Ginger Beer

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Gosling's Ginger Beer

Ginger Beer (engl. für Ingwerbier) ist ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk mit scharf-würzigem Ingwergeschmack (Ingwer = engl. ginger). Der Softdrink Ginger Beer ähnelt insoweit dem Ginger Ale, enthält jedoch mehr Ingwer und schmeckt dadurch meistens intensiver und schärfer.[1] Darüber hinaus enthält die Limonade oft noch Zitronensaft sowie Zucker oder andere Süßungsmittel.

Geschichte und Herstellung[Bearbeiten]

Die Ursprünge des Ginger Beers liegen im 18. Jahrhundert, schon früh wurde es von England unter anderem in die nordamerikanischen Kolonien exportiert.

Zumeist war Ginger Beer ein alkoholisches Getränk, das wie Bier gebraut wurde. Im 19. Jahrhundert nahm der Alkoholgehalt von gewöhnlich etwa 11 Prozent auf unter 2 Prozent ab. Durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten 1919–33 schwand die Bedeutung des Ginger Beers stark. Zuvor gab es etwa 300 US-amerikanische, über 1000 kanadische und etwa 3000 britische Ginger-Beer-Brauereien.[2]

Zudem war es in vielen Haushalten üblich, Ginger Beer selbst zu brauen. Hausgemachtes Ginger Beer war auf den britischen Insel ein populäres Erfrischungsgetränk[3]. Zur Herstellung wurde es oft mit Hilfe einer Ginger Beer Plant (deutsch etwa: Ingwerbierpflanze) fermentiert, einer geleeartigen Masse bestehend vorwiegend aus dem Hefepilz Saccharomyces florentinus und dem Bakterium Lactobacillus hilgardii[4]. Der Ursprung der Ginger Beer Plant ist unbekannt. Sie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den britischen Inseln weit verbreitet. Dort wurde sie von Familie zu Familie weitergereicht und fand Verbreitung bis nach Nordamerika[3].

Heute wird Ginger Beer oft nicht mehr gebraut (fermentiert) und enthält dann auch keinen Alkohol. Nichtfermentiertes Ginger Beer wird für den Cocktail Moscow Mule verwendet.

Hersteller[Bearbeiten]

Bekannte internationale Ginger Beer-Marken sind Fentimans, D&G Old Jamaica, Bundaberg Ginger Beer, Fever Tree und Gosling’s. Alkoholhaltige Ginger Beer-Marken sind z.B. Crabbies's und Stoney's. Eine Bezugsquelle sind zum Beispiel Asia-Shops. 2010 brachte das Startup-Unternehmen Thomas Henry das erste in Deutschland hergestellte Ginger Beer auf den Markt. 2011 untersagte das Landgericht Berlin dem Unternehmen jedoch unter Verweis auf das deutsche Reinheitsgebot für Bier die Verwendung der Verkehrsbezeichnung Ginger Beer für das Erfrischungsgetränk.[5] Das Kammergericht bestätigte das Verbot, allerdings mit der Begründung, dass der Name darüber täusche, dass es sich tatsächlich gar nicht um Bier handle.[6] Das Produkt wurde daraufhin in Spicy Ginger umbenannt. Wenig später führte Krombacher auf dem deutschen Markt ein Ginger Beer mit der Bezeichnung Schweppes Ginger B. ein.[7] Die Verkehrsbezeichnung „Bier“ ist in Deutschland also für die international als Ginger Beer bekannten Ingwerlimonaden nicht zulässig. Bei dem seit 2013 von der Klosterbrauerei Neuzelle vertriebenen Ginger Bier handelt es sich dementsprechend auch nicht um ein Ginger Beer im Sinn dieses Artikels, sondern um ein Biermischgetränk auf Basis von Hellem Bier, das mit Zucker und Aromastoffen versetzt wird.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel über Ginger Beer auf sfgate.com (engl.)
  2. Donald Yates: Root Beer and Ginger Beer Heritage. In: Bottles and Extras, Vol. 14, No. 2 (April bis Juni 2003). The Federation of Historical Bottle Collectors, archiviert vom Original am 23. August 2008, abgerufen am 14. August 2013 (eng, unter Verwendung von: Donald Yates: Ginger Beer & Root Beer Heritage – 1790 to 1930. Selbstverlag, Homerville (Ohio) 2003, ISBN 0-9721506-0-9).
  3. a b H. Marshall Ward: The Ginger-Beer Plant, and the Organisms Composing it: A Contribution to the Study of Fermentation-Yeasts and Bacteria (PDF; 18,8 MB)
  4. Ginger Beer Plant auf plantcultures.org (engl.)
  5. Nie wieder deutsches Ginger Beer? Klage bringt Thomas Henry ins Wanken von Steffen Hubert in: Mixology-Blog vom 16. November 2011, abgerufen am 8. Dezember 2011.
  6. KG, Urteil vom 12. Oktober 2012, Az. 5 U 19/12
  7. Krombacher nun offiziell mit Ingwerbrause Schweppes Ginger B. am Markt von Helmut Adam in: Mixology-Blog vom 5. Dezember 2011, abgerufen am 8. Dezember 2011.
  8. Produktinformation und Zutaten Ginger Bier, aufgerufen am 23. September 2013.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]