Gojko Mitić

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Gojko Mitić (1969)

Gojko Mitić (kyrillisch Гојко Митић; * 13. Juni 1940 in Strojkovce bei Leskovac, heute Serbien) ist ein jugoslawischer Schauspieler und Regisseur. Große Popularität erlangte er in der DDR als Hauptdarsteller historischer und fiktiver Indianerpersönlichkeiten zahlreicher DEFA-Indianerfilme. Man bezeichnet ihn deshalb scherzhaft auch als den „Winnetou des Ostens“, obwohl er in einem Kinofilm niemals die Figur des Winnetou dargestellt hat (wohl aber bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg). Die Formulierung bezieht sich aber doch eher auf die Bekanntheit des Darstellers im Vergleich zu seinem westlichen Gegenstück, dem französischen Darsteller Pierre Brice.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Mitić entstammt einer Bauernfamilie aus einem Dorf an der Veternica im Süden Serbiens. Da sein Vater Živojin am Befreiungskampf jugoslawischer Partisanen im Zweiten Weltkrieg teilnahm, wuchs er mit seinem Bruder Dragan bei seinen Großeltern auf. Nach seiner Schulausbildung, bei der er auch frühzeitig in Deutsch unterrichtet wurde, began Mitić, 20-jährig, in Belgrad Sport zu studieren. Während seines Studiums knüpfte er erste Kontakte zum Film, da zu dieser Zeit in Jugoslawien viele internationale Filme produziert wurden, deren Komparsen hauptsächlich Studenten der Belgrader Sporthochschule waren.

Ab 1961 trat Mitić verstärkt als Stuntman in italienischen und britischen Filmen auf. 1963 erhielt er eine winzige Rolle in dem von Artur Brauner produzierten Karl-May-Film Old Shatterhand. Beeindruckt von seiner athletischen Erscheinung, ermöglichte man ihm, nach der Rialto-Produktion Winnetou 2. Teil im nächsten Film der Serie in Unter Geiern, eine erste Hauptrolle als Häuptlingssohn Wokadeh zu übernehmen. Hier erschien sein Name im Abspann noch eingedeutscht als „Georg Mitic“.

Im gleichen Jahr begann auch die DEFA, in Jugoslawien DEFA-Indianerfilme zu drehen: Mitić spielte als Häuptling Tokei-ihto in Die Söhne der Großen Bärin seine erste Hauptrolle. Damit begann seine Filmkarriere vor allem in der DDR, wo er eine außerordentliche Popularität erreichte. Doch auch in Osteuropa, Afrika und Asien wurde er durch die DEFA-Filme bekannt. Bis 1975 stand er jährlich für mindestens einen Film vor der Kamera, in denen er fast ausschließlich Indianerhäuptlinge verkörperte. Um seinen leicht hörbaren Akzent zu vermeiden, wurde Mitić, obwohl er fließend deutsch spricht, synchronisiert. Weil er z. B. am laufenden Pferd und diversen anderen Szenen als Schauspieler wohl wirklich alle Stunts selbst ausführte, bekam seine Darstellung der Heldengestalt ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verliehen.

Gojko Mitić (1978)

Ebenfalls ab Sommer 1976 war er erstmals mit der Rolle des Spartacus im Harzer Bergtheater Thale zu sehen. Dort spielte er bis 1984 meist Abenteuerstücke, die auch für das Fernsehen der DDR aufgezeichnet wurden. Mitić drehte jedoch nicht nur Indianerfilme. Er spielte im Theater, zeitweise stand er auch für Science-Fiction (Signale - Ein Weltraumabenteuer)- und Fernsehproduktionen (Archiv des Todes, Front ohne Gnade) vor der Kamera. Dabei war seine Filmpartnerin mehrmals Renate Blume, mit der er in den 1970er Jahren wenige Jahre zusammenlebte. Neben der Schauspielerei trat Mitić auch als Sänger (Löscht das Feuer) und Moderator (Ein Kessel Buntes, Gong) auf. Von 1981 bis 1989 führte er Regie bei fünf Filmen der Kinderserie Jan und Tini, zu der Mitić die Drehbücher selbst geschrieben hatte. 1988 übernahm er in dem zweiteiligen DEFA-Fernsehfilm Präriejäger in Mexiko nach Romanmotiven von Karl May seine letzte Indianerrolle für das Fernsehen der DDR.

Nach der Wende spielte Mitić wieder kleinere Rollen (Der Kinoerzähler, Burning Life); ab 1992 übernahm er als Nachfolger von Pierre Brice bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg die Rolle des Winnetou. In der Saison 2006 trat Mitić letztmalig in Bad Segeberg auf. Passenderweise wurde in diesem Jahr Winnetou III gespielt, in dem Winnetou stirbt. Am 10. September 2006 gab Mitic nach insgesamt 15 Spielzeiten und 1024 Aufführungen seine letzte Vorstellung. Seine Nachfolge übernahm der in Istanbul geborene Schauspieler Erol Sander in dem Stück Winnetou I.

Vom 30. März 2007 bis zum 22. Januar 2009 spielte Gojko im Schweriner Staatstheater den Häuptling Bromden in dem Stück Einer flog über das Kuckucksnest[1]. Am selben Theater spielte er bei den Schlossfestspielen 2009 die Hauptrolle in einem Musical nach dem Roman Alexis Sorbas von Nikos Kazantzakis. [2]

Gojko Mitić lebt zurückgezogen in Berlin-Köpenick und hat eine Tochter (* Dezember 1992).

[Bearbeiten] Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten] Theater

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • 2006 Goldene Henne

[Bearbeiten] Ehrungen

  • die „Goldene Nadel für Diaspora“
  • „Gebrüder Karic Award“[3]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Theater Schwerin, Schauspiel, Aktuelles Programm, Einer flog über das Kuckucksnest
  2. Schlossfestspiele 2009 Sorbas
  3. Goldene Nadel für den Chefindianer Superillu vom 3. Juni 2010
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