George Anson, 1. Baron Anson

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George Anson

George Anson, 1. Baron Anson (* 23. April 1697 in Shugborough bei Colwich, Staffordshire; † 6. Juni 1762 in Moor-Park, Hertfordshire) war ein britischer Admiral und bedeutender Theoretiker der Seekriegskunst.

1739 erhielt er Befehl über ein Geschwader, das den Handel und die Niederlassungen der Spanier stören sollte. Er verließ England am 18. September 1740, umschiffte Kap Hoorn, brannte die Stadt Payta in Peru nieder, segelte dann zu den Philippinen und langte am 15. Juni 1744 wieder in England an. Diese Reise war auch für die zeitgenössische Geographie ergiebig, weil Anson für die genaue Untersuchung insbesondere der Isla Robinson Crusoe und der Marianen sorgte. Von den ursprünglich 1.900 Seeleuten überlebten nur etwa 500 die Reise. Die meisten starben unterwegs an Hunger und Skorbut. Der Marineprediger Richard Walter verfasste nach Ansons Anleitung einen Bericht über die Expedition (Voyage round the world London 1748).

Anson wurde 1744 zum Konteradmiral der Blauen Flagge befördert und 1746 der Weißen Flagge. Am 3. Mai 1747 schlug er die französische Flotte bei Kap Finisterre unter Admiral Marquis de Taffanel de La Jonquière, wobei er sieben französische Handelsschiffe, vier Linienschiffe und zwei Fregatten kaperte. Hierfür wurde er zum Baron Anson of Soberton ernannt. Im Jahr 1751 ernannte man Anson zum Ersten Lord der Admiralität. In dieser Position leitete er eine umfassenden Reform der britischen Marine ein. 1761 wurde Anson schließlich Admiral.

George Anson starb am 6. Juni 1762 auf seinem Landsitz Moor Park in Hertfordshire.

Der englische Dichter und Gutsherr Richard Owen Cambridge, der mit einer ganzen Reihe von hochrangigen Marineoffizieren befreundet war, gehörte ebenfalls zu seinem Freundeskreis. Cambridges Interesse für Marinebelange führte kurz vor dem Tode Ansons zu seinem einzigen historischen Werk: An account of the war in India between the English and French, on the coast of Coromandel, from the year 1750 to the year 1760. Together with a relation of the late remarkable events on the Malabar coast, and the expeditions to Golconda and Surat. T. Jefferys, London 1761.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sieben Schiffe der britischen Royal Navy wurden nach ihm HMS Anson benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • George Anson. Richard Walter: A voyage round the world in the years MDCCXL, I, II, III, IV. Compiled from his papers and materials, by Richard Walter. Illustrated with forty-two copper-plates. London: printed for the author 1749.
  • George Anson ; Richard Walter: Des Herrn Admiral Lord Ansons Reise um die Welt, die er als Oberbefehlshaber über ein Geschwader Sr. Grossbritannischen Majestät Kriegsschiffe, die zu einem Unternehmen in die Südsee ausgeschickt worden in den Jahren 1740, 41, 42, 43, 44 verrichtet hat. Verlag Neues Leben Berlin 1984. - Dieser gekürzten Ausgabe liegt die deutsche Übersetzung aus dem Jahr 1749 zugrunde.
  • John Barrow: The Life of George Lord Anson. John Murray, London 1839 (Nachdruck Elibron Classics, 2000. ISBN 1-4021-8604-5 als Paperback oder ISBN 1-4212-9073-1 als Hardcover)
  • Fritz Brustat-Naval: Kaperfahrt zu fernen Meeren. Die Anson-Story 1740/44. Ullstein Frankfurt/M 1986, ISBN 3-548-20637-9.
  • Glyn Williams: Der letzte Pirat der britischen Krone. Captain Anson und der Fluch des Meeres. Argon Verlag Berlin 2000. ISBN 3-87024-521-2.
  • Verne, Jules: Die großen Seefahrer des 18. Jahrhunderts, 1. Band, erschienen im Projekt Gutenberg (http://gutenberg.spiegel.de/).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Anson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien