Ein tödlicher Traum

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Dieser Artikel behandelt einen US-amerikanischen Spielfilm. Für den deutschen Spielfilm ähnlichen Titels (im Plural) siehe Die tödlichen Träume.
Filmdaten
Deutscher Titel Ein tödlicher Traum
Originaltitel Somewhere in Time
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Jeannot Szwarc
Drehbuch Richard Matheson
Produktion Stephen Deutsch
Ray Stark
Musik John Barry
Kamera Isidore Mankofsky
Schnitt Jeff Gourson
Besetzung

Ein tödlicher Traum (Alternativtitel: Eine Frau aus vergangenen Jahren) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1980. Die Literaturverfilmung des 1975 erschienenen Romans Bid Time Return von Richard Matheson erzählt die tragische Geschichte eines jungen Schriftstellers, gespielt von Christopher Reeve, der sich in ein altes Foto einer Schauspielerin verliebt, gespielt von Jane Seymour, und in die Zeit zurück reist, um diese Liebe kennenzulernen.

Handlung[Bearbeiten]

Auf dem „Millfield College“ wird dem angehenden Schriftsteller Richard Collier von einer alten verwirrten Frau eine alte Taschenuhr mit der Bitte, dass er zu ihr zurückkehren solle, übergeben. Noch bevor Richard sich wundern kann, verschwindet sie auch schon wieder und fährt zu sich heim, wo sie kurz darauf verstirbt.

Acht Jahre später ist Richard ein gefeierter Bestsellerautor in Chicago, der nicht nur unter dem Abgabetermin, sondern auch unter einer Schreibblockade leidet, sodass er seinen Wagen nimmt und aufs Land fährt, um den Kopf freizubekommen. Unterwegs entdeckt er das für ihn komplett unbekannte Grand Hotel, in dem er sich für eine Nacht eincheckt. Da er aber nicht still auf seinem Zimmer sitzen kann, nutzt er die Zeit und schlendert durch das Gebäude und entdeckt mit der „Hall of History“ einen kleinen Raum, wo er ein altes namenloses Gemälde einer Frau entdeckt, in die er sich sofort verliebt. Und wie er sich verliebt. Er bekommt sie einfach nicht mehr aus dem Kopf, sodass er beschließt herauszufinden, wer es ist. Nachdem er in der Bibliothek herausfand, dass es sich um die Schauspielerin Elise McKenna handelt, besucht er Laura Roberts, bei der Elise bis zuletzt wohnte, um mehr über sie herauszufinden. Dabei entdeckt er nicht nur, dass die alte Dame, die ihm einst die Uhr gab, Elise McKenna ist, sondern ihr 1912 ein Schicksal erfuhr, welches aus einer lebensfrohen jungen Frau eine schwermütige, einsame und zurückgezogene Dame machte.

Richard entdeckt allerdings auch ein Buch über Zeitreisen von seinem alten Professor. Er sucht ihn auf und fragt sich, wie eine solche möglich ist. Diese meint, dass man durch eine perfekte, der jeweiligen Zeit angepassten, Umgebung und Selbsthypnose den Zeitsprung schaffen könne. Also macht Richard sich auf, legt sich einen historischen Anzug und Frisur an, sucht sich das Zimmer im Grand Hotel und schafft es, nachdem er Beweise für seine Zeitreise fand und bemerkte, dass jeder Gegenstand, der nicht zur gewünschten Zeit passt, die Hypnose unmöglich macht, einen Zeitsprung zum 27. Juni 1912 um 6 Uhr zu vollziehen. Sofort begibt er sich auf die Suche nach Elise und muss freudig feststellen, dass sie ihn, ohne zu wissen, wer er ist, auch erwartet hat. Doch sie ist auch distanziert und hält ihn für einen aufdringlichen Fan, sodass sie ihn stehen lässt und mit ihrem Manager, William Fawcett Robinson, weggeht.

Aber Richard gibt nicht auf und nach einem gemeinsamen Tanz, bei dem er anschließend von Robinson raus geschmissen wird, schafft er es, einen Nachmittag mit Elise am See zu verbringen. Dabei verliebt sich auch Elise in Richard und erzählt ihr, dass ihr Manager einst erzählte, dass eines Tages die einzig wahre Liebe für sie erscheinen werde und sie sich nur für diesen einen Mann aufheben werde. Richard schenkt ihr die Taschenuhr, die sie einst ihm schenkte und beide gehen auf ihr Zimmer, wobei ihr anschließender Kuss von Robinson unterbrochen wird. Er ist entsetzt, dass sein Schützling sich einem anderen Mann an den Hals wirft und Elise ist wütend, dass Robinson hier die Grenzen des professionellen Verhältnisses zwischen den beiden überschreitet.

