Etta James

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Etta James in Lansing, Michigan (2006)

Etta James (* 25. Januar 1938 als Jamesetta Hawkins in Los Angeles, Kalifornien; † 20. Januar 2012 in Riverside, Kalifornien) war eine US-amerikanische Rhythm-and-Blues-, Blues-, Gospel-, Rock-’n’-Roll- und Jazz-Sängerin.

Leben[Bearbeiten]

Etta James bei einem Konzert in Frankreich (1990)

Etta James wurde als Tochter einer 14-jährigen Afro-Amerikanerin als Jamesetta Hawkins geboren. Ihren ersten Gesangsunterricht bekam sie im Alter von fünf Jahren von James Earle Hines, dem Direktor des „Echoes of Eden“-Chors der St. Paul Baptist Kirche in Los Angeles. Im Jahr 1950 zog sie mit ihrer Familie nach San Francisco.

Sie gründete 1952 das Trio „The Creolettes“, das von Johnny Otis entdeckt wurde. Darüber, wie es zu dieser Entdeckung kam, gibt es zahlreiche Versionen. Otis Version besagt, dass Etta James nach einem seiner Auftritte in San Francisco in sein Hotelzimmer kam und ihn zu einer Audition überredete. Etta James selbst erzählt, dass dies eines der Mädchen aus dem Trio gewesen sei und dass sie um zwei Uhr Johnny Otis vorgesungen hätten. Otis schlug ihr vor, die Silben ihres Vornamens zu vertauschen und daraus einen Künstlernamen zu machen. Ihre ersten Aufnahmen, zusammen mit „The Otis“, folgten alsbald. Der Song The Wallflower, eine Antwort auf Hank Ballards Lied Work with Me, Annie, wurde sofort ein Hit im R&B-Bereich. Später wurde der Song von Georgia Gibbs, als Dance with Me, Henry, neu interpretiert.

Bis 1960 sang sie als Etta James & the Peaches, danach wechselte sie zu Chess Records. Gleichwohl wollte sich lange Zeit kein Erfolg im Mainstream einstellen. Erst nach ihrem Wechsel zu Chess Records kam auch der kommerzielle Erfolg. Er begann mit All I Could Do Was Cry und setzte sich die ganzen 1960er Jahre fort. Mit dem Aufstieg der Disco-Musik am Beginn der 1970er-Jahre nahmen ihre Erfolge wieder ab, aber ihre bisherige Musik machten sie bereits zu einer Ikone der amerikanischen Musik. Nachdem sie ihre Drogensucht erfolgreich bekämpft hatte, engagierte sie sich in Anti-Drogen-Projekten. 1978 und 1980 war sie als Vorgruppe der Rolling Stones unterwegs. Bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles sang sie When the Saints Go Marching In. 1993 wurde sie von den Kritikern mit dem Living Blues Award als beste Blueskünstlerin ausgezeichnet; eine Auszeichnung, die sie auch 2004 erhielt. 1995 erschien ihre Biographie Rage to survive, geschrieben von David Ritz.

Ihr Gesang zeichnete sich durch eine volltönende, ausgereifte Stimme aus, die einem jüngeren Publikum vor allem bekannt ist, weil sie Mitte der 1990er Jahre in einem Cola-Werbefilm mit dem Muddy-Waters-Klassiker I Just Wanna Make Love to You zu hören war. In Österreich wurde Ende der 1990er Jahre ihr größter Hit At Last in einer Essigwerbung verwendet und so einem breiteren Publikum bekannt. Der Film Cadillac Records zeigt ihre Lebensphase vom Wechsel zu Chess Records (1960) bis zum Tod des Gründers Leonard Chess (1969). Der Film kam am 23. April 2009 in die deutschen Kinos. Beyoncé Knowles verkörpert darin Etta. 2011 ist sie in der Single Levels des schwedischen DJs Avicii als Sample zu hören.

Ihre Söhne Donto (Schlagzeug) und Sametto (Bass) sind ebenfalls Musiker und waren Teil ihrer Begleitband, The Roots Band. Sametto produzierte auch ihr mit dem Grammy ausgezeichnetes Album Let’s roll.

