Franz Burda

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit Franz Burda (Senior). Für seinen gleichnamigen Sohn (* 1932) siehe Franz Burda (Junior).
Aenne & Franz Burda (1931)
Franz Burda (links) mit Romy Schneider, Willy Brandt und Ilona Grübel (1971)

Franz Burda (* 24. Februar 1903 in Philippsburg; † 30. September 1986 in Offenburg) war ein deutscher Verleger und Begründer des Burda-Verlages.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Burda wurde 1927 an der Universität Erlangen mit einer wirtschaftsgeschichtlichen Arbeit über Die Entwicklung der badischen Produkten-Börsen promoviert. Er heiratete am 9. Juli 1931 Aenne Lemminger und wurde Vater der drei Söhne Franz, Frieder und Hubert.

Burda trat 1938 in die NSDAP ein[1]. Er rühmte sich in seiner Rundfunkzeitschrift Sürag schon 1933 keine jüdischen Mitarbeiter oder Anteilseigner zu haben und betonte die nationalsozialistische Gesinnung der Zeitung.[2] 1935 erfolgte die Umstellung der Produktion auf Tiefdrucktechnik und 1938 profitierte er von der Arisierung, als er eine der modernsten und größten Druckereien in Deutschland von den zum Verkauf gezwungenen jüdischen Brüdern Reiss in Mannheim sehr günstig übernahm[3]. Nach 1945 durfte Burda trotz seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft recht schnell wieder verlegerisch aktiv werden. Für die französische Besatzungsbehörde druckte er Briefmarken und Schulbücher. Gegen den Widerstand vieler französischer Offiziere gelang es ihm, die Illustrierte Burda 1948 auf den Markt zu bringen. Dabei kam ihm zustatten, dass er mit dem Offizier Raymond Schmittlein befreundet war und die Lizenz auf den Namen einer mit diesem vertrauten Strohfrau ausgestellt wurde.

Burda galt als Patriarch alten Stils und ist eine wichtige Persönlichkeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Gewerkschaften hatten einen schweren Stand in seinem Unternehmen, doch fühlte er sich diesem und seinen Angestellten stets verpflichtet. So richtete er etwa eine betriebliche Krankenversicherung und eine Rentenkasse ein.

Burda unterstützte mehrere Bergsteiger-Expeditionen finanziell. Er stiftete den Burda-Preis für Bildende Kunst.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Köpf: Die Burdas. Eine Erfolgsgeschichte. Europa, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5
  • Dr. Franz Burda - Mensch und Werk. Eine Schrift zum 60. Geburtstag am 24. Februar 1963. Text: Oswald Scharfenberg. Burda, Offenburg 1963 (Festschrift).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franz Burda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Köpf: Der herrliche Franz. In: die tageszeitung, 22. Februar 2003 (Abgerufen am 10. Juni 2010).
  2. Peter Köpf Der herrliche Franz, Taz, 2003
  3. Ein Forschungsreisender des Lebens, Frankfurter Rundschau, 3. November 2006
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  5. Kurbetrieb Menzenschwand GmbH (Hrsg.): Menzenschwand auf dem Weg zum Radon-Heilbad. Eine Dokumentation über die Entwürfe, Erschließungsmaßnahmen und Planungen. Burda, Offenburg 1973, S. 9f.
  6. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 111, 16. Juni 1973.