Garbenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.5661111111118.5283333333333165Koordinaten: 50° 33′ 58″ N, 8° 31′ 42″ O

Garbenheim
Stadt Wetzlar
Wappen von Garbenheim
Höhe: 165 m ü. NN
Einwohner: 2097 (30. Jun. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Eingemeindet nach: Lahn
Postleitzahl: 35583
Vorwahl: 06441
Karte

Lage von Garbenheim in Wetzlar

Evangelische Dorfkirche
Heimatmuseum
Fachwerkhaus in der Backhausstraße
Goethe-Linde mit Denkmal in der Ortsmitte

Garbenheim ist ein Stadtteil der hessischen Kreisstadt Wetzlar mit ca. 2100 Einwohnern.[1] Der Stadtteil liegt nahe der Wetzlarer Kernstadt südlich der Lahn.

Südwestlich der Ortschaft befindet sich der Wetzlarer Bismarckturm, der bis zu seinem Umbau Garbenheimer Warte genannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 776 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erwähnt.

Die Ritter von Garbenheim, ein niederadliges Geschlecht, stellten die Burgmannen der Reichsburg Kalsmunt. Das Dorf bildete zusammen mit Atzbach und Dorlar einen Gerichtsbezirk, der zu den Besitztümern der Grafen von Nassau-Weilburg gehörte.[2]

Als Wetzlar im 18. Jahrhundert Sitz des Reichskammergerichts war, fand die ländliche Idylle Garbenheims bei Goethe Anerkennung, der hier gerne ausgedehnte Spaziergänge machte. Er verewigte das Dorf unter dem literarischen Namen Wahlheim in seinem Werk Die Leiden des jungen Werthers.

Infolge des Wiener Kongresses wurde die Bürgermeisterei Atzbach, zu der Garbenheim zählte, im Jahr 1816 preußisch.[2] 1866 zerstörte ein Großbrand weite Teile des Dorfes. Die Kirche, das Pfarrhaus, 40 Wohnhäuser, mehrere Scheunen und Ställe brannten völlig aus. Doch war schon 1883 in Garbenheim wieder eine neue Kirche fertiggestellt.

Am 1. Januar 1977 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Teil des Stadtbezirks Wetzlar der neugegründeten Stadt Lahn. Seit ihrer Auflösung am 1. August 1979 gehört Garbenheim zur Stadt Wetzlar.[3]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Ortsbeirat am 27. März 2011 ergab sich folgende Sitzverteilung:[4]

Gemeindewahl in
Garbenheim 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,3 %
37,5 %
12,2 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+9,9 %p
-1,9 %p
-2,7 %p
-5,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,3 4 40,4 3
FW Freie Wähler 37,5 2 39,4 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 12,2 1 14,9 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 0 5,3 0
Gesamt 100,0 7 100,0 7
Wahlbeteiligung in % 49,5

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Waldemar Dross (SPD). Seine Stellvertreterin ist Ingeborg Koster (SPD).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Garbenheim hat eine Anschlussstelle an die vierstreifige Bundesstraße 49.

Der Stadtteil wird durch die Stadtbuslinie 17 der Wetzlarer Verkehrsbetriebe angefahren. Der ehemalige Bahnhof befindet sich im Westen des Ortes. Er wurde mit der Stilllegung der Bahnstrecke Lollar–Wetzlar für den Personenverkehr geschlossen; Railion stellt dort seit Februar 2007 Güterzüge für Mittelhessen zusammen.

Nördlich des Stadtteils befindet sich der Segelflugplatz Garbenheimer Wiesen des Wetzlarer Verein für Luftfahrt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Garbenheim befinden sich eine Freiwillige Feuerwehr, eine Grundschule und ein Kindergarten. Außerdem ist ein Stadtteilbüro eingerichtet.

Die evangelische Dorfkirche ist am Goetheplatz im historischen Ortskern gelegen.

Industrie und Handel[Bearbeiten]

Im Ort existieren mehrere kleine und mittlere Gewerbebetriebe. Es gibt auch eine Geschäftsstelle der Sparkasse Wetzlar und eine Postagentur.

Früher war der Eisenerzbergbau in der Grube Philippswonne prägend für Garbenheim. Das Bergwerk bestand von 1833 bis 1925.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Wetzlar: Stadtteilprofil
  2. a b Stadt Wetzlar: Geschichte
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 346.
  4. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Garbenheim, Stadt Wetzlar. Abgerufen am 3. Mai 2011.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garbenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien