Fritz-Behrens-Stiftung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz-Behrens-Stiftung
Rechtsform: rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
Zweck: Förderung von Kunst, Denkmalschutz, Wissenschaft und Wohltätigkeit
Vorsitz: Matthias Fontaine (Vorstandsvorsitzender)[1]
Bestehen: seit 1923[1]
Stifter: Friedrich Eduard Behrens
Sitz: Hannover
Hindenburgvilla, Bristoler Straße 6, Sitz der Stiftung

Die Fritz-Behrens-Stiftung [2] ist eine deutsche gemeinnützige Stiftung[3] zur Förderung von Kunst, Denkmalschutz, Wissenschaft und Wohltätigkeit.[2]. Die Stiftung wurde 1923 mit Mitteln aus dem Nachlass des Unternehmers Friedrich Eduard Behrens errichtet und hat ihren Sitz in Hannover.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fritz-Behrens-Stiftung wurde durch das Testament des Braunkohlenindustriellen Friedrich Eduard Behrens 1921 eingerichtet.[2] Die Stiftung finanzierte vor allem größere Projekte. Seit den 1920er und 1930er Jahren wurden beispielsweise mehr als ein Dutzend Skulpturen in Hannover als Kunst im öffentlichen Raum aufgestellt, etwa am Maschsee, in der Eilenriede, im Stadtpark oder im Tiergarten. Andere angekaufte Kunstwerke wurden als Dauerleihgaben an verschiedene Museen insbesondere in Hannover ausgeliehen.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem die Fritz-Behrens-Stiftung ihren Sitz in der Gneisenaustraße 45 in Hannover hatte,[5] erhöhte sich das Stiftungskapital durch Zustiftungen, Spenden von Privatpersonen[2] oder testamentarisch verfügte Zuwendungen.[4] Langjähriger Kurator der Stiftung war der hannoversche Oberbürgermeister Arthur Menge († 1965).[6]

Bisher geförderte Projekte[Bearbeiten]

(unvollständig)

Großprojekte[Bearbeiten]

Kunst im Öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Putto auf dem Fisch am Maschsee
Der Rosenjunge im Stadtpark

Am Maschsee:

Im Stadtpark von Hannover:

An oder in der Eilenriede:

  • Die von Karl Constantin Starck geschaffene Figur Tennisspielerin wurde als Schenkung der Fritz-Behrens-Stiftung schon 1935 auf dem Gelände des „Deutschen Tennisvereins“ auf dessen Gelände am (heutigen) Theodor-Heuss-Platz aufgestellt.[11]
  • Am 27. Juni 1961 wurde der von Vierthaler geschaffene Pelikan-Brunnen am Ende der Fritz-Beindorff-Allee der Stadt Hannover geschenkt.[12]
  • 1964 schuf Ludwig Vierthaler im Auftrag der Stiftung den Arthur-Menge-Brunnen am Vierthalerweg zwischen der Eilenriede und dem Maschsee,[6] auf der Bastion am Döhrener Turm.[12]

Im Straßenbild Hannovers:

  • Die Bogenspannerin des Berliner Bildhauers Bernhard Lepke wurde in der Prinzenstraße aufgestellt,[12] wo sie heute nicht mehr zu finden ist.[13]

Dauerleihgaben an Museen[Bearbeiten]

In verschiedenen hannoverschen Museen finden sich als Dauerleihgabe der Stiftung unter anderem Werke von Bernardo Bellotto, Guardi, Emil Nolde oder Max Ernst.[4]

Im Kestner-Museum:

  • Darstellung des „ägyptischen Sonnenkönigs Amun“[4]

Förderung des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs[Bearbeiten]

Junge, besonders talentierte Teilnehmer am Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover erhalten als Leihgabe eine „Geige, die ca. 1765 in Parma von Giovanni Battista Guadagnini gebaut wurde“.[14]

Wissenschaftspreis[Bearbeiten]

Zur Förderung der Wissenschaft vergibt die Stiftung seit 2010 an Einzelpersonen den mit 30.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Fritz-Behrens-Stiftung. [14] In Kooperation mit der VolkswagenStiftung soll für die zentralen Zukunftsthemen Bildung, Wissenschaft und Forschung der „Fokus gezielt auf den Wissenschaftsstandort Hannover“ gelenkt und voraussichtlich alle 2 Jahre vergeben werden.[1]

Preisträger[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

Die Verwaltung residiert in der Hannoverschen Bristoler Straße 6,[4] die als Baudenkmal ausgewiesene ehemalige Hindenburgvilla im Stadtteil Zoo,[19][20] ehemals zeitweiliger Wohnsitz des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.[21]

Das Gebäude kann „für Konzerte, Lesungen, Podiumsdiskussionen und andere hochkarätige Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden.“[4]

Förderanträge[Bearbeiten]

„Mit Hilfe von Spenden, Zustiftungen oder testamentarischen Zuwendungen kann die Fritz-Behrens-Stiftung auch individuelle Förderungswünsche auf Dauer erfüllen, die der einzelne Geldgeber frei bestimmen und auch mit seinem Namen in Verbindung bringen kann“. Ansprechpartner ist der Rechtsanwalt und Notar Matthias Fontaine.[4][22]

