FIFA

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Dieser Artikel behandelt den Weltfußballverband; zur gleichnamigen Videospielserie siehe FIFA (Spieleserie).
Fédération Internationale de Football Association
(FIFA)
Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Weltfußballverband
Sitz Zürich, Schweiz
Gründung 21. Mai 1904
Ort Paris
Präsident SchweizSchweiz Sepp Blatter
Mitglieder 209 nationale Verbände
Website www.fifa.com
FIFA-Logo bis 2009
Die Ukrainische Post gratulierte zum 100. Geburtstag mit vier Briefmarken

Die FIFA (französisch Fédération Internationale de Football Association, deutsch Internationale Föderation des Association Football, siehe unten) ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich. Er organisiert verschiedene Fußballwettbewerbe, darunter die Männer- und die Frauen-Fußballweltmeisterschaft. Die allgemeinen Fußballregeln werden jedoch vom IFAB erstellt. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Sepp Blatter. Die FIFA ist ein im Handelsregister eingetragener Verein im Sinne des Art. 60Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches.

Name[Bearbeiten]

Die Worte „football association“ im französischen Namen beziehen sich darauf, dass die Sportart Fußball insbesondere in den frühen Tagen im Englischen oft als association football (daher auch die alternative Bezeichnung soccer, die sich als Kurzform aus association entwickelt hat) bezeichnet wurde. Dies dient zur Unterscheidung von anderen, eng verwandten Sportarten, die ebenfalls die Bezeichnung „football“ führen oder führten, so zum Beispiel rugby football. Der französische Name der FIFA übersetzt sich daher nicht als „Internationale Föderation der Fußballverbände“ oder „Internationale Föderation des Vereinsfußballs“, sondern eher als „Internationale Föderation des Association Football“, wobei die letzteren beiden Worte den Eigennamen der betreffenden Sportart darstellen.

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Die FIFA organisiert u. a. folgende Wettbewerbe:

Im August 1993 wurde für Männerfußballnationalmannschaften und 2003 für Frauenfußballnationalmannschaften eine Weltrangliste eingeführt. Diese dienen teilweise dazu, die Mannschaften bei den Wettbewerbsauslosungen einzelnen Lostöpfen zuzuordnen.

Benefizspiele[Bearbeiten]

Die FIFA veranstaltet im Rahmen der World XI in unregelmäßigen Abständen Benefizspiele mit der Fußballweltauswahl, gegen die bereits öfter die Europäische Fußballauswahl angetreten ist, zuletzt 2005 und 2007.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die FIFA wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet. Als Gründerväter gelten der Niederländer Carl Anton Wilhelm Hirschmann und der Franzose Robert Guérin. Gründungsmitglieder waren die nationalen Fußballverbände der Schweiz, Dänemarks, Frankreichs, der Niederlande, Belgiens und Schwedens, wobei die Gründungsmitglieder in einigen Fällen nicht den heute existierenden Verbänden entsprachen, sowie Spanien, allerdings nicht durch einen Verband, sondern vom Madrid Football Club (dem heutigen Real Madrid) vertreten. Der Deutsche Fußball-Bund trat der FIFA noch am Gründungstag telegrafisch bei. In den nächsten Jahren kamen weitere nationale Verbände hinzu. Der erste große internationale Fußballwettbewerb fand während der Olympischen Sommerspiele 1908 in London statt. Auch im Rahmen der nächsten Olympischen Spiele wurde ein Fußballwettbewerb ausgetragen. Während des Ersten Weltkriegs geriet die Entwicklung ins Stocken; es konnten keine Spiele mehr ausgetragen werden und mehrere Verbände (z. B. England) traten aus der FIFA aus.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Tod von Präsident Daniel Burley Woolfall war es der Niederländer Hirschmann, der durch seine ehrenamtliche Arbeit als Sekretär und als Interimspräsident der FIFA den Bestand sichern konnte. Der große Aufschwung begann mit der Wahl des neuen Präsidenten Jules Rimet. Dieser plante ab 1924 gemeinsam mit dem wohlhabenden Uruguayer und Sportmäzen Enrique Buero ein Fußball-Weltturnier. 1930 schließlich wurde die erste WM veranstaltet. Als Rimet 1954 zurücktrat, fand bereits die fünfte Weltmeisterschaft statt und die FIFA zählte 85 Mitglieder. Die FIFA-Mitgliederzahl wuchs in den Folgejahren von Jahr zu Jahr. Vor allem in Kriegszeiten stellte der Fußball und somit auch die FIFA eine wichtige Verbindung zwischen den Nationen dar.

Nach einer Statistik der FIFA von 1972 nahmen weltweit 16 Millionen Menschen, darunter 42.220 Berufsspieler am aktiven Fußballsport teil und organisierten sich in ca. 300.000 Vereinen. Die Zahl der Schiedsrichter wurde mit 243.596 angegeben. Der nächste große Schritt war die Erweiterung des Teilnehmerfeldes bei Weltmeisterschaften von 16 auf 24 (zur WM 1982) und später auf 32 Teams (zur WM 1998).

Verbände[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der FIFA-Mitglieder

Der FIFA gehören aktuell 209 Nationalverbände an. Diese müssen gleichzeitig Mitglied eines von sechs Kontinentalverbänden sein, jedoch sind einige Mitglieder der Kontinentalverbände derzeit nur assoziiert – AFC (1), CAF (1), CONCACAF (1), OFC (3) bzw. zwar Vollmitglied des Kontinentalverbandes aber noch kein FIFA-Mitglied – CAF (1), CONCACAF (5), UEFA (1).

Kontinentalverbände[Bearbeiten]

Die sechs Kontinentalverbände des Weltfußballverbandes FIFA: AFC (Asien, Australien), CAF (Afrika), CONMEBOL (Südamerika), CONCACAF (Nord-, Mittelamerika, Karibik), OFC (Ozeanien), UEFA (Europa)

Die FIFA besteht aus folgenden sechs Kontinentalverbänden:

Die Kontinentalverbände – auch als Konföderationen bezeichnet – bilden sich in der Regel nach geografischen Kriterien aus den FIFA-Mitgliedsverbänden. Ausnahmen bilden Guyana und Suriname, die trotz ihrer geografischen Lage in Südamerika Mitglied der CONCACAF sind. Mehrere asiatische Staaten (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Zypern und Israel) sind in der UEFA organisiert, ebenso die Türkei, Russland und Kasachstan, die Landesteile in beiden Kontinenten (Europa und Asien) haben. Australien verließ 2006 die OFC und wurde Mitglied in der AFC, um in Qualifikationsspielen gleichwertige Gegner für seine Nationalmannschaft zu bekommen.

Nationalverbände[Bearbeiten]

Bis heute haben sich in der FIFA 209 Nationalverbände zusammengeschlossenen, zuletzt die Verbände von Südsudan, Montenegro, Osttimor und den Komoren. Allein zwischen 1975 und 2002 wurden 60 Verbände als Mitglieder aufgenommen.

Die Nationalverbände werden finanziell und logistisch über verschiedene Programme der FIFA unterstützt. Sie räumt ihnen eine Anzahl attraktiver Rechte und Privilegien ein. Allerdings ergeben sich aus der Mitgliedschaft auch Verpflichtungen: Als FIFA-Repräsentanten in ihrem Land müssen die Nationalverbände die Statuten, Ziele und Ideale der FIFA respektieren und den Sport dementsprechend bewerben und führen.

Als Alternative für National- und Regionalverbände, die nicht von der FIFA aufgenommen werden, wurde das NF-Board ins Leben gerufen.

Organisation[Bearbeiten]

FIFA-Präsidenten
Name Herkunftsverband Amtszeit
Robert Guérin FrankreichFrankreich Frankreich 1904–1906
Daniel Burley Woolfall EnglandEngland England 1906–1918
Jules Rimet FrankreichFrankreich Frankreich 1921–1954
Rodolphe William Seeldrayers BelgienBelgien Belgien 1954–1955
Arthur Drewry EnglandEngland England 1955–1961
Sir Stanley Rous EnglandEngland England 1961–1974
João Havelange BrasilienBrasilien Brasilien 1974–1998
Sepp Blatter SchweizSchweiz Schweiz seit 1998
FIFA-Generalsekretäre
Name Herkunftsverband Amtszeit
Louis Muhlinghaus BelgienBelgien Belgien 1904–1906
Carl Anton Wilhelm Hirschmann NiederlandeNiederlande Niederlande 1906–1931
Ivo Schricker DeutschlandDeutschland Deutschland 1932–1951
Kurt Gassmann SchweizSchweiz Schweiz 1951–1961
Helmut Käser SchweizSchweiz Schweiz 1961–1981
Sepp Blatter SchweizSchweiz Schweiz 1981–1998
Michel Zen-Ruffinen SchweizSchweiz Schweiz 1998–2002
Urs Linsi SchweizSchweiz Schweiz 2002–2007
Jérôme Valcke FrankreichFrankreich Frankreich seit 2007

Die beiden wichtigsten Gremien der FIFA sind der Kongress und der Exekutiv-Ausschuss, dem der Präsident der FIFA vorsitzt. Weitere Gremien sind

  • Ausschüsse,
  • Kontinentalverbände,
  • Nationalverbände,
  • Verwaltung,
  • Rechtswesen und Disziplinarbereich.

Kongress[Bearbeiten]

Der Kongress ist das höchste Entscheidungsorgan des internationalen Fußballverbands. Bis 1998 kam er alle zwei Jahre zusammen, seit 1998 findet dieses Treffen der weltweiten Fußballfamilie jährlich statt. Dieser neue Zyklus erlaubt es dem Kongress, Entscheidungen über eine ständig wachsende Anzahl an Themen zu treffen.

Der Kongress trifft Entscheidungen bezüglich der Statuten und der Methoden, mit denen sie eingesetzt und angewendet werden. Der Kongress segnet auch den jährlichen Bericht ab, entscheidet über die Aufnahme neuer Nationalverbände und hält Wahlen ab, vor allem die der FIFA-Präsidentschaft. Jeder Nationalverband hat eine Stimme, unabhängig von seiner Größe oder Leistungsstärke im Fußball. Die Kongressabgeordneten werden allerdings nicht nach demokratischen Verfahrensregeln gewählt.

Exekutivkomitee[Bearbeiten]

Hauptartikel: FIFA-Exekutivkomitee

Das Exekutivkomitee umfasst 25 Mitglieder und setzt sich aus

  1. dem Präsidenten,
  2. acht Vizepräsidenten,
  3. einem weiblichen Mitglied und
  4. 15 Mitgliedern

zusammen.

Mit Theo Zwanziger gehört auch ein Deutscher dem Exekutivkomitee an. Frühere deutsche Mitglieder sind u. a. Franz Beckenbauer (2007 bis 2011) und Gerhard Mayer-Vorfelder (1992 bis 1998, 2002 bis 2007).

Ausschüsse[Bearbeiten]

Es gibt 35 ständige Ausschüsse und zwei operative Organe: den Disziplinarausschuss und den Berufungsausschuss. Die Ausschüsse spielen eine wichtige Rolle: sie treffen Entscheidungen bezüglich der Organisation von Turnieren und der Entwicklung des Fußballs im Allgemeinen. Die von den Ausschüssen getroffenen Entscheidungen werden vom Exekutiv-Ausschuss ratifiziert.

Ausschüsse und juristische Institutionen:

  1. Berufungskommission
  2. Disziplinarkommission
  3. Büro Goal
  4. Bureau FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010
  5. Dopingkontroll-Ausschuss
  6. Dringlichkeitskomitee
  7. Entwicklungsleiter (Goal Development Officers)
  8. Exekutivkomitee
  9. Finanzkommission
  10. Fußballkommission
  11. Interne Audit-Kommission
  12. Kommission für Ethik und Fairplay
  13. Kommission für Futsal und Beach-Soccer
  14. Kommission für Frauenfußball und die Fußballweltmeisterschaft der Frauen
  15. Kommission für rechtliche Angelegenheiten
  16. Kommission für Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten
  17. Kommission für den Status von Spielern
  18. Kommission für Technik und Entwicklung
  19. Kommission der Verbände
  20. Kommission für Klubfußball
  21. Kommission für Stadien und Sicherheit
  22. Marketing- und Fernsehausschuss
  23. Medienkommission
  24. Organisationskommission für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft
  25. Organisationskommission für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft
  26. Organisationskommission für den FIFA Konföderationen-Pokal
  27. Organisationskommission für die FIFA Junioren-Weltmeisterschaft
  28. Organisationskommission für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft
  29. Organisationskommission für die FIFA U-20-Weltmeisterschaft
  30. Organisationskommission für die Olympischen Fußballturniere
  31. Organisationskommission für die FIFA U-20 und U-17 Frauen-Weltmeisterschaft
  32. Sportmedizinische Kommission
  33. Strategiekommission
  34. Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung der FIFA
  35. Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten

Verwaltung[Bearbeiten]

Das Generalsekretariat, welches in Zürich rund 310 Mitarbeiter beschäftigt, ist für die Verwaltung der FIFA zuständig. An der Spitze steht der Generalsekretär, der dafür verantwortlich ist, dass die Entscheidungen des Exekutiv-Ausschusses umgesetzt werden. Weitere Aufgabenbereiche des Generalsekretariats sind die Belange der Finanzen, die Pflege internationaler Beziehungen, die Organisation des FIFA Weltpokals und die Organisation weiterer FIFA Fußball-Wettbewerbe. Das Generalsekretariat setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen, die sich mit den Themen Business, Entwicklung, Finanzen, Fußball-Verwaltung, Kommunikation, Personal, Services und Wettbewerbe befassen.

Sprachen[Bearbeiten]

Offizielle Sprachen der FIFA sind Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. In diesen Sprachen werden sämtliche Satzungen, Vorschriften, Entscheidungen und Ähnliches erstellt. Englisch dient darüber hinaus als offizielle Sprache für Protokolle und Korrespondenz. Für den Kongress gelten zusätzlich die drei Sprachen Arabisch, Portugiesisch und Russisch als offiziell.

Finanzen und Sponsoren[Bearbeiten]

Von den Einnahmen aus lukrativen Werbeverträgen und Fernsehausstrahlungslizenzen werden jährlich hohe Teilbeträge an die Mitgliedsverbände weitergereicht. Den größten Teil dieser Umsätze erzielt die FIFA durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Allein durch die weltweiten Fernsehrechte an den Herren-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 nahm die FIFA 1,8 Mrd. Euro ein. Die FIFA forderte für die Ausrichtung der WM in Deutschland eine vollständige Steuerbefreiung, die ihr auch gewährt wurde.

Von 2003 bis 2006 erzielte die FIFA bei Erträgen von 3,328 Milliarden Franken einen Gewinn von 816 Millionen Franken. Allein 2006 wies sie einen Gewinn von 303 Millionen Franken aus und bezahlte dafür nur 1,06 Millionen Franken an Steuern, da die FIFA als nicht gewinnorientierte Organisation gilt und wie ein Verein besteuert wird.[2] Laut dem Sportmagazin kicker verfügt die FIFA über ein Kapital von 1,166 Milliarden US-Dollar. Etwa 70 Prozent der Einnahmen fließen in verschiedener Form wieder an den Fußball zurück.

Hymne und Motto[Bearbeiten]

Vor jedem von der FIFA organisierten Spiel ertönt beim Einlaufen der Schiedsrichter und Mannschaften auf das Spielfeld die von Franz Lambert komponierte FIFA-Hymne. Sie wird seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 gespielt.

Auf dem 57. FIFA-Kongress wurde das bisherige Motto des Verbandes von „For the Good of the Game“ (Für das Gute des Spieles) in „For the Game. For the World.“ (Für das Spiel. Für die Welt.) geändert.

Sitz der Organisation[Bearbeiten]

Hauptsitz in Zürich
Einfahrt zum Gelände des FIFA-Hauptquartiers

Im Jahr 1932 zog der Internationale Weltfußballverband FIFA von Paris nach Zürich und hat seitdem dort seinen Hauptsitz. Im Mai 2004, zum 100-jährigen Bestehen der FIFA, wurde die Grundsteinlegung zum Um- und Neubau gefeiert. Der Grundstein birgt in seinem Inneren einen stählernen Fußball mit 1,3 Metern Durchmesser, der mit 204 Säckchen Erde aus jedem FIFA-Mitgliedsland gefüllt ist, weshalb die FIFA Wert auf die Feststellung legt, dass ihr Haus „auf dem Boden aller Mitgliedsländer“ steht. Ende Oktober 2005 wurde dann Richtfest gefeiert. Vor dem eigentlichen Baubeginn wurde das alte Gebäude zuerst abgerissen.

Am 29. Mai 2007 wurde in Zürich-Hottingen der neue Hauptsitz der FIFA eingeweiht. Der neue FIFA-Hauptsitz – „Home of FIFA“ (Haus der FIFA) genannt – umfasst 270 Büroarbeitsplätze, einen Hörsaal für 200 Personen, 240 Tiefgaragenstellplätze, Lager- und Archivräume. Im Außenbereich ist ein komplettes Fußballfeld nach internationalem Standard mit unterirdischen Umkleide- und Besprechungsräumen angelegt. Das Gebäude besteht aus 9 Etagen (Erdgeschoss eingeschlossen), wovon sechs Etagen sich aus städtebaulichen Gründen unterhalb der Erdoberfläche befinden und fast 20 m tief reichen. Durch den Einsatz energieeffizienter Gebäudetechnik konnte auf Energie aus fossilen Brennstoffen verzichtet werden, wodurch auch keine CO2- Emissionen von dem Gebäude ausgehen.

Der Bau kostete 240 Millionen Franken (ca. 180 Millionen Euro) und wurde von der Architektin Tilla Theus entworfen und vom österreichischen Bauunternehmen Strabag umgesetzt.[3][4]

Garten des FIFA-Hauptquartiers

Kritik[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Von vielen Seiten wird Kritik gegenüber der FIFA geäußert, dass diese ihre Monopolstellung ausnutze. Wie in den meisten anderen Sportarten, so gibt es im Fußballsport mit der FIFA lediglich einen Weltverband.

Die umfassende Kommerzialisierung des Fußballs durch die FIFA und ihre Sponsoren sorgt vielfach für Kritik, da der Verband die von ihm eingeforderten Vermarktungsprivilegien u. a. mit hartem gerichtlichen Vorgehen in Einzelfällen durchzusetzen bestrebt ist.

Das rigorose Vorgehen der FIFA wird insbesondere dann deutlich, wenn Grundregeln des Verbandes durch Vereine oder Landesverbände in Frage gestellt werden. So drohte die FIFA bei einer Auseinandersetzung mit dem Grazer AK mit dem Ausschluss Österreichs von der EM 2008 im eigenen Land. Im Juli 2006 wurde der griechische Verband kurzzeitig aus der FIFA ausgeschlossen.

Die Nationalmannschaft von Kamerun erschien zum African Cup of Nations 2004 in einem neu entworfenen, körperbetonenden Einteiler (UniQT), den der ausrichtende afrikanische Verband auch genehmigte. Die FIFA sah dies jedoch als Verstoß gegen die eigenen Regeln an, wonach die Sportkleidung aus einem Trikot und einer Hose bestehen muss.[5] Gegen das Team von Kamerun wurde eine Strafe von 200.000 Franken verhängt, und für die Qualifikation zur WM 2006 zog man ihm sechs Punkte ab. Der Punktabzug wurde jedoch nach erfolgreicher Klage seitens Ausrüster Puma von der FIFA wieder zurückgenommen.

Wegen dieses Vorgehens haben Zeitungen und Experten folgende Kritiken geäußert:

Im Juni 2007 kam es zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen der FIFA und ihrem ehemaligen Sponsor Mastercard, wonach die FIFA 90 Millionen US-Dollar an das Kreditkartenunternehmen zahlte. Hintergrund war neben einem Streit um die Verwendung des FIFA-Logos[6] auch die Feststellung durch ein US-Gericht[7], dass die FIFA entgegen ihren vertraglichen Verpflichtungen Mastercard bei den Neuverhandlungen über die Sponsorenvergabe im Kreditkartenbereich im Jahr zuvor zugunsten von VISA übergangen habe. Damit hat die FIFA die Hälfte der Einnahmen aus dem Neuvertrag mit VISA für die Auseinandersetzung mit Mastercard verwendet. Der damalige Verhandlungsführer der FIFA, Jérôme Valcke wurde daraufhin zunächst entlassen, bevor er am 27. Juni 2007 Generalsekretär der FIFA wurde.

Gegen Ende der WM 2010 in Südafrika wurde von Medienseite bemängelt, dass die FIFA weiterhin zu ihrer Rolle während des Apartheidregimes schweige.[8] Kritik erntete die FIFA besonders durch die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland sowie 2022 an das Wüstenemirat Katar. Der Zürcher Tagesanzeiger meinte dazu, dass Russland die Wahl der Macht und Katar die Wahl des Geldes gewesen sei.[9]

Weiter wird die FIFA kritisiert, ihre in den letzten Jahren stark angestiegenen Einnahmen für prestigeträchtige Neubauten und überhöhte Betriebskosten (insbesondere in Form von Personalkosten) verwendet zu haben. Der Umsatz der FIFA stieg zwischen 1990 und 2009 von 10 auf 778 Millionen Euro.[10] Von ihrem Reingewinn zahlt die FIFA nach Schweizer und Zürcher Recht 4,25 Prozent Steuern.[11]

Negativpreis „Verschlossene Auster“[Bearbeiten]

Mit dem Negativpreis Verschlossene Auster hat die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche den Weltfußballverband 2012 ausgezeichnet.[12] Die FIFA habe bisher «alle Versuche kritischer Journalisten, über Korruption und Ungereimtheiten bei der Postenvergabe zu recherchieren, abgeblockt», erklärte der Vorsitzende des Netzwerks Recherche, Oliver Schröm. Die Laudatio hielt der Sportmanager Roland Büchel, ehemaliger FIFA-Mitarbeiter und Mitglied des Schweizer Nationalrates. Das System von Löhnen, Aufwandsentschädigungen und Boni bei der FIFA sei „völlig intransparent“, sagte Büchel und wies darauf hin, dass die FIFA im vergangenen Jahr 96,8 Millionen Dollar an Löhnen, Zahlungen an Ehrenamtliche und Boni ausgeschüttet habe. Jedoch seien kritische Medienanfragen zu dem Thema nicht beantwortet worden. Der Europarat sei Ende April in 124 Punkten zu einem „vernichtenden Urteil“ über die Fußballweltorganisation gekommen und habe daran erinnert, dass Autonomie für die Interessen des Sports da sei und „nicht für die Interessen von skrupellosen Individuen“. Die FIFA schickte keinen Vertreter zur Preisverleihung.[13]

Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld[Bearbeiten]

Im Mai 2006 beschrieb der britische Enthüllungsjournalist Andrew Jennings in seinem Buch Foul! ein angeblich umfangreiches System der Korruption unter der Ägide von Sepp Blatter, das im Zuge des Zusammenbruchs des FIFA-Marketing-Partners ISL ans Licht kam.[14] Kurz nach Veröffentlichung des Buches sendete die BBC am 11. Juni 2006 einen vierstündigen kritischen Beitrag, in dem der angebliche Schmiergeldskandal im Detail beleuchtet wurde. In Summe soll ISL rund 100 Millionen US-Dollar Schmiergeld gezahlt haben um Entscheidungen der FIFA zu beeinflussen. Der BBC liegt eine Liste von 175 geheimen Zahlungen vor. Der zufolge sollen auch drei Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, das über die Auswahl des Ausrichters von Weltmeisterschaften entscheidet, Zahlungen erhalten haben. So sollen demnach Nicolás Leoz, Präsident der südamerikanischen Fußball-Konföderation CONMEBOL, 1998 und 1999 600.000 US-Dollar, Issa Hayatou, Präsident der Confédération Africaine de Football, 1995 20.000 US-Dollar und Ricardo Teixeira, Präsident des brasilianischen Fußball-Nationalverbands Confederação Brasileira de Futebol, 9,5 Millionen US-Dollar erhalten haben.[15][16]

