Doctor Sleep (Roman)

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Doctor Sleep ist ein 2013 erschienener Horror-Roman des amerikanischen Schriftstellers Stephen King. Die deutsche Übersetzung von Bernhardt Kleinschmidt erschien unter identischem Titel ebenfalls 2013. Der Roman erzählt die Geschichte von Danny Torrance aus dem 1977 erschienenen Shining weiter.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Handlung setzt drei Jahre nach dem Tod von von Dannys Vater Jack Torrance und der Zerstörung des Overlook-Hotels ein, als der achtjährige Danny erneut von Geistern heimgesucht wird. Danny verfügt über eine übersinnliche Begabung, das sogenannte „Shining“, die ihn die Gedanken von anderen Menschen lesen und Visionen von zukünftigen und vergangenen Ereignissen erleben lässt. Diese Visionen können lebensbedrohlich sein. Dannys Mentor Dick Hallorann zeigt ihm einen Trick, um ungebetene Geister und Visionen in einem imaginären Schließfach einzusperren.

Nachdem Danny als Erwachsener lange Jahre ziellos, Alkohol abhängig und gewalttätig durch die USA geirrt ist, gelingt es ihm in einer Kleinstadt in New Hampshire ein geordnetes Leben zu beginnen. Er besucht regelmäßig Treffen der Anonymen Alkoholiker und findet Arbeit in einem Hospiz. Hier kann er seine übersinnlichen Fähigkeiten, die er lange mit Alkohol unterdrückt hatte, einsetzen, um den Menschen das Sterben durch psychischen Beistand zu erleichtern. So bekommt er den Beinamen „Doctor Sleep“.

Im Jahr 2013 wird Danny von Abra Stone, einem Mädchen das kurz vor den Anschlägen vom 11. September geboren wurde, um Hilfe gebeten. Abra hatte schon vor Jahren mit ihren eigenen übersinnlichen Fähigkeiten zunächst unbewusst Kontakt mit Danny aufgenommen. Nun kontaktiert Abra Danny mit Telepathie, da sie eine Vision eines grausamen Ritualmordes hatte.

Dieser Mord wurde begangen von einer Gruppe Menschen, die sich der „Wahre Knoten“ nennen. Diese Gruppe reist in Wohnmobilen durch die USA und ermordet übersinnlich begabte Menschen auf grausame Art, da diese Menschen in ihrer Todesqual eine Essenz namens „Steam“ produzieren. „Steam“ ermöglicht den Mitgliedern des „Wahren Knotens“ ein beinahe ewiges Leben.

Die Anführerin dieser Gruppe, Rose „the Hat“, erfährt durch eine Vision von Abras Existenz und plant diese zu entführen, um sie möglichst lange lebend zu quälen, da Abra durch ihre enormen übersinnlichen Fähigkeiten eine einzigartige Quelle für „Steam“ wäre.

Nachdem der „Wahre Knoten“ zweimal erfolglos versucht hat Abra zu entführen, beschließen Danny und Abra, unterstützt von Abras Eltern und einem Freund, Rose herauszufordern und zu töten. Es kommt zu einem Showdown auf einem Campingplatz, der sich auf den Ruinen des Overlook-Hotels befindet.

Abra und Danny, der mittlerweile erfahren hat, das Abras Mutter seine Halbschwester ist, gelingt es schließlich, Rose und alle verbliebenen Mitglieder des „Wahren Knotens“ zu vernichten. Unterstützt werden sie vom Geist von Jack Torrance, Dannys Vater und Abras Großvater.

Rezeption[Bearbeiten]

Für Margaret Atwood handelt „Doctor Sleep“ nicht zuletzt von Familien und der Misshandlung von Kindern und Frauen durch männliche Angehörige. Zudem sei das Verhandeln von Familienverhältnissen eine grundlegende Konstante der amerikanischen Horror-Literatur.[1]

Dietmar Dath beschreibt den Roman nicht nur als unverstellten Horror, sondern auch als Vergewisserung darüber, was das Genre leisten könne: eine Analyse gesellschaftlicher Grundbedingungen. Im Vergleich mit „Shining“ arbeitet Dath heraus, dass in den 70ern Angst von Politik und Kultur gebändigt werden sollte, während heute Politik und Kultur von nichts anderem als Angst handeln. King empfehle mit „Doctor Sleep“ auf Angst nicht im Zorn zu reagieren, sondern mit klarem Kopf und Empathie für den vermeintlichen Gegner.[2]

Burkhard Müller ist besonders von der emotionalen Qualität der Figuren angetan. Verschiedene Aussenseiter, die sich zusammen schließen und genau wie ihre Gegenspieler Loyalität und Liebe in einer Gruppe erfahren.[3]

Ausgaben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margaret Atwood: Shine On. In: New York Times Book Review, 19. September 2013 ([1]).
  2. Dietmar Dath: Shine und Zeit. In: FAZ, 27. September 2013 ([2]).
  3. Burkhard Müller: Diese Rentner sind Vampire. In: Die Zeit, 7. November 2013 ([3]).