Differdingen
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Luxemburg |
| Koordinaten: | 49° 31′ N, 5° 54′ O49.5193388888895.894025Koordinaten: 49° 31′ 10″ N, 5° 53′ 38″ O |
| Distrikt: | Luxemburg |
| Kanton: | Esch-sur-Alzette |
| Einwohner: | 22.769 (1. Januar 2013)[1] |
| Fläche: | 22,2 km² |
| Bevölkerungsdichte: | 1027 Einw./km² |
| Gemeindenummer: | 00010002 |
| Website: | www.differdange.lu |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Claude Meisch (DP) |
| Wahlsystem: | Proporzwahl |
Differdingen (lux. Déifferdeng, örtlich Déifferdang, frz. Differdange) ist eine Stadt sowie eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg. Sie gehört zum Kanton Esch-sur-Alzette. Die Stadt liegt im Süden von Luxemburg im Dreiländereck mit Belgien und Frankreich. Differdingen ist nach Luxemburg (Stadt) und Esch-sur-Alzette die drittgrößte Gemeinde des Landes und hat wie Esch einen Ausländeranteil von über 50 %. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre Stahlindustrie – Differdinger ist in der Bauwirtschaft ein Synonym für mittlere Stahlträger.
Inhaltsverzeichnis |
Zusammensetzung der Gemeinde [Bearbeiten]
Differdingen besteht aus folgenden Ortschaften:
- (Alt-)Differdingen
- Oberkorn
- Niederkorn
- Lasauvage
- Fond-de-Gras
Geschichte [Bearbeiten]
Mit der Entdeckung von Eisenerzvorkommen und der damit einhergehenden Eisen- und Stahlindustrie begann für Differdingen und die gesamte Minette-Region in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der industrielle Aufschwung. Anfangs in Bergwerken, später im Tagebau, wurde die Minette abgebaut und in den Hütten verarbeitet. Mit den neu entstandenen Arbeitsplätzen stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde rasant an. Anfangs kamen die Arbeiter aus Luxemburg (vor allem aus dem Ösling), doch bereits nach kurzer Zeit musste man auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgreifen. Diese kamen zu Beginn aus den Nachbarländern, später hauptsächlich aus Portugal und Italien.
Nach der Stahlkrise der 1970er Jahre wurde die Produktion zurückgefahren und viele Arbeiter mussten entlassen werden. Obwohl sich die Lage in den letzten Jahren gebessert hat, haben die Minette-Gemeinden bis heute an den Folgen der Krise zu leiden.
In Differdingen befindet sich ein ehemaliges Hochofenwerk der HADIR, dann seit 1967 der ARBED. Hier werden auch die weltweit bekannten Greyträger gewalzt. Heute wird es von der Arcelor als Elektrostahlwerk betrieben.
Als Differdinger werden Stahlträger mit mittlerem Profil (IPE-Formstahlträger) bezeichnet.
Generalstreik vom 31. August 1942 [Bearbeiten]
Jedes Jahr gedenken die Beschäftigten der ProfilARBED der Arbeitskollegen, die infolge des Streiks vom 31. August 1942 am 2. September desselben Jahres von den Nazis standrechtlich erschossen wurden, indem eine Zeremonie vor der Gedenktafel abgehalten wird. Im Musée national de la résistance in Esch sind die damaligen Geschehnisse dokumentiert.[2]
Kirche von Differdingen [Bearbeiten]
Die Kirche Notre Dame de douleurs wurde 1954 errichtet und 1955 geweiht. Die Kirchenorgel wurde von der Uergelmanufaktur Georg Westenfelder gebaut. 2010 musste die Kirche geschlossen werden, da man die Stabilität des Gebäudes nicht mehr gewähren konnte. Die Großbaustellen auf beiden Seiten der Kirche hatten die Fudamente der Kircher derart beschädigt[3], dass 2012 der Abriss beschlossen und durchgeführt wurde.
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1906 - 1912 : Jean Conzemius
- 1912 - 1935 : Émile Mark
- 1935 - 1938 : Jean-Baptiste Scharlé
- 1938 - 1963 : Pierre Gansen
- 1964 - 1968 : Jean Gallion
- 1969 - 1979 : Joseph Haupert
- 1979 - 1993 : Nicolas Eickmann
- 1994 - 2001 : Marcel Blau
- Zënter 2002 : Claude Meisch
Bildungseinrichtung [Bearbeiten]
Seit 1968 ist im Schloss Differdingen eine Zweigstelle der Miami University untergebracht.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Fond-de-Gras [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Fond-de-Gras
Fond-de-Gras ist eine stillgelegte Eisenerzumladestation und gehört heute zum kulturellen Inventar Luxemburgs. Die ehemaligen Gleisstrecken und Eisenbahnbauten werden heute von den Museumsbahnen „Train 1900“ und „Minièresbunn“ genutzt. Zu sehen gibt es außerdem eine ehemalige Generatorenhalle aus Hollerich, eine alte Walzstraße sowie einen historischen Krämerladen.
Giele Botter [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Giele Botter
Der Giele Botter („Gelbe Butter“) ist ein ehemaliges Tagebaugebiet, auf dem zwischen 1960 und 1977 Eisenerz abgebaut wurde. Seit 1991 bildet das gesamte Gebiet um den stillgelegten Tagebau ein Naturschutzgebiet, die sog. Réserve Naturelle Prënzebierg.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Ahlen, Nordrhein-Westfalen
Chaves, Portugal
Fiuminata, Marken
Longwy, Lothringen
Waterloo, Wallonisch-Brabant
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Marcelle Lentz-Cornette (1927-2008), Politikerin
- Paul Katow (1949-2008), Autor
- Léa Linster (* 1955), Köchin
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2013 (franz.)
- ↑ Gréve générale de 1942: commémoration à Schifflange et Differdange. En souvernir des camarades de travail fusillés par l'occupant nazi. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 24./25. August 2002.
- ↑ ' Luxemburger Wort, 10. November 2012 : „So sah es aus in der Differdinger Pfarrkirche, die nun abgerissen wird“
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