Informationswissenschaft

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Die Informationswissenschaft untersucht Information und Wissen [1]. Für das Verständnis der Informationswissenschaft relevant ist die Bedeutung von Information als ein dynamischer Prozess (aktiv: informieren; passiv: informiert werden) und von Wissen als etwas Statischem, das in Dokumenten, als persönliches Wissen in den Köpfen von Menschen oder anderswo fixiert ist.

„Informationswissenschaft untersucht das Auswerten/Selektieren, Erschließen, Bereitstellen/Wiederverwerten, Suchen, Vermitteln und Finden von relevantem (vorwiegend digital vorliegendem) Wissen, durch Informations- und Kommunikationsprozesse“

Wolfgang G. Stock: Information Retrieval[2]

Als relevant werden die Informationen bezeichnet, bei der die Suchanfrage (Query) durch den betreffenden Treffer objektiv befriedigt wird. Ob der Treffer jedoch für den Suchenden von subjektivem Nutzen, also „pertinent“, ist, spielt beim Relevanzmaß keine Rolle.

Gernot Wersig beschrieb Informationswissenschaft unter Betonung des interdisziplinären Ansatzes als Triade von Wissen, Mensch und Informationstechnik: Informationswissenschaft ist demnach

„[…] die Wissenschaft von der Wissensnutzung unter den Bedingungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf allen Ebenen – individuell, organisatorisch, kulturell, gesellschaftlich“

Gernot Wersig: Fokus Mensch 1993[3]

Der Informationswissenschaft kommt durch ihre relativ „neutrale“ Betrachtungsweise des Wissenstransfers eine Brückenfunktion zu. Informationswissenschaft ist sowohl systematisch und thematisch als auch methodisch eng verbunden mit der Publizistik-, Medien- und Kommunikationswissenschaft, der Kognitionspsychologie, der Computerlinguistik, der Informatik (Wissenschaft der Verarbeitung von Information) und entsprechenden spezielleren Ausprägungen der Wirtschafts- oder der Rechtsinformatik. Aus informationswissenschaftlicher Sicht steht stets der Nutzer im Mittelpunkt bei der Betrachtung der Schnittstelle von Mensch und System.

Auswertung[Bearbeiten]

Informationsverdichtung (Abstract/Kurzbeschreibung)
Informationsfilter (Sieb)
Bereitstellen
Bearbeitung der Dokumente, so dass der Informationsinhalt (Content) optimal strukturiert, leicht auffindbar und gut lesbar im Dokumentenspeicher (verwaltet) abgelegt ist.
Dies geschieht durch thematische Informationsfilter wie die Inhaltserschließung (Indexing), die mit verschiedenen Dokumentationssmethoden wie Schlagwortmethode, Thesauri und Klassifikationen zur Einspeisung der Dokumente in die Dokumentspeicher arbeitet. Zu den textsprachlichen Methoden gehören die Titelindexierung, Textwortmethode[4] und Zitationsindexierung und die Erfassung als Volltext (ASCII).
Suchen
Beobachtung der User beim Abarbeiten Ihrer Informationsbedürfnisse („Nutzerforschung“)
Finden − Recherche

Teilbereiche und Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Ein Halbsatz zur Relation mit Informationswissenschaft würde hier passen, statt wahllos Zusammenhänge aufzustellen Peritus 22:06, 10. Apr. 2007 (CEST)

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Beschäftigungsumfeld[Bearbeiten]

Informationswissenschaftler finden sowohl in der Internetwirtschaft, in den Medien als auch im betrieblichen Wissensmanagement ihr berufliches Tätigkeitsfeld.

