Hami Mandıralı

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Hami Mandıralı

Hami Mandıralı (2013)

Spielerinformationen
Geburtstag 20. Juli 1968
Geburtsort Arsin, Provinz TrabzonTürkei
Größe 178 cm
Position Offensiver Mittelfeld, Sturm
Vereine in der Jugend
1978–1985 Trabzonspor
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1985–1998
1998–1999
1999–2002
2002
Trabzonspor
FC Schalke 04
Trabzonspor
MKE Ankaragücü
334 (174)
22 00(3)
82 0(38)
8 00(1)
Nationalmannschaft
1984
1985–1986
1987–1989
1987–1988
1987–1999
Türkei U-16
Türkei U-18
Türkei U-21
Türkei Olympia
Türkei
4 00(?)
17 00(?)
7 00(2)
4 00(?)
56 00(9)
Stationen als Trainer
2008–2010
2013–2014
2014
Türkei U-21
Trabzonspor (Co-Trainer)
Trabzonspor
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Hami Mandıralı (* 20. Juli 1968 in Arsin, Provinz Trabzon) ist ein ehemaliger türkischer Fußballspieler und derzeitiger Trainer.

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Seine Karriere begann er im Alter von 10 Jahren bei Trabzonspor, wo er 1985 seinen ersten Einsatz als Profispieler hatte. Er wurde schnell zum Stammspieler und agierte in zentral-offensiver Position. Seinen Durchbruch feierte er in der Saison 1987/1988 mit 17 Toren in 37 Spielen.

1998 wechselte Mandıralı für eine Summe von sieben Millionen DM zum FC Schalke 04, kehrte jedoch nach einer Spielzeit zu Trabzonspor zurück.[1] Mit dieser Transfersumme war er damals der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte der Gelsenkirchener.[2] Schalke wurde auf ihn während des Aufeinandertreffens zwischen Schalke und Trabzonspor im UEFA-Pokal der Saison 1996/97 aufmerksam. Beim Rückspiel, welches 3:3 endete, erzielte Mandıralı zwei Tore und war bester Spieler der Partie. Nachdem die Gelsenkirchener ihn nicht zum Sommer 1997 verpflichten konnten, gelang der Wechsel 1998. Obwohl der sensible Familienvater Mandıralı innerhalb der Mannschaft als sehr angenehmer Kollege aufgefasst wurde, hatte er mit Anpassungs- und Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen. Außerdem tat er sich schwer, die Anforderungen von Huub Stevens, der auch von den Offensivspielern Verteidigungsarbeit verlangte, zu erfüllen. So fasste Mandıralı in der Rückrunde den Entschluss, zum Saisonende wieder zu seinem alten Verein zurückzukehren. Er selbst kommentierte dabei sein Scheitern auf Schalke mit den Worten: "Ich kann nicht der Hami aus der Türkei sein", weil der Hami aus der Türkei in der Offensive alle Freiheiten hat."[3] Gegen Saisonende gelang es ihm, deutlich bessere Leistungen abzurufen. So erzielte er am 33. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Bundesligator. Dieses Tor verwandelte er als direktes Freistoßtor und zeigte damit seine Qualitäten als Freistoßschütze. Im darauffolgenden Bundesligaspiel, welches auch sein letztes Spiel für Schalke werden sollte, erzielte er gegen 1860 München zwei Tore, eins wieder per Freistoß und das zweite per Elfmeter, und er war der beste Spieler seines Teams. Trotz dieser aufsteigenden Formkurve wechselte er zum Saisonende zu seinem vorherigen Klub Trabzonspor. Schalke erhielt für Mandıralı eine Ablösesumme von 2,255 Millionen DM, wodurch der wirtschaftliche Schaden dieses Transfers in Grenzen blieb.[4]

