Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau

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Filmdaten
Deutscher Titel Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau
Originaltitel Easy Virtue
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge ca. 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 6[1]
JMK 0[2]
Stab
Regie Stephan Elliott
Drehbuch Stephan Elliott,
Sheridan Jobbins
Produktion Joseph Abrams,
James D. Stern,
Barnaby Thompson
Musik Marius De Vries
Kamera Martin Kenzie
Schnitt Sue Blainey
Besetzung

Easy Virtue ist eine britische gesellschaftssatirische Filmkomödie aus dem Jahr 2008. Regie führte Stephan Elliott, der gemeinsam mit Sheridan Jobbins das Drehbuch anhand eines Theaterstücks von Noël Coward schrieb. Dabei weicht das Skript stark von der literarischen Vorlage und auch von der Erstverfilmung durch Alfred Hitchcock ab. Anders als Theaterstück und Stummfilm hat diese Verfilmung ein, wenn auch offenes, Happy End.

Handlung[Bearbeiten]

Die Amerikanerin Larita Huntington lernt beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo 1930 den jungen Engländer John Whittaker kennen und heiratet ihn. Larita ist kapriziös, schick und nach der neuesten Mode gekleidet; sie trinkt Alkohol, raucht und nimmt kein Blatt vor den Mund, während John schüchtern und unerfahren ist. Gemeinsam reist das Paar nach England, wo Larita der Familie vorgestellt werden soll. Die Whittackers gehören zur Gentry und führen das Leben des englischen Landadels mit Fuchsjagden, Wohltätigkeitsveranstaltungen und gegenseitigen Einladungen. Johns Mutter Veronica Whittaker steht der selbstbewussten Schwiegertochter von Beginn an ablehnend gegenüber, zumal deren finanzielle Ressourcen nicht ausreichen, um den überschuldeten Besitz der Whittackers zu retten. Als Ehefrau für John hatte sie die Tochter des reichen Lord Hurst vorgesehen. Die beiden Schwestern Hilda und Marion schwanken zwischen Bewunderung und Neid. Marion ist in Illusionen über die Rückkehr eines Liebhabers befangen, der sich ohne weiteren Kommentar abgesetzt hatte, während Hilda hoffnungslos in den Sohn des reichen Nachbarn der Whittackers, Lord Hurst, verliebt ist. Unterstützung und Verständnis erhält Larita von ihrem Schwiegervater Colonel Jim Whittacker, einem zynischen und verbitterten Veteranen des Ersten Weltkriegs, und sie kann sich der Sympathien des Butlers Furber und des Dienstpersonals sicher sein.

Der Landsitz der Whittackers (Flintham Hall)

Je länger John auf dem heimatlichen Landsitz lebt, um so schwerer fällt ihm der Familie mitzuteilen, dass er mit Larita in Zukunft in London leben wird, was er seiner Frau versprochen hatte. In langen Gesprächen, bei denen Mrs. Whittacker an seine Verantwortung der Familie gegenüber appelliert, kommen sich Mutter und Sohn wieder näher. Larita verbringt mehr Zeit bei ihrem Schwiegervater in dessen Werkstatt, wo er an Motorrädern herumschraubt. Der Major, der im Ersten Weltkrieg in Frankreich war, spricht gerne mit seiner Schwiegertochter, in der er eine gleichrangige Gesprächspartnerin findet. Larita erzählt ihm von ihrer Kindheit in Detroit, wo ihr Vater als Mechaniker bei den Ford-Werken arbeitete und wo ihre Leidenschaft für Autos begann. Sie erzählt Colonel Whittacker, dass sie mittellos ist. Ihr Kapital ist der Rennwagen, mit dem sie Geld verdient, und ein Ölgemälde, das ein gewisser Spanier, es ist wohl Picasso, obwohl der Name nicht fällt, von ihr gemalt hat. Dieses Bild wird zum Symbol im Kampf der beiden Frauen um John. Larita setzt zwar durch, dass das anstößige Bild im Haus aufgehängt wird, muss aber zum Ausgleich als Reiterin an der Fuchsjagd teilnehmen, die sie vehement ablehnt. Larita steigt dann zwar in den Sattel, allerdings des Motorrads, das sie und Mr. Whittacker inzwischen repariert haben. Der Kleinkrieg der beiden Frauen geht weiter. Mrs. Whittacker verteilt überall im Haus Blumensträuße, weil sie weiß, dass Larita auf Blumen mit allergischem Niesen reagiert. Während einer Wohltätigkeitsshow zu Gunsten von Kriegsveteranen sollen Larita und Schwägerin Hilda einen Cancan vorführen. Philip Hurst, den Hilda hoffnungslos anhimmelt, macht ihr weis, ein echter Cancan müsse ohne Unterhosen getanzt werden, was die naive Hilda in die Tat umsetzt. Verantwortlich gemacht für Hildas Blamage wird aber Larita. Larita und John, die keine Privatheit mehr kennen, sondern immer unter den wachsamen Augen der ganzen Familie leben, haben sich in ein abgelegenes Jagdhaus zu einem Schäferstündchen zurückgezogen. Mitten im Liebesakt werden sie von der Hundemeute einer Jagdgesellschaft, zu der auch Lord Hurst und Mrs. Whittacker gehören, in flagranti ertappt. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, Larita wird wie eine Außenseiterin geschnitten und erhält wenig Unterstützung von ihrem Mann.

