John Mellencamp

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John Mellencamp im Januar 2007

John Mellencamp (auch als Johnny Cougar, John Cougar oder John Cougar Mellencamp bekannt; * 7. Oktober 1951 in Seymour, Indiana, USA) ist ein US-amerikanischer Rock- und Folksänger.

In Deutschland hatte er Mitte der 1980er Jahre mit Hits wie Hurts So Good und Jack & Diane einige Erfolge. Seine Songs erinnerten anfangs an Bruce Springsteen; später floss mehr Folk in seine Musik ein. Während diese Entwicklung in Europa nahezu unbeachtet blieb, hat Mellencamp in den USA nach wie vor regelmäßig Top-20-Hits.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
John Cougar
  US 64 1980
Nothin’ Matters And What If It Did
  US 37 1981
American Fool
  US 1 1982
  UK 37 06.11.1982 ( 6 Wo.)
Uh Huh
  US 9 1983
  UK 92 03.03.1984 ( 1 Wo.)
Scarecrow
  US 2 1985
The Lonesome Jubilee
  US 6 1987
  UK 31 03.10.1987 (12 Wo.)
  DE 41 1987
  CH 10 27.09.1987 ( 8 Wo.)
Big Daddy
  US 7 1989
  UK 25 27.05.1989 ( 4 Wo.)
  DE 27 1989
  CH 11 04.06.1989 (10 Wo.)
Whenever We Wanted
  US 17 1991
  UK 39 19.10.1991 ( 2 Wo.)
  CH 16 27.10.1991 ( 5 Wo.)
Human Wheels
  US 7 1993
  UK 37 18.09.1993 ( 2 Wo.)
  DE 48 1993
  CH 18 19.09.1993 ( 6 Wo.)
Dance Naked
  US 13 1994
  CH 32 17.07.1994 ( 4 Wo.)
Mr. Happy Go Lucky
  US 9 1996
  DE 53 1996
  CH 37 22.09.1996 ( 5 Wo.)
The Best That I Could Do
  US 33 1997
  UK 37 17.01.1998 ( 4 Wo.)
John Mellencamp
  US 41 1998
  CH 48 21.03.1999 ( 1 Wo.)
Rough Harvest
  US 99 1999
Cuttin’ Heads
  US 15 2001
  DE 99 2001
Trouble No More
  US 31 2003
Words & Music: John Mellencamp’s Greatest Hits
  US 13 2004
Freedom’s Road
  US 5 2007
Life Death Love And Freedom
  US 7 2008
No Better Than This
  US 10 2010
  DE 62 10.09.2010
  CH 83 05.09.2010
Singles
I Need a Lover
  US 28 1979
Small Paradise
  US 87 1980
This Time
  US 27 1980
Ain’t Even Done with the Night
  US 17 1981
Hurts So Good
  US 2 1982
Jack & Diane
  US 1 1982
  UK 25 23.10.1982 ( 8 Wo.)
Hand to Hold on to
  US 19 1982
  UK 89 05.02.1983 ( 2 Wo.)
Crumblin’ Down
  US 9 1983
Pink Houses
  US 8 1983
The Authority Song
  US 15 1984
Lonely Ol’ Night
  US 6 1985
Small Town
  US 6 1985
  UK 53 18.01.1986 ( 6 Wo.)
R.O.C.K. in the U.S.A. (A Salute to 60’s Rock)
  US 2 1986
  UK 67 26.04.1986 ( 6 Wo.)
Rain on the Scarecrow
  US21 1986
Rumbleseat
  US 28 1986
Paper in Fire
  US 9 1987
  UK 86 05.09.1987 ( 2 Wo.)
Cherry Bomb
  US 8 1987
Check It Out
  US 14 1988
  UK 96 27.02.1988 ( 1 Wo.)
Pop Singer
  US 15 1989
  UK 93 10.06.1989 ( 2 Wo.)
  DE 87 1989
Get A Leg Up
  US 14 1991
Again Tonight
  US 36 1992
Wild Night (with Me’Shell Ndegeocello)
  US 3 1994
  UK 34 1994
  DE 55 1994
Key West Intermezzo (I Saw You First)
  US 14 1996
Just Another Day
  US 46 1997
Your Life Is Now
  DE 92 1999
I’m Not Running Anymore
  DE 100 1999
Our Country
  US 88 2006

