Harald Wolf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Biologen siehe Harald Wolf (Biologe), zum gleichnamigen Radsportler Harald Wolf (Radsportler).
Harald Wolf (2008)

Harald Wolf (* 25. August 1956 in Offenbach am Main) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Der Politologe war von 2002 bis 2011 Bürgermeister von Berlin (d. h. einer der beiden Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters) und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen.

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Beruf[Bearbeiten]

1975 machte er das Abitur an der Hohen Landesschule in Hanau. Von 1975 bis 1977 studierte er Philosophie und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum, von 1977 bis 1981 an der Freien Universität Berlin, schloss als Diplom-Politologe ab. Wolf war Mitglied der Gruppe Internationale Marxisten (GIM), der damaligen deutschen Sektion der Vierten Internationale. Er arbeitete zunächst als Schreibkraft in Berliner Unternehmen, 1983 wurde er wissenschaftlicher Angestellter am Hamburger Institut für Sozialforschung, arbeitete seit 1988 als freier Journalist.

Parteipolitiker[Bearbeiten]

Er gehörte 1978 zum Kreis um die trotzkistische Zeitschrift Commune! Revue des revolutionären Marxismus,[1] beteiligte sich an der Gründung des Parteiprojekts Demokratische Sozialisten und gehörte deren erstem Bundesvorstand vom 28. November 1982 bis 14. Januar 1984 an. 1986 wurde er Mitglied der Alternativen Liste (AL). 1987 und 1988 war er Mitglied des Bundeshauptausschusses der Grünen, von 1988 bis 1990 gehörte er dem geschäftsführenden Ausschuss der AL an. Im September 1990 verließ er die Partei. Harald Wolf ist Mitglied der Partei Die Linke, sein Wahlbezirk ist Berlin-Lichtenberg.

Abgeordneter und Bürgermeister[Bearbeiten]

1988 bis 1991 war er Bezirksverordneter im damaligen Bezirk Kreuzberg. 1991 wurde er in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Von 1995 bis 2002 war er PDS-Fraktionsvorsitzender.

Am 29. August 2002 trat er die Nachfolge von Gregor Gysi als Bürgermeister von Berlin und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen an. Zum 31. Dezember 2002 war er aus dem Abgeordnetenhaus ausgeschieden, um der parteiinternen Forderung nach der Trennung von Senatorenposten und Abgeordnetenmandat nachzukommen. Wolf wurde als Spitzenkandidat der Berliner Linken im September 2006 wieder ins Abgeordnetenhaus (16. Wahlperiode) gewählt, gab sein Mandat aber wiederum ab, da er im neuen Senat wieder das Amt des Senators für Wirtschaft, Technologie und Frauen und eines Bürgermeisters einnahm.

Für die Berlinwahl am 18. September 2011 trat Wolf erneut als Spitzenkandidat seiner Partei an. Nachdem die Linke auf 11,7 Prozent der Stimmen und die SPD auf 28,3 Prozent kam, reichte es nicht mehr für eine Neuauflage der Rot-Roten Koalition, so dass die SPD sich entschied, eine Koalition mit der CDU als Juniorpartner der SPD einzugehen. Wolf schied mit der Wiederwahl von Klaus Wowereit als Regierender Bürgermeister am 24. November 2011 aus seinen Ämtern.

Sein Mandat im Abgeordnetenhaus nahm Wolf an.

Familie[Bearbeiten]

Harald Wolf lebt mit seiner Ehefrau Claudia Falk in Berlin-Friedrichshain. Sein Bruder Udo Wolf ist seit Oktober 2009 Fraktionsvorsitzender der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harald Wolf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Commune! Nr. 2/3, Sommer 1978, S. 2