Gaston de Galliffet

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Marquis de Galliffet, Foto von Nadar

Gaston Alexandre Auguste, Marquis von Gallifet, Prince de Martignes (* 23. Januar 1830 in Paris; † 8. Juli 1909 ebenda) war ein französischer General und Kriegsminister.

Leben[Bearbeiten]

Galliffet trat 1848 in die Armee ein, wurde 1853 Leutnant, 1860 Hauptmann, 1863 Stabsoffizier und nahm am Feldzug in Mexiko teil. Galliffet stieg 1865 zum Oberstleutnant und 1867 zum Obersten auf. Er befehligte dann das 3. Regiment der Chasseurs d'Afrique. Seit dem 30. August 1870 Brigadegeneral, führte er am 1. September an Stelle des verwundeten Divisionsgenerals die französische Kavallerie nachmittags bei den Angriffen auf die bei Floing stehende preußische Infanterie und zeichnete sich auch hierbei durch stürmische Tapferkeit und rücksichtsloses Einsetzen der eigenen Person aus. Nach der Kapitulation von Sedan blieb Galliffet bis zum Schluss des Krieges in deutscher Kriegsgefangenschaft, übernahm dann den Befehl über eine Brigade der Armee von Versailles und führte diese während der Niederschlagung des Aufstandes der Pariser Kommune.

In einem Zitat von Karl Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, heißt es:

„Galliffet, der ‚Louis‘ seiner Frau, so notorisch durch die schamlose Schaustellung ihres Leibes bei den Gelagen des zweiten Kaisertums, Galliffet prahlte in einer Proklamation, dass er die Ermordung einiger durch seine Reiter überraschten und entwaffneten Nationalgardisten, samt ihrem Hauptmann und Lieutenant, befohlen habe.“[1]

Galliffet übernahm hierauf den Befehl über die Subdivision zu Batna in Algerien, schlug im Winter 1872/73 einen Aufstand der Araber durch einen wagemutigen Zug nach El Golea nieder und übernahm darauf 1873 den Befehl über eine Infanteriebrigade des VIII. Korps. 1875 wurde er Divisionsgeneral und erhielt die 15. Infanteriedivision in Dijon, schloss sich anschließend, trotz seiner bonapartistischen und klerikalen Gesinnung, öffentlich der republikanischen Partei an und wurde bald der erklärte Günstling Léon Gambettas.

Galliffet übernahm es, die französische Kavallerie neu zu organisieren und wurde zu diesem Zwecke mit einer Machtfülle ausgestattet, die vor ihm kein Reitergeneral besessen hatte. Durch Vorträge über die Ausbildung und den Dienst der Kavallerie, über Reiten und Pferdepflege verbreitete Galliffet unter den höheren Führern der Waffe gleichmäßige Anschauungen über die Handhabung des Dienstes und übernahm die obere Leitung der auf seine Veranlassung ins Leben gerufenen großen Kavallerienmanöver, bei denen er sich unermüdlich tätig erwies, um die Truppe sowohl für die Schlacht wie für den strategischen Aufklärungsdienst vorzubereiten und in den Bewegungen im großen Verband zu schulen.

Galliffet wurde 1879 an die Spitze des IX. Korps in Tours berufen und übernahm daneben den Vorsitz des Kavalleriekomitees. In dieser Stellung übte er entscheidenden Einfluss in allen auf die Reiterei bezüglichen Personalfragen und schaltete alle Elemente aus, die seinen Auffassungen entgegenstanden. 1880 wurde er Befehlshaber der Truppen von Paris. 1882 legte er dieses Kommando nieder und verblieb nur Mitglied des obersten Kriegsrates und Präsident des Kavalleriekomitees, woraus ihn 1886 Kriegsminister Boulanger entfernte. Nachdem dieser selbst vom Schauplatz abgetreten war, wurde Galliffet reaktiviert. 1895 schied er nach erreichter Altersgrenze aus dem aktiven Dienst aus, bekleidete aber vom 22. Juni 1899 bis zum 29. Mai 1900 im Kabinett Pierre Waldeck-Rousseaus das Amt des Kriegsministers.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKarl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich. 30. Mai 1871, abgerufen am 29. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten]