Die Prinzen

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Die Prinzen
Die Prinzen (2006)
Die Prinzen (2006)
Allgemeine Informationen
Genre(s) A cappella, Pop
Gründung 1987 als Die Herzbuben
1991 als Die Prinzen
Website www.dieprinzen.de
Aktuelle Besetzung
Sebastian Krumbiegel (seit 1987)
Tobias Künzel (seit 1991)
Tenor, Gitarre, Klavier
Wolfgang Lenk (seit 1987)
Bass, Keyboard
Jens Sembdner (1987–1988, seit 1990)
Bariton
Henri Schmidt (seit 1989)
Mathias Dietrich (seit 1994)
Alexander "Ali" Zieme (seit 1991)
Ehemalige Mitglieder
Dirk Schrot (1987–1989)
Kai Oliver (1988–1989)

Die Prinzen sind eine aus Leipzig stammende deutsche Musikgruppe.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

In ihrer Jugend waren Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk sowie Henri Schmidt bis in die erste Hälfte der 1980er Jahre Mitglieder des Leipziger Thomanerchors, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor.

Nach der Gesangsausbildung gründeten Krumbiegel und Lenk im Jahr 1982 die Band Phönix. 1985 nannte sich die Band Phönix in Rockpol um. Weil sie keinen großen Erfolg hatten, wurde im Jahr 1987 mit Krumbiegel, Lenk und Dirk Schrot das Trio Die Herzbuben gegründet.[1] Auf Anraten des Managers Joachim Zetzmann versuchte das Trio mit A-cappella-Stücken in der DDR Fuß zufassen. Die Produzenten des DDR-Rundfunks produzierten mit den Herzbuben 1987 ein Dutzend Titel, welche bis zum Ende der DDR nur im deutschen Rundfunkarchiv und auf diversen Amiga-Samplern zu finden waren. Sie coverten den Song Du hast den Farbfilm vergessen sowie die Hymne My Generation von The Who.

Noch im Gründungsjahr stieß Jens Sembdner zur Band. Von nun an hatte die Band folgende Besetzung: Sembdner, Lenk, Krumbiegel und Schrot. Als die Band mit ihrer Show einen nicht unerheblichen Popularitätsschub erreicht hatte, wurde Sembdner im Herbst 1988 zur NVA eingezogen. Ihn ersetzte Kai Oliver, den die Band an der Leipziger Musikhochschule entdeckt hatte, aber die Zusammenarbeit hielt nur ein Jahr, weil er sich entschlossen hatte, die DDR zu verlassen. Als Ersatz folgte Henri Schmidt. Auch Dirk Schrot verließ im November 1989 die Band und das Land. Aufgrund der häufigen Personalwechsel war die Band bis zur Rückkehr von Jens Sembdner im Januar 1990 inaktiv. Manager Zetzmann hatte Beziehungen zum ZDF und zum Musikverleger George Glueck, sodass sie in der Nachwuchsshow Hut ab auftraten. George Glueck saß in der Jury und stellte den Kontakt zu Annette Humpe her.[2]

1990 bis 1999[Bearbeiten]

Die Prinzen bei einem Interview vor einem Konzert 1992 in Magdeburg

Im Herbst 1990 besuchte Humpe die Band, um sie kennenzulernen. Danach buchte sie im November 1990 das Tonstudio von Anselm Kluge, um erste Aufnahmen zu machen. Um einer Verwechslung mit den zur selben Zeit plötzlich sehr bekannt gewordenen Wildecker Herzbuben zu entgehen, nahm die Band im April 1991 den neuen Namen Die Prinzen an.

Einen Tag vor der Fotosession für das Single-Cover stieg Tobias Künzel ein, der bis 1989 Mitglied in der Band Amor & Die Kids gewesen war und anschließend eine Solokarriere versucht hatte. Gleich darauf hatten sie ihren Durchbruch mit ihrem ersten Hit Gabi und Klaus. Im selben Jahr brachten sie ihr erstes Album Das Leben ist grausam heraus und gingen mit Udo Lindenberg auf Tournee. Ali Zieme stieg im August 1991 in die Band als Schlagzeuger ein. Die Prinzen gingen im Frühjahr 1992 auf ihre eigene Clubtour, dabei wurden sie vom Schlagzeuger Ali Zieme begleitet. Im Herbst veröffentlichten sie die Single und das Album Küssen verboten. Im Dezember 1992 standen die Prinzen in Frankfurt am Main beim Festival Heute die! Morgen Du! auf der Bühne, um ihr Engagement gegen rechte und ausländerfeindliche Tendenzen mit ihrem Titel Bombe zu repräsentieren.

Von Februar bis Mai 1993 gingen sie auf Tour. Mathias Dietrich stieg im Jahr 1994 als Bassist in die Band ein. Außerdem kamen in diesem Jahr die Single und das Album Alles nur geklaut auf den Markt, auf die 1994 die zugehörige Tour folgte. Von der erfolgreichsten Tour wurde in Leipzig ein Video mitgeschnitten und herausgebracht. Ein Jahr später erschienen die Single Du musst ein Schwein sein und das Album Schweine. Dabei änderte die Band ihren Stil, denn die Musik wurde rockiger und sie benutzten vermehrt elektronische Hilfsmittel. Die Texte beschäftigten sich mehr mit Sex und Gesellschaft, die Wortwahl wurde aggressiver. Die zentrale Aussage („Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“), wenn auch teilweise ironisch gemeint, stand im krassen Gegensatz zu den Texten der ersten drei Alben.

Von November bis Dezember 1995 gingen sie auf Tour durch Deutschland. 1996 erschienen die nächste Single und das nächste Album Alles mit’m Mund, welches von Stefan Raab und Lenk produziert wurde. 1997 folgte die Tour. Dazu gab es im selben Jahr noch ein Best-of-Album Ganz oben. Nach diesen vielen Alben im Jahrestakt legten Die Prinzen eine schöpferische Pause ein. 1999 wurde das Album So viel Spaß für wenig Geld veröffentlicht; noch im selben Jahr folgte das Weihnachtsalbum Festplatte. Im Anschluss gab es eine Weihnachtsclubtour zur Festplatte.

2000 bis 2010[Bearbeiten]

Sembdner, Schmidt und Krumbiegel (von links) im Juni 2006

Anfang des Jahres 2000 kam es wieder zu einer Zusammenarbeit mit Annette Humpe in Hamburg, um das achte Studioalbum zu produzieren. Nach langjähriger Zusammenarbeit trennte man sich vom Manager Joachim Zetzmann. Sein Nachfolger war Andreas Läsker. Am 1. Oktober 2001 erschien das Album D. Die erste Singleauskopplung Deutschland erreichte Platz 15 der deutschen Singlecharts. Bis Dezember 2001 spielten Die Prinzen mit ihrer Jubiläumstour 10 Jahre Prinzen Konzerte in Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Im Jahr 2003 folgte Monarchie In Germany als ihr 9. Studioalbum. Die dazugehörige Single Chronisch Pleite platzierte sich wie auch das Album in den Charts. Im November 2004 kam mit Hardchor ein neues Album.

Tobias Künzel

Hier wandte sich der Stil aber eindeutig von der elektronischen Musik ab und hin zu akustischem Pop-Rock. Von 2004 bis Ende 2008 warben die Prinzen für die Freiberger Brauhaus AG. 2006 feierten sie mit der Tour Akustisch Live ihr 15-jähriges Bestehen. Im November 2006 gaben die Prinzen mit dem Filmorchester Babelsberg ein Konzert, das im darauf folgenden Frühjahr auf DVD und CD mit dem Titel Die Prinzen - Orchestral veröffentlicht wurde. 2007 waren sie auf Schlösser Tour und arbeiteten mit der Sängerin Annett Louisan zusammen. Auf der CD Das optimale Leben unterstützten sie die Sängerin gesanglich beim Lied Mein innerer Schweinehund. Am 5. September 2008 erschien die neue Single Frauen Sind Die Neuen Männer von dem am 26. September 2008 veröffentlichten Album Die Neuen Männer. Auf diesem Album spielen sie auch mit dem Thema Denglisch.

Seit 2010[Bearbeiten]

2011 feierten die Prinzen ihr 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass veröffentlichten sie am 19. November 2010 das Best-of-Album Es war nicht alles schlecht. Am 1. Juni 2011 gab die Band ein Open-Air Konzert auf dem Eröffnungsabend des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages. 2013 begaben sich die Prinzen auf eine Kirchentour quer durch Deutschland.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Die Prinzen/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chart-Positionen [3] Anmerkung
DE AT CH
1991 Das Leben ist grausam 5
(78 Wo.)
39
(2 Wo.)
20
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. September 1991
Verkäufe: + 1.025.000
1992 Küssen verboten 6
(48 Wo.)
21
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. September 1992
Verkäufe: + 775.000
1993 Alles nur geklaut 4
(41 Wo.)
2
(16 Wo.)
13
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. November 1993
Verkäufe: + 785.000
1995 Schweine 3
(37 Wo.)
6
(15 Wo.)
22
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. April 1995
Verkäufe: + 250.000
1996 Alles mit'm Mund 25
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 1996
1999 So viel Spaß für wenig Geld 9
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Mai 1999
1999 Festplatte 88
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. November 1999
2001 D 13
(20 Wo.)
50
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 2001
2003 Monarchie in Germany 17
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. März 2003
2004 Hardchor 61
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. November 2004
2008 Die neuen Männer 42
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. September 2008
2011 Es war nicht alles schlecht 69
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Januar 2011