Inzwischen erfährt Larita von einem Familienskandal bei den Whittackers: Der Colonel war nach Kriegsende über ein Jahr nicht nach Hause gekommen und hatte eine Zeit lang als Alkoholiker in einem französischen Bordell gelebt. Mrs. Whittacker hatte ihn peinlicherweise selbst dort herausgeholt, der Nachbarschaft wird aber erzählt, er sei aus eigenem Antrieb zu seiner Frau zurückgekommen. Seither ist die Ehe nur noch eine Farce. Auf einem Empfang ihr zu Ehren lernt Larita die Hursts und deren Tochter Sarah kennen. Sarah war die Jugendfreundin von John, und Mrs. Whittacker hatte sich Hoffnungen gemacht, durch eine Heirat das finanziell angeschlagene Familienlandgut vor dem Ruin retten zu können. Sarah zeigt keine Abneigung gegen Larita und umgekehrt, die beiden Frauen freunden sich an. Mrs. Whittacker erzählt John in einem Gespräch unter vier Augen von ihren ursprünglichen Hochzeitsplänen für ihn und den wirtschaftlichen Problemen; sie appelliert an das Verantwortungsbewusstsein ihres Sohnes und rät ihm durch die Blume, sich wieder scheiden zu lassen. John wird nachdenklich und sucht die Nähe und das Gespräch mit Sarah. Inzwischen haben die Schwägerinnen in Laritas Vergangenheit gewühlt und heraus gefunden, dass diese schon einmal verheiratet war: Ihr Mann war erheblich älter und starb unter mysteriösen Umständen nach einer schweren Krankheit. Larita hatte wegen Mord an ihrem Ehemann vor Gericht gestanden, war aber freigesprochen worden. Später gibt sie zu, ihrem Mann, den sie sehr geliebt habe, auf dessen Wunsch hin mit einer Spritze Sterbehilfe geleistet zu haben. John, der vom Vorleben seiner Frau nichts wusste, ist entsetzt und wendet sich enttäuscht von Larita ab. Als Larita ihn bei einem Hausball auf dem Landsitz zum Tanz auffordert, weigert er sich und geht fort. Stattdessen springt der Schwiegervater ein und legt mit Larita einen provozierend langen und erotisch aufgeladenen Tango aufs Parkett. Die Ballgesellschaft reagiert mit eisiger Ablehnung. Mrs. Whittacker droht Larita, sie aus dem Haus zu werfen. Doch diese hat nun selber genug und packt ihre Koffer, um ohne John nach London aufzubrechen. Zuvor sagt sie Sarah, sie solle John heiraten. In einer Schlussansprache rechnet sie in einer flammenden Rede mit der Schwiegermutter und den Schwägerinnen und deren aus ihrer Sicht verlogener Doppelmoral ab. Bevor sie in ihr Rennauto steigt, übergibt sie dem Butler Furber (mit der Bemerkung "für Jackson ist auch 'was drin") einen Umschlag mit Geld. Da stürmt plötzlich der Colonel aus dem Haus, springt in den offenen Wagen und lässt sich neben ihr auf den Sitz fallen; Larita zeigt dabei keinerlei Regung. Der Colonel bittet sie loszufahren und gibt Jackson noch schnell die Anweisung, das Gemälde nach London zu schicken, sobald die Adresse bekannt sei. Larita startet den Wagen und fährt mit ihrem Schwiegervater davon.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Wiesbadener Tagblatt nennt den Film „ironisch und scharfzüngig“. Weiter: „Die peppigen Dialoge sind witzig, geistreich und unverschämt, die Einfälle oft schräg und bizarr, passen aber exzellent zu Larita.“[3]

Von der Fachkritik wurde der Film teilweise kontrovers rezensiert.[4]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde von Januar 2008 bis März 2008 in den Londoner Ealing Studios sowie auf den britischen Landsitzen Wimpole Hall in Cambridgeshire, auf Englefield House in Berkshire und auf Flintham Hall in Nottinghamshire gedreht.

Die Weltpremiere fand am 8. September 2008 auf dem Toronto International Film Festival statt. Am 24. Juni 2010 kam der Film in die deutschen Kinos. Der Soundtrack des Films umfasst viel Original-Musik der 1920er/1930er Jahre, u. a. von Cole Porter (You do something to me; Let´s Misbehave!) und Charleston-Melodien. Es werden aber auch populäre Songs der Neuzeit wie das durch Tom Jones bekannte Sexbomb im Stil der Zeit neu arrangiert. Ben Barnes und Jessica Biel singen einige Filmsongs aus dem Off selber, so Biel gleich zu Beginn des Films das von Autor Noel Coward selber verfasste Stück Mad About the Boy.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 82 kB) der FSK, abgerufen am 15. Jänner 201
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Filmkritik im Wiesbadener Tagblatt, publiziert am 8. Juni 2010, abgerufen am 8. Juni 2010
  4. Deutschsprachige Pressekritiken zu Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau bei film-zeit.de , abgerufen am 8. Juli 2010
  5. Jessica Biel singt im Studio Mad About the Boy für Easy Virtue ein, Youtube, hochgeladen am 31. Oktober 2008, abgerufen am 8. Juli 201
  6. Der Stern über die Musik in Easy Virtue, publiziert am 26. Juni 2010, abgerufen am 8. Juli 2010