Abends besucht Richard das Theaterstück, in dem Elise die Hauptrolle hat, und ist von ihrem Spiel bezaubert. Sie selbst hat auf der Bühne eine längere Textpassage, bei der ihr die Gefühle durchgehen und sie den Text abwandelt und indirekt mit Richard spricht, wobei sie laut auf der Bühne sagt, dass sie ihn liebt. Und so begeistert Richard davon ist, so entsetzt ist Robinson, sieht er doch, dass er scheinbar seine Schauspielerin verliert, weswegen er Richard nach draußen bestellen lässt. Richard erhält die Nachricht erst, kurz nachdem er sah, wie verzweifelt der Fotograf versucht hat, ein Lächeln der Schauspielerin zu entlocken. Elise lächelte erst verliebt, als sie Richard sah, und so entstand das Foto, in das er sich 1980 verliebte. Aber dieser Liebe steht noch Robinson im Weg, der ihm außerhalb des Hotels erklärt, dass er sich nicht seine Schauspielerin kaputtmachen lässt. Doch weil Richard davon nichts wissen will und seine besten Absichten versichert, lässt Robinson ihn zusammenschlagen, fesseln und in den Pferdestall werfen. Anschließend nutzt er die Gunst der Stunde, erzählt einer aufgelösten Elise, dass Richard sie für immer verlassen hätte, niemals zurückkehrt und sie nun aufbrechen würden.

Als sich Richard aus dem Stall befreien kann, sucht er Elise und glaubt, nachdem er erfuhr, dass sie sofort abreisten, sie nie wieder zu sehen. Aber Elise ließ sich nicht stoppen und kehrte ins Hotel zurück und hat Glück Richard wieder in ihre Arme zu schließen. Nachdem sie eine Liebesnacht verbringen, frühstücken sie am nächsten Morgen gemeinsam und reden über ihre gemeinsame Zukunft und über Richards seltsamen Anzug, der seit mindestens 15 Jahren aus der Mode sei. Als dieser ihr den Anzug aber zeigen will und erklärt, wie sehr er ihn mag, entdeckt er eine Dollarmünze mit dem Konterfei von Abraham Lincoln aus dem Jahr 1979. Da diese Münze allerdings nicht in diese Zeit gehört, ist die Hypnose hinfällig und Richard muss entsetzt feststellen, dass er in seine Zeit zurück katapultiert wird, während er gleichzeitig eine entsetzte und verzweifelte Elise im Jahr 1912 zurücklässt. Selbstverständlich versucht der niedergeschlagene und tief getroffene Richard erneut durch Hypnose in die Zeit zurückzukehren, doch er schafft es nicht. Er bleibt in seiner Zeit hängen und wird von seinem Trennungsschmerz und Liebeskummer aufgefressen, sodass er nach über einer Woche ohne Nahrung verstirbt und erst im Himmel seine geliebte Elise wieder in die Arme schließen kann.

Kritik[Bearbeiten]

„Tragisch endendes Melodram in den Kulissen einer vergangenen Epoche, das beschauliche Unterhaltung in gediegener Inszenierung, mit guten Darstellern und größtenteils überzeugender Konstruktion bietet.“

Lexikon des Internationalen Films

Somewhere in Time ist für das Zeitreisen genau das, was die Hindenburg für Luftschiffe war. […] Das Drehbuch ist unbezahlbar (lustig) und obwohl sowohl Miss Seymour als auch Christopher Plummer […] glaubwürdig spielen, ist es Mr. Reeve, der die Stimmung des Films vorgibt. Unglücklicherweise wirken die Qualitäten, die ihm zu so einem idealen Superman machten, nämlich sein ungetrübtes gutes Aussehen, sein Granitprofil, seine strahlende Naivität und seinen Eifer, einfach nur noch absurd.“

Vincent Canby in der New York Times[1]

Somewhere in Time will, dass wir seinen geschwungenen romantischen Idealismus über eine Liebe teilen, die so groß ist, dass sie nicht nur Jahrzehnte überspannt, sondern auch die Heiligkeit der Zeit verletzt. […] In seinem ersten Film seit Superman kann Reeve allerdings nicht besonders überzeugen. Er wirkt ein wenig stumpf und unbeholfen. Er wirkt so verzweifelnd ernst in seiner Liebe für die Schauspielerin, dass er jedes Mal so wirke, als würde er schielen. Der ganze Film ist so feierlich und so ehrfürchtig zu seinem Thema, dass er im Endeffekt einfach albern ist.“

Roger Ebert in der Chicago Sun-Times[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das „Pipers Opera House“, Ort der Inspiration für die Geschichte
Richard Matheson verliebte sich in dieses Photo von Maude Adams und schrieb daraufhin den Roman Bid Time Return

Entstehung des Romans[Bearbeiten]

Als der Schriftsteller Richard Matheson mit seiner Familie durchs Land reiste, entdeckte er im Piper’s Opera House in Virginia City das Foto der Schauspielerin Maude Adams, welches er als "großartige Fotografie" betrachtete. Es inspirierte ihn so sehr, dass er sich in das Bild und die Frau verliebte, sodass er sich die Frage stellte, „was wäre, wenn dies irgendeinem Typen passieren würde, der zurück in die Zeit reisen könnte?“ Daraufhin begann Matheson über das Leben Adams zu recherchieren und war überrascht von ihrer Zurückgezogenheit. Um den Roman zu schreiben, mietete er sich mehrere Wochen ins Hotel del Coronado ein, wo er seine Eindrücke auf ein Diktiergerät sprach und sich in die Rolle des Richard Collier einfühlte.[3] Adams diente seiner Figur der Elise McKenna nahezu identisch als Vorlage.[4] Der Titel des Romans Bid Time Return entstand aus der Zeile aus Shakespeares Drama Richard II., aus der zweiten Szene des dritten Aktes: „O call back yesterday, bid time return“.

Unterschiede zwischen Buch und Film[Bearbeiten]

Im Roman reist Richard aus dem Jahr 1971 in das Jahr 1886, während er im Film von 1980 nach 1912 reist. Außerdem wurde die Handlung aus dem Hotel del Coronado ins Grand Hotel verlegt. Während im Film die Zeitreise nicht bezweifelt wird, verstirbt Richard im Buch an einem Hirntumor und die Zeitreise wird als Reihe von Halluzinationen dargestellt. Außerdem existiert die Szene mit der Uhr nicht im Roman und es ist auch nicht Robinson, der von Richards Ankunft sprach, sondern zwei Wahrsagerinnen, die diese prophezeiten.

Fanclub[Bearbeiten]

1990 gründete Bill Shepard mit International Network of Somewhere In Time Enthusiasts (INSITE) einen Fanclub zum Film, „um sowohl den Film, als auch all jene, die bei der Entstehung des Films zu ehren“. Insite initiierte einen Gedenkstein zum Film auf Mackinac Island, nahe dem Hotel, wo der Film gedreht wurde. Außerdem bezahlte der Fanclub 1997 Reeves Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und sponserte gemeinsam mit einem Fanclub der Fernsehserie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft 1999 Seymours Stern. Außerdem veranstaltet der Fanclub ein jährliches Wochenende im Grand Hotel, bei dem sich alle Gäste dem Film entsprechend kleiden und mit den Filmemachern gemeinsam feiern.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten]

Der Film wurde im Grand Hotel, dem Mackinac College, auf Mackinac Island und in Chicago gedreht.

Während der Dreharbeiten hatte der Regisseur Jeannot Szwarc Probleme in gemeinsamen Szenen zwischen Christopher Plummer und Christopher Reeve den richtigen Chris anzusprechen, sodass er Plummer mit Mr. Plummer und Reeve mit Bigfoot ansprach.

Im Film spricht Richard Collier mit einem Dr. Finney über dessen Zeitreisebuch. Dies ist eine Anspielung auf den Schriftsteller Das andere Ufer der Zeit, dessen Roman Jack Finney fünf Jahre vor der Vorlage Bid Time Return erschien und mit der gleichen Prämisse des Zeitreisens arbeitet.

Da, mit Ausnahme von Notfallfahrzeugen, der Einsatz von Automobilen auf Mackinac Island verboten ist, musste die Stadtverwaltung eine Sondergenehmigung während des Drehs erteilen. Der eigentliche Verkehr ist auf der Insel auf Pferd, Buggy oder Fahrrad beschränkt.

Die damals noch völlig unbekannten William H. Macy, Don Franklin und George Wendt haben jeweils eine Statistenrolle in dem Film. Richard Matheson hat einen Cameo-Auftritt als Hotelgast und die damaligen Gäste des Hotels wurden als Statisten engagiert.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde für den Film ein Produktionsbudget von acht Millionen US-Dollar veranschlagt. Universal Studios wollte dem Film allerdings nur produzieren, wenn er vier Millionen kosten würde. Im Endeffekt waren es 5,1 Mio. US-Dollar. Wegen eines Schauspielerstreiks wurden Reeve und Seymour untersagt, für den Film zu werben.[5] Allerdings konnte der Film dennoch 9,7 Mio. US-Dollar an den Kinokassen einspielen, nachdem er am 3. Oktober 1980 startete.[6] Im deutschsprachigen Raum erhielt der Film keine Kinoveröffentlichung und wurde in Westdeutschland lediglich im November 1986 auf VHS veröffentlicht. Auf DVD ist der Film seit dem 31. Oktober 2000 erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vincent Canby: Somewhere in Time (1980) auf nytimes.com vom 3. Oktober 1980 (englisch), abgerufen am 4. Januar 2012
  2. Roger Ebert: Somewhere in Time auf suntimes.com vom 6. Oktober 1980 (englisch), abgerufen am 4. Januar 2012
  3. Diaz de Chumaceiro, Cora L. "Maude Adam's Portrait as Muse for Richard Matheson." Creativity Research Journal, 2005, Vol. 17, Issue 2/3, Seite 297/298.
  4. Latter-day Saint (Mormon) Main Character in the movie Somewhere In Time (1980). LDSFilm.com. 5. November 2004. Abgerufen am 4. Januar 2012.
  5. Shephard, The Somewhere in Time Story
  6. Somewhere in Time (1980) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 4. Januar 2012