Literatur[Bearbeiten]

  • Theda Minthe: Fritz-Behrens-Stiftung, in: stiften. fördern. gestalten. Wegweiser zu Stiftungen in Hannover, hrsg. von der Landeshauptstadt Hannover, Büro Oberbürgermeister - Grundsatzangelegenheiten, in Zusammenarbeit mit der Stiftungsinitiative Hannover, aktualisierte Neuauflage, Hannover: Landeshauptstadt Hannover, November 2007, S. 56
  • Helmut Zimmermann: Die Fritz-Behrens-Stiftung, in: Kurt Kreuser: Stiftungen aus Vergangenheit und Gegenwart, Band 5, hrsg. vom Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. und dem Verband Deutscher Wohltätigkeitsstiftungen e.V., Bonn: Bundesverband Deutscher Stiftungen, 1993
  • Waldemar R. Röhrbein: Fritz-Behrens-Stiftung, in: Stadtlexikon Hannover, S. 196

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fritz-Behrens-Stiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c Juliane Kaune: Fritz-Behrens-Stiftung / Zwei wichtige Forscherpreise aus Hannover, auch online in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) vom 13. Oktober 2010, zuletzt abgerufen am 1. März 2013
  2. a b c d Waldemar R. Röhrbein: Fritz-Behrens-Stiftung (siehe Literatur)
  3. Waldemar R. Röhrbein: Behrens, (2) Friedrich Eduard, in: Stadtlexikon Hannover, S. 55
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Theda Minthe: Fritz-Behrens-Stiftung (siehe Literatur)
  5. Reinhard Renger (Hrsg.): Die Organisation des Versicherungswesens in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und in der Deutschen Demokratischen Republik von 1945 bis 1989, S. 245; online über Google-Bücher
  6. a b Klaus Mlynek: MENGE, Arthur, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 250f; online über Google-Bücher
  7. Veit Pagel (1. Vorsitzender): Informationen zur IMAS / Weltklasse in Niedersachsen auf der Seite imas-meisterkurse.de, zuletzt abgerufen am 23. Februar 2013
  8. Gerd von der Osten: Hermann Scheuernstuhl, Fisch mit Putte ..., in: Bildwerke aus drei Jahrhunderten in Hannover, mit Fotos von Hildegard Müller, München: Verlag F. Bruckmann, 1957, S. 122f.
  9. Karljosef Kreter: Der Maschsee. Bebauung und Skulpturen aus der Zeit des Nationalsozialismus, Faltblatt des Projektes Erinnerungskultur in Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover, der Oberbürgermeister, Fachbereich Bildung und Qualifizierung, sowie dem Stadtbezirksrat Südstadt-Bult, Stadt Hannover, Februar 2012; herunterladbar als PDF-Dokument
  10. Vergleiche diese Foto-Dokumentation
  11. Ludwig Zerull: Karl Constantin Starck, in: Kunst ohne Dach. Skulpturen und Objekte im Stadtbild Hannovers, Hannover: Edition Libri Artis, Schäfer , 1992, ISBN 3-88746-278-5, S. 56
  12. a b c Fritz-Behrens-Stiftung in Hannover Chronik, passim, teilweise online über Google-Bücher
  13. Vergleiche diese Bilddokumentation über die Prinzenstraße
  14. a b Stiftung Niedersachsen: Fritz-Behnsen-Stiftung (siehe Literatur)
  15. a b Juliane Kaune: Fritz-Behrens-Stiftung / Zwei wichtige Forscherpreise aus Hannover, auch online in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) vom 13. Oktober 2010, zuletzt abgerufen am 1. März 2013
  16. Karl-Ludwig Baader (Interviewer): Integration / Foroutan: „Integration ist schwer zu messen“ auf der Seite haz.de der HAZ vom 10. Oktober 2012, zuletzt abgerufen am 23. Februar 2013
  17. Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung geht an Stefan Hell beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online); abgerufen am 17. Oktober 2012
  18. Göttinger Psychologin erhält Wissenschaftspreis der Fritz Behrens Stiftung. Pressemitteilung vom 17. Juni 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de)
  19. Wolfgang Neß: Villenviertel am Zoologischen Garten, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, ISBN 3-528-06203-7, S. 152ff., hier: S. 154; sowie Anlage Zoo, in: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege, S. 10f.
  20. Anmerkung: Das auf der Seite der Stiftung Niedersachsen: Fritz-Behnsen-Stiftung angegebene „Erbbaurecht an dem denkmalgeschützten Haus in Hannover-Wülfel, das die Stiftung für ihre Zwecke nutzt“, ist vermutlich ein Übermittlungsfehler hinsichtlich des Sitzes der Stiftung; vergleiche die Foto-Dokumentation bei Commons (siehe im Abschnitt Weblinks)
  21. Klaus Mlynek: HINDENBURG, Paul von Beneckendorff und, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 169
  22. Matthias Fontaine auf der Seite fontaine-goetze.de, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2013

52.379639.765875Koordinaten: 52° 22′ 47″ N, 9° 45′ 57″ O