Fisker Karma

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Fisker Karma EVer EcoChic – Frontansicht (2), 6. Juni 2012, Düsseldorf.jpg
Fisker Karma, ein serieller Hybrid: einziger direkter Antrieb über zwei Elektromotoren mit insgesamt 300 kW (408 PS). Die elektrische Energie wird über einen 175 kW-Stromgenerator, der von einem 212-PS-Benzinmotor angetrieben wird, nachgeliefert.
Fisker Karma EVer EcoChic – Heckansicht, 31. Dezember 2012, Düsseldorf.jpg
Heckansicht

Der Fisker Karma ist eine Luxuslimousine des Automobilherstellers Fisker Automotive, angetrieben von zwei 150 kW-Elektromotoren (zusammen 408 PS), bei dem im Sport-Modus, zur Steigerung der Leistung, und zur Verlängerung der Batteriereichweite von 81 km um 400 km ein Generator Strom zuliefern kann, der von einem 156 kW (212 PS) starken Benzinmotor, einem 2-Liter-General Motors-Ecotec-Motor, angetrieben wird.

Der Verbrauch im Stealth-Mode (reiner Batteriebetrieb) liegt auf den ersten 81 km bei 0 Litern. Der Normverbrauch liegt bei 2,2 l/100 km. Im Sportmodus (408 PS, 5,9 Sekunden auf 100 km/h) unter Verwendung des Range Extenders (Generator) liegt der Verbrauch reell zwischen 10 und 12 l/100 km.

Der Wagen wird seit Juni 2011 vom Auftragsfertiger Valmet in Finnland gebaut, der auch schon im Auftrag von Porsche die Modelle Boxster und Cayman fertigte.[1]

Der Fisker Karma kann als reines Elektroauto betrieben werden (vom Hersteller Stealth-Modus genannt) und hat dann eine Reichweite von 81 km, eine Höchstgeschwindigkeit von 153 km/h und eine Beschleunigung von 7,9 s von 0 auf 100 km/h.

Wird der Sport-Modus gewählt, bei dem der 4-Zylinder Benzinmotor über einen 175 kW-Generator[2] zusätzlich Strom für die beiden Elektromotoren liefert, steigt die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h und die Beschleunigung auf 5,9 s von 0 auf 100 km/h. Der Wagen ist in dieser Form ein Hybridauto, und zwar ein Plug-in-Hybrid.[3]

Die Karosserieform wurde von dem dänischen Designer Henrik Fisker entworfen, der früher als Designer für BMW, Ingeni, eine Ford-Tochter, und Aston Martin arbeitete und mit dem deutschen Ingenieur Bernhard Köhler die Entwickler- und Custom-Firma Fisker Coachbuild LLC gründete, die zusammen mit Quantum Technologies die Herstellerfirma Fisker Automotive ins Leben rief.

Die knapp fünf Meter lange und knapp zwei Meter breite Skelettkarosserie (space frame) besteht aus Aluminium, die von Norsk Hydro geliefert wird.

Aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Fisker ist die Produktion derzeit eingestellt.

Elektromotoren[Bearbeiten]

Die beiden Elektromotoren mit je 150 kW mit einem Gesamtdrehmoment von 1330 Newtonmeter treiben die Hinterachse an.[4]

Bremsen[Bearbeiten]

Verzögert wird das 2,5 t (Betriebsbereit inkl. Akku) schwere Fahrzeug beim schnellen Bremsen von zwei 6-Kolben-Brembo-Bremsen vorne und zwei 4-Kolben-Brembo-Bremsen an den Hinterrädern. Außerdem gewinnt der Wagen beim Bremsen Energie zurück, indem ein Teil der Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie verwandelt wird (vgl. Rekuperationsbremse). Dabei können zwei Verzögerungsstufen vorgewählt werden.[5]

Batterie[Bearbeiten]

Der Lithium-Ionen-Akkumulator hat eine Kapazität von 20 kWh und beruht auf der Eisenphosphat-Technologie des US-Batterieherstellers A123 Systems, der auch Teilhaber von Fisker Automotive ist. Die Batterie ermöglicht nach europäischer Norm im rein elektrischen Betrieb eine Reichweite von 81 km. Sie wiegt 275 kg und ist im Mitteltunnel untergebracht.

Bereifung[Bearbeiten]

Auf dieses Auto sind Reifen verschiedener Dimensionen an der Vorder- und Hinterachse montierbar. Man kann bei dem Fisker Karma die Reifengrößen 255 35 R22 99 W und 285 35 R22 99 W aufziehen. Der Reifendruck vorne sollte 2,8 bar und der Reifendruck am Hinterreifen sollte 2,5 bar betragen.[6]

Besonderheiten[Bearbeiten]

In das Dach des Wagens ist ein gebogenes 120-Watt-Solarpaneel integriert, das unter günstigen Bedingungen pro Jahr Strom für zusätzliche 200 Meilen liefert. Der so gewonnene Strom ermöglicht es alternativ, den Wagen während Standzeiten zu kühlen.[7]

Name[Bearbeiten]

Der Name Karma beruht auf dem entsprechenden Sanskritwort.[8]

Der Begriff Stealth-Modus für reinen Elektrobetrieb ist inspiriert von der gleichnamigen Militärtechnologie. Der Entwickler des Antriebssystems und Mitgründer von Fisker Automotive, Quantum Technologies, führt immer noch Rüstungsaufträge aus und entwickelt zur Zeit für das amerikanische Verteidigungsministerium ein Stealthfahrzeug namens Aggressor Alternative Mobility Vehicle (AMV).[9]

Konkurrenzsituation und Fahreigenschaften[Bearbeiten]

Die Gestaltung der Karosserie ist ein Werk des dänischen Designers Henrik Fisker, der auch den Aston Martin DB9 entwarf.

Henrik Fisker selbst gab als Benchmark die BMW 7er-Reihe und den Porsche Panamera an.[4]

Der Fisker Karma könnte der Klasse der Gran Turismo-Limousinen, größeren sportlichen Reiselimousinen zugerechnet werden, die von Beschleunigung und Geschwindigkeit her zur Klasse der Sportwagen gehören, aber komfortabler gebaut sind.

Die Fahreigenschaften beschreibt die Zeitschrift auto motor und sport wie folgt: Seine ausgewogene Gewichtsbalance, der tiefe Schwerpunkt und die direkte, mitteilungsfreudige Lenkung verhelfen dem Fisker Karma tatsächlich zu einer überzeugenden Agilität mit viel Fahrspaßpotenzial. Dabei erkauft sich der Hecktriebler die Fahrdynamik keineswegs durch ein knochentrockenes Fahrwerk. Trotz der riesigen Räder (22 Zoll) überzeugt er mit gutem Komfort.[4]

Kritik[Bearbeiten]

Kritisiert werden in einigen Berichten die Geräusche des zuschaltbaren Verbrennungsmotors und die Verarbeitung der ersten Modelle (Produktionsnummer < 500). Ebenfalls wird im Modelljahr 2012 die Visibilität und Funktionalität des Command Centers bemängelt, inklusive des darin integrierten Navigationssystems.[5]

Weitere Karosserievarianten[Bearbeiten]

Kombivariante Fisker Surf auf der IAA
Cabrioprojekt Fisker Karma Sunset

Im Januar 2009 stellte Fisker Automotive das Projekt Fisker Karma S Sunset, ein Cabrio mit Hardtop auf Basis des Fisker Karma, auf der North American International Auto Show vor.[10] Auf der IAA 2011 wurde eine Kombivariante des Karma unter dem Namen Surf präsentiert. Bislang ist jedoch keine der beiden Varianten für Endkunden erhältlich.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Ashton Kutcher fährt in der neunten Staffel der Sitcom Two and a half men als Milliardär Walden Schmidt einen Fisker Karma.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fisker Karma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alan Ohnsman: Fisker Automotive Seeks to Lift Karma Sales to Move on From Loan Scrutiny, Bloomberg, 22. Dezember 2011
  2. Fisker Karma im Fahrbericht: Luxus-Sportler mit Elektroantrieb, in Auto. Motor und Sport, 16. Mai 2011
  3. Tom Grünweg: Elektropionier Hendrik Fisker: Ein Däne auf der Überholspur, in Spiegel-Online, 24. Januar 2011
  4. a b c Luxus-Sportler mit Elektroantrieb. In: auto motor sport vom 16. Mai 2011
  5. a b J. Zöllter: Wer sauberen Luxus liebt, muss leiden. In: Die Welt vom 8. August 2011
  6. [1] Reifendimensionen zu Fisker Karma
  7. Art. Powered by the Sun. Website von Fisker Automotive, abgerufen am 4. April 2012
  8. The Robb Report: Supreme Green Machines
  9. Quantum Technologies: Military/Defense (englisch)
  10. W. Siler: Fisker Karma S Sunset: World’s First Hybrid Convertible. bei: jalopnik.com vom 12. Januar 2012