Freetown

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Freetown (Begriffsklärung) aufgeführt.
Freetown
Freetown (Sierra Leone)
Freetown
Freetown
Koordinaten 8° 29′ 0″ N, 13° 13′ 59″ W8.4833333333333-13.233055555556Koordinaten: 8° 29′ 0″ N, 13° 13′ 59″ W
Western AreaWestern Area
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Sierra Leone

Provinz

Western
Distrikt Western Area Urban
Chiefdom keines
Höhe 0 m
Fläche 13 km²
Einwohner 772.873 (2004)
Dichte 59.451,8 Ew./km²
Gründung 1787
Politik
Bürgermeister Herbert George-Williams (17. Januar 2008)
Luftbildaufnahme von Freetown
Luftbildaufnahme von Freetown

Freetown ist die Hauptstadt der Republik Sierra Leone und hat etwa 772.873 Einwohner (2004)[1].

Freetown liegt am Atlantik und verfügt über einen Seehafen, der den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt bildet. Darüber hinaus gibt es in der Stadt Fischereiindustrie, Reisverarbeitung, Ölraffinerien, Diamantenverarbeitung und Zigarettenherstellung sowie Verpackungsindustrie.

Geographie[Bearbeiten]

Lage & Landschaft[Bearbeiten]

Freetown liegt an der Nordwestspitze der Freetown Peninsula, einer Halbinsel, die in den Atlantischen Ozean reicht. Die Landschaft ist gekennzeichnet von mit tropischem Regenwald bedeckten Hügeln, die bis an die feinen Sandstrände (die als schönste Afrikas gelten) reichen. Ein Großteil des Primärwaldes ist durch Brandrodung und Holzgewinnung (Logging) zerstört worden. 2010 wurde das gesamte Gebiet der Peninsula als Western Area Waldreservat in seinem Schutzstatus erhöht, um den Schutz der noch bestehenden Wälder sicherzustellen. Im südlichen Teil der Peninsula sowie an den Flussmündungen sind Mangroven und Sumpfland verbreitet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Freetowns Bezirke erstrecken sich von Wellington, Kissy, Cline Town, Fourah Bay, Kossa Town und Foulah Town im Osten bis nach Congo Town, Murray Town, Wilberforce und bis nach Aberdeen im Westen.

Bezirke sind unter anderem:

  • Aberdeen
  • Cline Town
  • Congo Town
  • Foulah Town
  • Fourah Bay
  • Hill Station
  • Kingtom
  • Kissy
  • Kossa Town
  • Lumley
  • Madongo Town
  • Murray Town
  • Tengbeh Town
  • Wellington
  • Wilberforce

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Freetown ist tropisch-feucht mit Niederschlägen von circa 3.000 mm pro Jahr. Freetown gilt als feuchteste Hauptstadt der Erde.

Das Jahr unterteilt sich in eine Regen- und eine Trockenzeit. Da Sierra Leone nördlich des Äquators liegt, beginnt die Regenzeit Mitte Mai und ist gekennzeichnet durch tägliche Gewitter und Regenfälle. In den Monaten August und September kann es auch schon mal ununterbrochen regnen.

Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, Niederschläge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan geprägt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und erstaunlicherweise kühle Luft mit sich bringt. Februar, März, April sind die heißesten Monate mit seltenen Niederschlägen.

Die Temperaturen liegen ganzjährig am Tag und in der Nacht bei 22 °C bis 28 °C, im Jahresmittel bei 26,5 °C, der Atlantik hat konstante 26 °C. Die Luftfeuchtigkeit fällt selten unter 75 %.

Freetown
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Freetown
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 30,8 30,7 31,0 31,4 30,9 29,5 28,1 27,7 28,7 29,7 30,4 30,5 Ø 29,9
Min. Temperatur (°C) 22,2 23,3 24,1 24,6 23,8 23,0 22,8 22,8 22,8 22,6 23,1 22,6 Ø 23,1
Niederschlag (mm) 2 4 8 48 192 349 690 789 501 300 110 23 Σ 3.016
Sonnenstunden (h/d) 7,6 7,9 7,6 7,1 6,3 5,4 3,5 2,9 4,4 6,0 6,7 6,9 Ø 6
Regentage (d) 0 0 1 3 12 21 25 25 22 19 8 2 Σ 138
Luftfeuchtigkeit (%) 76 75 75 75 80 84 87 88 87 85 83 79 Ø 81,2
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Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Freetown wurde 1787 von befreiten Sklaven aus England, Kanada und den USA sowie den jamaikanischen Maroons besiedelt. Bunce Island, eine Freetown vorgelagerte kleine Insel, war lange Zeit der größte Sklavenumschlagsplatz Westafrikas.

Der Name Sierra Leone stammt aus dem Jahre 1462, als portugiesische Seefahrer die westafrikanische Küste entlang segelten. Es ist nicht ganz genau bewiesen, ob Pedro de Sintra aufgrund der Lage oder des Klimas nach „Sierra Lyoa“, zu den Löwenbergen kam.

Einige sagen, dass die Küstenberge wie die Zähne von Löwen aussahen. Andere wiederum sprechen davon, dass das Gewitter über den Bergen wie Löwengebrüll klang. Im 16. Jahrhundert nannten englische Seefahrer das Land „Sierra Leoa“, dass sich im Laufe des 17. Jahrhunderts zu Sierra Leone entwickelte. Offiziell haben die Briten das Land 1787 Sierra Leone genannt.

Freetown[Bearbeiten]

Bevor die Weißen an die Küste gelangten, hieß Freetown „Romarong“, die „Stadt der Wehklagen“. Dieser Name entsprang dem konstanten „schreien“ und „weinen“ der Verunglückten in den starken Stürmen an der Mündung des Sierra Leone River. Die ersten weißen Siedler gaben ihr den Namen „Granville Town“.