Er spielte bis 2002 insgesamt 558 mal für Trabzonspor, mehr als jeder andere Spieler in der Vereinsgeschichte. In dieser Zeit erzielte er 219 Tore, womit er an dritter Stelle der erfolgreichsten Torschützen in der türkischen Liga steht. Darüber hinaus erzielte Mandıralı bei seinen 40 Einsätzen in der türkischen Nationalmannschaft acht Tore. Nach der Saison 2001/02 wurde er an den Verein MKE Ankaragücü verkauft. Dort konnte er sich jedoch nicht behaupten und wurde gekündigt. Danach gab er sein Karriereende bekannt und begann eine Trainerkarriere.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Mandıralıs Nationalmannschaftskarriere begann 1984 mit einem Testspieleinsatz für die türkische U-16-Nationalmannschaft. Im gleichen Jahr absolvierte er drei weitere Spieler für dieser Jugendauswahl. Anschließend spielte er in den Jahren 1985 bis 1986 für die U-18-Auswahl seines Landes.

1987 begann er für die türkischen U-21 Nationalmannschaft aufzulaufen. Parallel zu dieser Tätigkeit spielte er auch für die Olympiaauswahl seines Lanes. Nach seinen ersten Einsätzen für diese Mannschaften, wurde Mandıralı im November 1987 vom damaligen Nationaltrainer Mustafa Denizli im Rahmen eines EM1988-Qualifikationsspiel gegen die Nordirische Nationalmannschaft in den Kader der Türkische A-Nationalmannschaft nominiert. In dieser Begegnung spielte er von Spielbeginn. Fortan gehörte er lange Jahre zu den regelmäßig nominierten Nationalspieler.

Er war ein wichtiger Spieler jener türkischen Nationalmannschaft die es mit der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 1996 als Erste es erreichte, sich für eine Fußball-Europameisterschaft zu qualifizieren. Während dieses Turniers kam Mandıralı zum zwei Einsätzen und schied bereits in der Gruppenphase aus. Mandıralı spielte insgesamt zwölf Jahre für die A-Nationalmannschaft, absolvierte dabei Mandıralı 48 Länderspiele und erzielte acht Tore.

Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 27. März 1999 im EM2000-Qualifikationsspiel gegen die Moldawische Nationalmannschaft.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Von 2008 bis Mai 2010 war er Trainer der türkischen U-21 Nationalmannschaft. In dieser Funktion blieb er weit hinter den Erwartungen. Unter seiner Führung erlitt die türkische U-21 Auswahl mehrere klare Niederlagen, auch gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Armenien oder Georgien.

Seit dem Sommer 2013 arbeitet er bei Trabzonspor als Co-Trainer und assistiert in dieser Funktion dem Cheftrainer Mustafa Reşit Akçay. Nachdem Akçay im Februar 2014 von seinem Amt zurückgetreten war, übernahm Mandıralı die Mannschaft erst interimsweise. Etwa eine Woche später wurde vom Vereinsvorstand bekannt gegeben, dass Mandıralı die Mannschaft mindestens bis zum Saisonende betreuen werde.[5] Der Vereinsvorstand entschied sich für die neue Saison gegen Mandıralı und stellte stattdessen Vahid Halilhodžić als neuen Cheftrainer ein.

Erfolge[Bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten]

Mit Trabzonspor
Türkische Nationalmannschaft
Individuell

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hami will zurück in die Heimat, Spiegel Online, abgerufen am 2. November 2008.
  2. welt.de: "Der Türke, der Schalke mit Weitschüssen nervte" (abgerufen am 3. Februar 2014)
  3. 100-schalker-jahre.de: "22.05.2004: Vor fünf Jahren erzielte Hami sein erstes Liga-Tor" (abgerufen am 3. Februar 2014)
  4. derwesten.de: "Die 10 größten Transferflops der Bundesliga-Geschichte" (abgerufen am 3. Februar 2014)
  5. trtspor.com.tr: Sezon sonuna kadar Hami Hoca! (abgerufen am 18. Februar 2014)