Single-Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chart-Positionen [3] Anmerkung
DE AT CH
1991 Gabi und Klaus
Das Leben ist grausam
24
(16 Wo.)
9
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 1991
1991 Millionär
Das Leben ist grausam
36
(16 Wo.)
29
(4 Wo.)
11
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Dezember 1991
1992 Mann im Mond
Das Leben ist grausam
30
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. April 1992
1992 Mein Fahrrad
Das Leben ist grausam
68
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Juni 1992
1992 Küssen verboten
Küssen verboten
17
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 1992
1993 Alles nur geklaut
Alles nur geklaut
4
(27 Wo.)
3
(12 Wo.)
26
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. September 1993
Verkäufe: + 265.000
1994 Überall
Alles nur geklaut
63
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. März 1994
1995 (Du mußt ein) Schwein sein
Schweine
8
(22 Wo.)
13
(12 Wo.)
26
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. April 1995
Verkäufe: + 250.000
1996 Alles mit'm Mund
Alles mit'm Mund
96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 1996
1997 Ganz oben
Ganz oben
82
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. November 1997
(feat. Thomanerchor Leipzig)
1999 So viel Spaß für wenig Geld (Ich freu mich)
So viel Spaß für wenig Geld
68
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. April 1999
2001 Deutschland
D
15
(27 Wo.)
10
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. August 2001
Verkäufe: + 250.000
2002 Olli Kahn 32
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2002
2003 Chronisch Pleite
Monarchie in Germany
56
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Februar 2003
2004 Unsicherheit macht sich breit
Hardchor
77
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. November 2004
2008 Frauen sind die neuen Männer
Die neuen Männer
64
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. September 2008
2009 Be cool speak Deutsch
Die neuen Männer
100
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Februar 2009

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

Die Prinzen erhielten 14 Goldene Schallplatten und sechs Platinauszeichnungen und erhielten seit 1993 zahlreiche Preise.[4][5]

ECHO[6]

  • 1993: in der Kategorie „Gruppe National Rock/Pop“
  • 1994: in der Kategorie „Videoclip national“ (Alles nur geklaut)

Fred-Jay-Preis

  • 1999

Goldene Stimmgabel / Goldene Europa

  • 1993, 1998

Popcorn

  • 1992: „Gold“ in der Kategorie „Band“

RSH-Gold

  • 1992: in der Kategorie „Newcomer National“[7]
  • 1994: in der Kategorie „Video des Jahres“[8]

Sonstige

Literatur[Bearbeiten]

  •  Claudia Wiegand: Die Prinzen. Paul Zsolnay Verlag, 1993, ISBN 3-552-05127-9.
  •  Ernst Hofacker: Das offizielle Prinzen-Buch – Fakten, Fotos, Hintergründe. edel company, 1994, ISBN 3-927801-81-X.
  •  Peter Wendling: Die Prinzen – Die Geschichte der deutschen Supergruppe. Goldmann Verlag, 1995, ISBN 3-442-43425-4.
  •  Jürgen Stark: Die Prinzen – Die deutsche Supergruppe. ECON Verlag, 1996, ISBN 3-612-12003-4 (mit einem Vorwort von Sebastian Krumbiegel).
  •  Jürgen Reitet, Mark Daniel: Alles mit’m Mund – Das Prinzen-Buch für königliche Gaumenfreu(n)de. ECON Verlag, 1997, ISBN 3-612-12022-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Prinzen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dirk Schrots Biography Abgerufen am 27. März 2011.
  2. Die Prinzen. In: Pop-Archiv International 03/2006 / Munzinger-Archiv. 11. März 2006. Abgerufen am 20. März 2011.
  3. a b Chartquellen: DE AT CH
  4. Stand 2002
  5. Chronologie
  6. Echo. In: Pop-Archiv International 04/2010 / Munzinger-Archiv. 15. April 2010. Abgerufen am 22. März 2011.
  7. RSH-Gold Verleihung 1992
  8. RSH-Gold Verleihung 1994