Ende der 1990er Jahre fanden in der Stadt im Rahmen des Bürgerkriegs erbitterte Kämpfe statt. Sie wurde 1998 von Truppen der ECOWAS eingenommen, die wieder Ahmad Tejan Kabbah als Präsidenten wollten. 1999 griffen Truppen der Revolutionary United Front die Stadt an, im Mai wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Aber erst Anfang 2002 konnte der Bürgerkrieg mit Unterstützung der Vereinten Nationen (UNAMSIL) beendet werden. Im gleichen Jahr wurde Freetown Sitz des Sondergerichtshofs für Sierra Leone, der die für begangene Kriegsverbrechen Hauptverantwortlichen zur Rechenschaft ziehen soll.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick auf Freetown vom Tower Hill

Einer der bekanntesten touristischen Anlaufstellen ist der Cotton Tree. Der Baum steht seit mindestens 1787 im Stadtzentrum von Freetown. Hier befindet sich auch das kleine Sierra Leone National Museum.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind außerdem das Gebäude des Obersten Gerichtshofes, die sog. „Portugiesischen Treppen“, verschiedene Kirchen wie die St. John's Maroon (von 1820), St.-George's-Kathedrale (1828), Foulah Town Moschee (1830) und die römisch-katholische Sacred Heart Cathedral sowie das Tor zum Old Kings Yard und die drei historischen Kanonen an der Stadtgrenze.

Oberster Gerichtshof

Im Nationalen Eisenbahn-Museum in Cline Town wird die größte und schwerste jemals gebaute Schmalspur-Lokomotive ausgestellt. In den Hügeln außerhalb von Freetown liegt das Schimpansenschutz- und -aufzugsgebiet Tacugama.

Entlang der Peninsula befinden sich viele kleine Inseln, u. a. Bunce Island mit den Ruinen eines Forts. Lumley Beach direkt in Freetown ist ein beliebter Anlaufpunkt.

Weitere Strände sind:

  • River No. 2 Beach (30 Minuten von Freetown)
  • Lakka Beach
  • Toke Beach
  • Mamma Beach
  • Kent Beach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

typische Straße und Verkehr in Freetown

Die selbstversorgende Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig. Es ist Lebensgrundlage für 80 % der Bevölkerung und wichtige Einkommensquelle. Diamanten und andere Mineralien sind integraler Bestandteil der Beschaffung von ausländischen Devisen. Andere wichtige Produkte sind die Holzwirtschaft, Gold, Bauxit, Rutil, Eisenerz, Kaffee und Ingwer. Die Tourismusindustrie ist ein viel versprechender Wirtschaftszweig der Zukunft.

Freetown ist industrielles Zentrum des Landes.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hafen Freetown spielt traditionell eine wichtige Rolle. Er ist der drittgrößte Naturhafen der Erde und wurde Ende 2013 erstmals wieder von großen Kreuzfahrtschiffen angefahren.

Der Lungi International Airport (FNA) befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Sierra Leone River. Transfers sind per Fähre (45 Minuten), Luftkissenboot (20 Minuten), Helikopter (10 Minuten) sowie Bus (4 Stunden) möglich.

Freetown kämpft mit chaotischen Verkehrszuständen aufgrund schlechter Straßenverhältnisse (nur die wichtigsten Straßen in Freetown sind asphaltiert), des hohen Verkehrsaufkommens und fehlender Straßenschilder sowie Ampeln.

Bildung[Bearbeiten]

Die tertiäre Bildung wird vor allem durch die University of Sierra Leone (USL) und Njala University sichergestellt. Zweiteres hat einen Campus in Freetown, jedoch den Hauptsitz in der Stadt Njala.

Das Fourah Bay College (Teil der USL) ist die älteste Universität Schwarzafrikas und Grund, warum Freetown auch als „Athen Westafrikas“ bezeichnet wird. Sie wurde bereits 1827 gegründet. Ursprünglich eine Missionarsschule, entwickelte sich Fourah Bay schnell zu einem Magneten für viele gebildete Menschen aus ganz Westafrika. Sie erlangte insbesondere Berühmtheit in den Bereichen Theologie und Bildung. Ein weiterer dem College zugehöriger Campus ist die Eastern Polytechnic in Kenema.

Das Njala University College ist sowohl in Freetown (temporär, ursprünglich in der Stadt Njala) als auch in der Provinzhauptstadt Bo mit einem Campus vertreten. Ähnlich einer deutschen Fachhochschule werden hier vor allem technisch-praktische Fächer wie Landwirtschaft und Technologie unterrichtet.

Neben den Universitäten gibt es einige Polytechniken sowie zahlreiche Grund- und Oberschulen (Primary und Secondary bzw. High Schools) sowie Berufsschulen.

Schulen[Bearbeiten]

Unter anderem:

  • Methodist Boys High School[2]

Privatschulen[Bearbeiten]

  • American International School[3]
  • Ayoub International School[4]
  • Lebanese International School[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Quelle: Freetown City Council [8]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Auswahl in Freetown Geborener
Auswahl in Freetown Verstorbener

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freetown – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FINAL RESULTS 2004 POPULATION AND HOUSING CENSUS. Statistics Sierra Leone, 23. Februar 2006, S. 3 abgerufen am 23. Februar 2014
  2. http://mbhs.schools.edu.sl/
  3. http://www.aisfreetown.org/
  4. http://ayoubinternationalschool.webs.com/
  5. http://www.lebaneseinternationalschool.com/
  6. Sister Cities: [1], 9. Februar 2008
  7. Außenministerium V.R. China: [2], 6. März 2008
  8. Freetown City Council, News (vom 21. März 2009)