  • Schwerpunkt Internetwirtschaft
  • Schwerpunkt Medien
    • journalistische Einrichtungen, z.B. Zeitungsverlage, Rundfunkanstalten: Recherche nach Information und Bereitstellung dieser für Redakteure. Erschliessung und Archivierung von Information, z.B. Filmarchiv eines Fernsehsenders.
  • Schwerpunkt betriebliches Wissensmanagement
    • Wissensmanager (Organisation der gesamten betrieblichen Informationswirtschaft)
    • Gestaltung der Webseiten in Intranet und Internet
    • Informationsvermittler/in, Information Broker (z.B. im Bereich Unternehmensberatung)
    • Dokumentalist/in: Sammeln, erschliessen und ablegen von wichtigen Unterlagen in grösseren Unternehmen der freien Wirtschaft und bereitstellung dieser für nachfolgende Projekte.
  • Schwerpunkt Information Engineering
    • Usability-Experten/-innen
    • IT-Systemanalytiker/in für den Informationsbereich
    • IT-Consultant für den Informationsbereich
  • Schwerpunkt Bibliothekswissenschaft
    • Bibliothekar/in in wissenschaftlichen und öffenentlichen sowie Schulbibliotheken: Leitung von Bibliotheken oder Teamleitungsfunktionen. Erschliessung von Medien mittels Katalogisierung, Erwerbung von Medien, Veranstaltungsarbeit, Betreuung der bibliothekseigenen IT, Durchführung von Schulungen.
  • Schwerpunkt Records Management und Archivierung
    • Records Manager/in
    • Digitale/r Langzeitarchivar/in
    • Unternehmensarchivar/in, Gemeindearchivar/in


Die Informationswissenschaft setzt sich mit informationellen Prozessen und deren Unterstützung durch Informationssysteme auseinander. Sie ist mit einer Reihe von Nachbardisziplinen, die technische Fächer wie Informatik ebenso umfassen wie geistes- oder sozialwissenschaftliche Disziplinen wie Medien- oder Kommunikationswissenschaft, eng verwandt. Dies erklärt auch die unterschiedliche Verortung in den Wissenschaften an den verschiedenen Hochschulen. So findet man die Informationswissenschaft an manchen Universitäten in der Philosophischen Fakultät bei den Sprach- und Literaturwissenschaften, (bspw. an der Universität Regensburg), bei der Linguistik/angewandter Sprachwissenschaft (bspw. an der Universität Hildesheim), an anderen Hochschulen im Fachbereich der Bibliothekswissenschaft (bspw. an der HdM Stuttgart). An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist die Informationswissenschaft stark mit der Informatik und mit der Computerlinguistik verbunden. Die Fachhochschule Potsdam bietet in dem eigenständigen Fachbereich „Informationswissenschaften“ ein großes Spektrum des praxisnahen Studiums an. Entsprechend breit ist auch das Beschäftigungsfeld eines Informationswissenschaftlers. Anstellungen in traditionellen Einrichtungen wie Bibliotheken, Archiven oder Dokumentationsstellen sind ebenso üblich, wie der Werdegang in einem Industrieunternehmen bspw. mit dem Schwerpunkt der Dialoggestaltung von Anwendersystemen, in Unternehmensberatungen in der Informationsvermittlung oder im Wissensmanagement.

Teilgebiete[Bearbeiten]

Teilgebiete der Informationswissenschaft sind unter anderem:

Dokumentationswissenschaft, Archivwissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Informationsmanagement und Medienwirtschaft sind Teilbereiche der Informationswissenschaft.[6]

Benachbarte Disziplinen sind:

Die praktische Anwendung von informationswissenschaftlichen Techniken wird nicht nur im BID-Bereich (Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationswissenschaft) umgesetzt, sondern auch in den Massenmedien, den Bereichen Consulting und Beratung, im Finanzwesen sowie im Kulturgüterbereich bspw. in Museen umgesetzt.

Studium und Lehre[Bearbeiten]

Informationswissenschaft wird an einigen deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen als eigenständiges Fach gelehrt; die jeweilige Ausprägung des Lehrinhalts unterscheidet sich jedoch je nach Hochschule. Ähnliche Inhalte finden sich teilweise auch in angrenzenden Studiengängen wie beispielsweise der Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft sowie der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stock, W.G., & Stock, M. (2013). Handbook of Information Science. Berlin, Boston, MA: De Gruyter Saur.
  2. Stock, Wolfgang G.(2007):Information Retrieval. Informationen suchen und finden. München: Oldenbourg.
  3. Fokus Mensch. Bezugspunkte postmoderner Wissenschaft: Wissen, Kommunikation, Kultur. Verlag Peter Lang, 1993, ISBN 3-631-45719-7.
  4. http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/infowiss/mitarbeiter/professor/wolfgang-g-stock/publikationen/publikationen/publikationen-2000/132-textwortmethode/
  5. http://www.questel.com/Prodsandservices/Orbit.htm
  6. Studieninhalte