Infront Sports & Media

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Infront Sports & Media ist ein internationales Sportmarketing-Unternehmen mit Hauptsitz in Zug in der Schweiz. Zentrale Geschäftsfelder sind die weltweite Vermarktung von Medien- und Sponsoring-Rechte für Sportveranstaltungen sowie die Medienproduktion. Infront bietet außerdem Serviceleistungen wie Sportstättenwerbung, Hospitality und Event-Management an. Infront hat weltweit mehr als 20 Niederlassungen mit insgesamt 500 Mitarbeitern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Infront Sports & Media[1] ging aus der ehemaligen KirchSport AG hervor. Im Oktober 2002 übernahm ein Investorenkonsortium, geführt von Robert Louis-Dreyfus, die KirchMedia-Tochter. Diese war ursprünglich durch eine Fusion der Schweizer Sportvermarkter CWL und Prisma Sports & Media entstanden. Infront wurde offiziell im Februar 2003 gegründet und war bis Mitte 2011 mehrheitlich im Besitz der Jacobs Holding AG. Im September 2011 übernahm die paneuropäische Private Equity Firma Bridgepoint[2] das Unternehmen.[3]

[Bearbeiten] Management

Philippe Blatter, ein Neffe des FIFA-Präsidenten Joseph Blatters, leitet das Unternehmen als Präsident und CEO. Executive Director ist unter anderem Günter Netzer, der vor allem als Repräsentant nach außen fungiert.[4]

[Bearbeiten] Sportrechte

Einer der ursprünglichen Unternehmensschwerpunkte war das Fußball-Geschäft. Infront vermarktete exklusiv die weltweiten Medienrechte an der FIFA WM 2002 und 2006. Infront verkaufte an die Sendeanstalten ARD und ZDF 48 der 64 WM-Spiele – darunter fast alle Top-Partien. Die Aufzeichnung und Übertragung der Begegnungen der WM 2006 wurde – wie bereits 2002 in Japan und Südkorea – von der Tochterfirma Host Broadcast Services (HBS) übernommen. 2005 verlor Infront jedoch große Teile des FIFA-Mandats und schlug daraufhin eine Diversifizierungsstrategie ein.

Infront ist Partner von 120 Verbänden, Vereinen und Organisationskomitees im Sommer- und Wintersport.

Im Fußball arbeitet Infront seit den 1970er Jahren mit dem Deutschen Fußball-Bund[5] und vielen anderen europäischen Fußballverbänden, -ligen und -vereinen zusammen. Zu den Klubs gehören Werder Bremen, FC Schalke 04, AC Mailand und Lazio Rom. Das Unternehmen ist außerdem exklusiver Medienrechte-Berater und Produktionspartner der Lega Serie A und B und verantwortlich für die zentrale Medienproduktion der französischen Ligue 1. Für die FIFA vermarktet das Unternehmen die Medienrechte aller großen Turniere der FIFA seit 2007 inklusive der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im asiatischen Markt durch ein Joint Venture mit der japanischen Werbeagentur Dentsū namens Football Media Services.[6]

Darüber hinaus ist Infront Partner des Europäischen Handball-Verbandes (EHF) und der Confédération Européenne de Volleyball (CEV) für die jeweiligen Europameisterschaften der Männer und Frauen. In China vermarktet das Unternehmen den Landessport Nr. 1, Basketball, auf verschiedenen Ebenen – als Vermarktungspartner der nationalen CBA League sowie der chinesischen Nationalmannschaften. Die italienische Tochterfirma Infront Motor Sports ist der offizielle Promoter der FIM Superbike Weltmeisterschaft.[7] In Deutschland ist Infront Vermarktungspartner[8] von Baden Racing[9], der Betreibergesellschaft der Galopprennbahn Iffezheim bei Baden-Baden.[10]

Als Partner der World Triathlon Corporation (WTC) vermarktet Infront Sponsoring-Pakete für Ironman- und 70.3-Rennen, produziert einzelne Rennen und berät den Verband beim Vertrieb der Medienrechte.[11]

Im Wintersport repräsentiert Infront sechs der sieben olympischen Wintersportverbände und vermarktet internationale Großveranstaltungen wie die jährlich ausgetragene IIHF Weltmeisterschaft im Eishockey.[12] Im Skisport vertreibt Infront als Partner der nationalen Skiverbände kollektiv die Medien- und/oder Marketingrechte für die Mehrheit der FIS Weltcup-Events - darunter auch die Vierschanzentournee.[13] Des Weiteren ist Infront in die Weltmeisterschaften und Weltcup-Veranstaltungen der IBU für Biathlon, der FIBT für Bob und Skeleton, der FIL für Rennrodeln sowie der WCF für Curling involviert.

[Bearbeiten] Host Broadcast Services / Medienproduktion

Host Broadcast Services (HBS) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Infront und ist für die zentrale Medienproduktion (das sogenannte Host Broadcasting) und Signalverbreitung internationaler Großereignisse im Spitzensport verantwortlich. HBS wurde im Jahr 1999 als hoch spezialisierter Host Broadcaster der FIFA WM gegründet und arbeitet nach wie vor eng mit internationalen Verbänden wie der FIFA für die FIFA WM 2002, 2006, 2010 und 2014 oder der UEFA für die UEFA Euro 2008 und 2012 zusammen.

Zudem verantwortete HBS die Medienproduktion des America’s Cup in Valencia sowie der Asienspiele 2006 und 2010 und produziert allwöchentlich das TV-Signal für die französische Ligue 1.

Neben den Host Broadcast Projekten von HBS produziert die Infront-Gruppe weitere Sportveranstaltungen - darunter FIS und FIBT Weltcup-Events, Fußball-Länderspiele, die IIHF Weltmeisterschaft und die Superbike WM. Zudem entwickelt das Unternehmen digitale Lösungen und bereitet Sportinhalte für Neue Medien entsprechend auf.

[Bearbeiten] Kritik

Zu Rücktrittsforderungen, unter anderem britischer Fanverbände, an die Adresse Joseph Blatters führten Ende 2009 die Rechtedeals zwischen FIFA und der Match Hospitality AG, an der Infront Sports & Media einen 5-Prozent-Anteil hält.[14] Nach Angabe der FIFA wurden die Rechte ausgeschrieben, mitbietende Konkurrenten sind jedoch nicht bekannt.[15]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • 2010 IBC Judges’ Award (International Broadcaster Conference, Niederlande)
  • 2010 SVG Award (Sports Video Group, USA)
  • 2010 AIB Award (Association for International Broadcasting, England)
  • 2010 ISEM Sports Innovation Award (Int. Sports Event Management Conference, England)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ringier und Infront spannen im Schweizer Sportmarketing zusammen. In: Tages Anzeiger. 28. Februar 2011, abgerufen am 21. April 2011.
  2. Fusionskontrolle: Kommission gibt Übernahme der Sportmarketing-Gruppe Infront durch Bridgepoint frei. In: Europäische Kommission – Pressemitteilung. Abgerufen am 7. Februar 2012.
  3. Bridgepoint erwirbt Infront Sports & Media AG. In: Offizielle Webpräsenz der Infront Sports & Media. Abgerufen am 2. Februar 2012 (englisch).
  4. Group Management. In: Offizielle Webpräsenz der Infront Sports & Media. Infront Sports & Media AG, abgerufen am 12. Juli 2011 (englisch).
  5. About Infront Sports & Media. In: Offizielle Webpräsenz der Infront Sports & Media. Infront Sports & Media AG, abgerufen am 1. Juli 2011 (englisch).
  6. Football Media Services. In: Offizielle Webpräsenz des Joint Venture. Football Media Services Pte. Ltd., abgerufen am 1. Juli 2011 (englisch).
  7. Maria Pohlmann: Nachwuchsförderung steht im Mittelpunkt. In: Motorsport Magazin.com. 27. Januar 2011, abgerufen am 21. April 2011.
  8. Dr. Andreas Jacobs übernimmt Baden Racing Mehrheit. In: Offizielle Webpräsenz der Infront Sports & Media. Abgerufen am 3. Februar 2012 (englisch).
  9. Richard Becker: Die Wetter sind zurück. In: FAZ.NET. 7. September 2010, abgerufen am 21. April 2011.
  10. Catherine Simon: Volksfeste auf der Rennbahn. In: Südwest Presse. 3. September 2010, abgerufen am 21. April 2011.
  11. WTC und Infront schließen Partnerschaft. In: Offizielle Webpräsenz der Infront Sports & Media. Abgerufen am 3. Februar 2012.
  12. Andreas Schulte: Eine Eishockey-WM mit vielen Gewinnern. In: Handelsblatt. 25. Mai 2010, abgerufen am 21. April 2011.
  13. Neuer Vermarkter sichert Tournee-Zukunft. In: Focus online. 6. Januar 2010, abgerufen am 21. April 2011.
  14. FIFA und MATCH Hospitality verlängern Vertrag bis 2023. In: Webpräsenz der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft. Abgerufen am 3. Februar 2012.
  15. Thomas Kistner: Alles bleibt in der Familie. In: sueddeutsche.de. 5. Januar 2010, S. 1, abgerufen am 26. April 2011.
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