgarter Kickers 1:0 (annulliert) Pforzheim, 1. FCP-Platz auf den Weiherwiesen[1]
3. Mai 1908 VfR 1897 Breslau FC Wacker Leipzig 1:3 (1:0) Breslau, VfR-Platz an der Kürassierstraße
3. Mai 1908 VfB Königsberg Berliner TuFC Viktoria 89 0:7 (0:5) Königsberg, Walter-Simon-Platz
3. Mai 1908 FC Eintracht 95 Braunschweig Duisburger SpV 0:1 (0:0) Hamburg, Sportplatz Hoheluft

Das Spiel Freiburg gegen Stuttgart am 3. Mai 1908 wurde vom DFB annulliert und neu angesetzt, da die Freiburger Spieler vorzeitig das Spielfeld verlassen wollten. Für dieses Verhalten bekamen die Freiburger zudem einen Verweis mit der Drohung, bei Wiederholung sofort disqualifiziert zu werden; der FFC musste zudem 100 Mark Strafe zahlen. Die Kickers hatten wegen fehlerhafter Schiedsrichter-Entscheidungen protestiert.

Wiederholungsspiel[Bearbeiten]

Datum Spielpaarung Ergebnis Stadion
17. Mai 1908 Freiburger FC FC Stuttgarter Kickers 2:5 (1:4) Karlsruhe, Stadion Telegrafenkaserne

Halbfinale[Bearbeiten]

Datum Spielpaarung Ergebnis Stadion
17. Mai 1908 FC Wacker Leipzig Berliner TuFC Viktoria 89 0:4 (0:2) Magdeburg, Viktoria-Platz
24. Mai 1908 FC Stuttgarter Kickers Duisburger SpV 5:1 (2:0) Frankfurt am Main, Hermannia-Platz im Ostpark

Finale[Bearbeiten]

Paarung Berliner TuFC Viktoria 89 Berliner TuFC Viktoria 89Stuttgarter Kickers Stuttgarter Kickers
Ergebnis 3:1 (1:0)
Datum 7. Juni 1908
Stadion Germania-Platz, Berlin-Tempelhof
Zuschauer 4.000
Schiedsrichter Otto Götzel (Hamburg)
Tore 1:0 Worpitzky (6.), 2:0 Worpitzky (84.) , 2:1 Ahorn (86.), 3:1 Röpnack (89.)
Berliner TuFC Viktoria 89 Paul Scranowitz – Willi Hahn, Paul Fischer – Willi Moeck, Willi Knesebeck, Paul Hunder – Otto Pauke, Otto Dumke, Willi Worpitzky, Helmut Röpnack, Reinhard Bock
Stuttgarter Kickers Hermann Bürkle – Paul Kühnle, Carl Breitmeyer – Hans Krebs, Gustav Unfried, Richard Rüdinger – Eugen Merkle, Schmitt, Rudolf Ahorn, Ingo Hanselmann, Julius Megner


Torschützenkönig[Bearbeiten]

Spieler Verein Tore
1. Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Willi Worpitzky Berliner TuFC Viktoria 89 6
2. Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Rudolf Ahorn FC Stuttgarter Kickers 4
3. Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Ingo Hanselmann FC Stuttgarter Kickers 3
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Helmut Röpnack Berliner TuFC Viktoria 89 3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brötzinger Tal – Eines der ältesten Stadien Deutschlands