Etta James, die an Alzheimer-Krankheit, Leukämie und Hepatitis C erkrankt war,[1] hatte ihren letzten öffentlichen Auftritt im April 2009. Sie starb am 20. Januar 2012 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame[3]
  • 1994: Grammy für die beste Jazz-Stimme
  • 1999: Aufnahme des Titels At Last (Argo, 1961) in die Grammy Hall of Fame
  • 2001: Aufnahme in die Blues Hall of Fame
  • 2003: Grammy für das Lebenswerk
  • 2003: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (Kategorie: Musik)
  • 2004: Grammy für das beste zeitgenössische Blues-Album (Let’s Roll)
  • 2005: Grammy für das beste zeitgenössische Blues-Album (Blues To The Bone)
  • 2008: Aufnahme des Titels The Wallflower (aka Roll with me, Henry) (Modern Records 1955) in die Grammy Hall of Fame

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1961: The Second Time Around
  • 1961: At Last![4]
  • 1962: Etta James
  • 1962: Sings for Lovers
  • 1963: Top Ten
  • 1964: Etta James Rocks the House [live]
  • 1965: The Queen of Soul
  • 1966: Call My Name
  • 1968: Tell Mama
  • 1970: Funk
  • 1971: Losers Weepers
  • 1973: Peaches
  • 1974: Come a Little Closer
  • 1976: Etta Is Betta Than Evvah!
  • 1978: Deep in the Night B
  • 1980: Changes
  • 1981: Chess Masters
  • 1981: Good Rockin’ Mama
  • 1982: Etta – Red Hot ’n’
  • 1983: Tuff Lover
  • 1986: R&B Queen
  • 1986: Early Show, Vol. 1 – Blues in the Night
  • 1986: Late Show, Vol. 2 – Live at Maria’s Memory
  • 1988: The Sweetest Peaches, Pt. 2
  • 1988: Etta James on Chess
  • 1989: The Gospel Soul of Etta James
  • 1989: Seven Year Itch
  • 1990: Stickin’ to My Guns
  • 1991: Tell Mama, Vol. 1
  • 1992: Back in Blues
  • 1992: I’d Rather Go Blind
  • 1992: The Right Time
  • 1994: Mystery Lady – Songs of Billie Holiday
  • 1994: Live
  • 1994: Live from San Francisco
  • 1995: Time After Time
  • 1997: Respect Yourself
  • 1997: Love’s Been Rough on Me
  • 1997: Her Best – Chess Legendary Masters Series
  • 1998: Hickory Dickory Dock
  • 1998: Life, Love & the Blues
  • 1998: 12 Songs of Christmas
  • 1999: The Heart of a Woman
  • 2000: Matriarch of the Blues
  • 2000: The Chess Box
  • 2001: Blue Gardenia
  • 2002: Live and Ready
  • 2002: Burnin’ Down the House: Live at the House of Blues
  • 2003: Let’s Roll (Grammy 2004 Best Contemporary Blues Album)
  • 2003: Live in New York
  • 2004: Blues to the Bone
  • 2006: All the Way
  • 2011: Etta James. Who's Blue. Rare Chess Recordings of the 60s & 70s, Kent Records 124053

DVD und Videos[Bearbeiten]

  • 1991: Live at Montreux [VHS]
  • 1992: This Country’s Rockin’ [VHS]
  • 2002: Etta James and the Roots Band – Burnin’ Down the House

Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 322f – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Etta James – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle Krankheiten www.nachrichten.at abgerufen am 21. Januar 2012
  2. Etta James ist tot Spiegel-Online, 20. Januar 2012.
  3. Etta James in der Rock and Roll Hall of Fame
  4. Das Album wurde bei der Umfrage der Zeitschrift "Rolling Stone auf Platz 118 der besten Alben aller Zeiten gewählt; vgl. Levy, Joe (Hrsg.): Rolling Stone. Die 500 besten Alben aller Zeiten. (Originalausgabe: Rolling Stone. The 500 Greatest Albums of all Time. Wenner Media 2005). Übersetzung: Karin Hofmann. Wiesbaden: White Star Verlag, 2011, S. 111