Im Juni 2010 stellte die Staatsanwaltschaft in Zug das auf Zeugenaussagen der ISMM/ISL-Gruppe beruhende Verfahren gegen eine bis auf zwei Funktionäre nicht namentlich genannte Führungsgruppe der FIFA gegen einen Betrag von 5,5 Millionen Schweizer Franken mit einer Einstellungsverfügung ein. Davon musste die FIFA 2,5 Millionen Schweizer Franken selbst bezahlen. Die FIFA wehrte sich gegen die Veröffentlichung eines 41-seitigen Papiers der Staatsanwaltschaft Zug, das das Korruptionssystem rund um die FIFA, den ehemaligen FIFA-Präsidenten João Havelange und seinen früheren Schwiegersohn Ricardo Teixeira beschreibt, die laut Dokument Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben. In dem Dokument ersichtlich sind die internationalen Geldflüsse und der Umgang der FIFA-Spitze mit dem Schmiergeldsystem. In der Einstellungsverfügung wird bezug auf den aktuellen FIFA-Präsident Sepp Blatter genommen (ohne ihn namentlich zu nennen), der zumindest von den Schmiergeldzahlungen gewusst haben müsste. In einem Urteil vom 3. Juli 2012 vom Schweizer Bundesgericht wird festgestellt, dass großes „öffentliches und weltweites Interesse“ an den Inhalten des Dokuments besteht. Den Medien wird hier eine Kontrollfunktion zugestanden.[17][18][19]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christiane Eisenberg, Pierre Lanfranchi, Tony Mason, Alfred Wahl: FIFA 1904–2004: 100 Jahre Weltfußball. Die Werkstatt Verlag, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-442-1.
  • Andrew Jennings: FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes, Vote-Rigging and Ticket Scandals, Harper Collins, 2006, ISBN 0-00-720811-1.
  • Thomas Kistner: FIFA-Mafia – Die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball. Droemer Verlag, München 2012, ISBN 978-3-426-27586-3.
  • David Yallop: Wie das Spiel verlorenging. Die korrupten Geschäfte zwischen FIFA und Medien. Econ Verlag, Düsseldorf 1998, ISBN 3-430-19875-5.

Verfilmung[Bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FIFA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: FIFA – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Website der World XI
  2. 11.3552. Interpellation. Die Fifa ist keine gemeinnützige Organisation. Die Bundesversammlung, 31. August 2011, abgerufen am 7. Dezember 2011.
  3. syspro.de, Das neue Home of FIFA – Flach gehalten − tief gegründet
  4. strabag.ch, The Home of FIFA, Zürich
  5. Daniel Theweleit: Trikottausch ausgeschlossen. In: Berliner Zeitung. Berliner Verlag, 26. Januar 2004, abgerufen am 26. Juli 2008.
  6. Trotz Sonderposten positiver Abschluss – Eigenkapital auf USD 643 Millionen gestiegen, FIFA.com, 14. März 2008.
  7. Faksimile (Auszüge) des Verhandlungsprotokolls MasterCard vs. FIFA (PDF; 1 MB), Zugriff am 2. Dezember 2008.
  8. Bartholomäus Grill: Blatters Schweigen. In: ZEIT ONLINE. 10. Juli 2010, abgerufen am 10. Juli 2010 (Print-Ausgabe: DIE ZEIT, 24. Juni 2010 Nr. 26).
  9. zitiert nach: ballesterer FM, Nr. 59, Februar 2011, S. 18.
  10. Felix Reidhaar: Lizenz zum Gelddrucken, in: NZZ vom 24. April 2006 (Zahlen in Schweizer Franken)
  11. ballesterer FM, Nr. 59, Februar 2011, S. 30.
  12. Verschlossene Auster 2012 geht an die FIFA, auf: Website Netzwerk Recherche vom 1. Juni 2012, (Laudatio, Antwort der FIFA)
  13. FIFA erhält Negativpreis Verschlossene Auster, in: epd von 2012
  14.  Andrew Jennings: FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes, Vote-Rigging and Ticket Scandals. Erste Auflage Auflage. HarperSport, 2006, ISBN 978-0-00-720811-1.
  15. Tim Franks: Panorama: Three Fifa World Cup officials “took bribes” (Englisch), BBC News. Abgerufen am 15. Juni 2011. 
  16. Panorama: Three Fifa World Cup officials took bribes (Englisch), BBC News. Abgerufen am 15. Juni 2011. 
  17. Spiegel Online: Fifa-Funktionäre kaufen sich frei Artikel vom 25. Juni 2010.
  18. Erdbeben für den Weltfußball, in: Süddeutsche Zeitung vom 12. Juli 2012, abgerufen am 12. Juli 2012
  19. Originalquelle (PDF; 192 kB)

47.38138.5744Koordinaten: 47° 22′ 52,7″ N, 8° 34′ 27,8″ O; CH1903: 685766 / 248450