Leben[Bearbeiten]

Anfangszeit[Bearbeiten]

Mellencamp hatte eine schwierige Kindheit und Jugend, während der er auch mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt kam. Mit 19 Jahren[1] wurde er zum ersten Mal Vater. Als seine Tochter Michelle mit 19 Jahren Nachwuchs bekam, wurde er mit 37 zum ersten Mal Großvater. Letzteres begünstigte später seine Wahl zum „sexiest grandfather alive“ in einem Frauenmagazin.

Als Mellencamp mit 24 Jahren arbeitslos wurde, ging er nach New York, um Musiker zu werden. Er wurde von Tony DeFries, dem damaligen Agenten David Bowies, entdeckt, der ihm einen Vertrag mit MCA Records verschaffte.

1976 erschien sein erstes Album Chestnut Street Incident, das etwa zur Hälfte aus Coversongs bestand. Bei der Veröffentlichung kam es zu ersten Spannungen zwischen Mellencamp und DeFries, da DeFries Mellencamp ohne dessen Wissen in Johnny Cougar umbenannt hatte. Weil das Album floppte, veröffentlichte die MCA ein zweites, bereits fertig eingespieltes Album, The Kid Inside, zunächst nicht. Erst 1982, als Mellencamp mit Jack & Diane plötzlich einen Nummer-eins-Hit landete, erschien das Album doch noch.

1977/1978 zog Mellencamp für einige Monate nach England. Dort entstand die LP A Biography, die 1978 auf dem Riva-Label erschien, jedoch nur in England, Australien und Deutschland. In den USA blieb das Album bis zu einer CD-Neuauflage 2005 unveröffentlicht.

Erste Hits[Bearbeiten]

Mit neuem Manager und neuer Plattenfirma erschien 1979 John Cougar, das ihm mit dem Song I Need a Lover einen ersten, kleineren Erfolg brachte. 1980 folgte Nothin' Matters and What If It Did, doch erst 1982 gelang ihm mit dem Album American Fool der Durchbruch. Die Singles „Jack & Diane“ und das provokante, mit SM-Andeutungen gespickte „Hurts So Good“ machten ihn in den USA über Nacht zum Star.

1983 veröffentlichte er unter dem Namen John Cougar Mellencamp Uh-Huh, ein weiteres Rockalbum mit seinem größten Hit „Pink Houses“. Ab 1985 begann er mit Scarecrow, sich schrittweise zum Folkmusiker zu entwickeln, der die Probleme der amerikanischen Land- und Kleinstadtbevölkerung thematisiert. Zusammen mit Willie Nelson organisierte er Farm Aid, eine seither jährlich stattfindende Benefizveranstaltung für die amerikanischen Farmer.

Bis dahin als Easy-Listening-(Unterhaltungsmusik)-Rocker eingeordnet, wurde er nun zum ernsthaften Musiker. Der Kettenraucher sorgte zudem für Aufsehen, als er es strikt ablehnte, seine Tourneen von Alkohol- und Tabakfirmen sponsern zu lassen.

Hinwendung zum Folk[Bearbeiten]

Auf The Lonesome Jubilee entfernte sich Mellencamp 1987 erstmals von der klassischen Rock-Instrumentierung und führte akustische Instrumente wie Geige und Akkordeon in seine Musik ein. So kreierte er einen eigenen Sound, der Musiker wie Garth Brooks, Sheryl Crow und letztlich auch Bruce Springsteen auf dessen 2002 erschienenen Comebackalbum The Rising stark beeinflussen sollte.

1989 entwickelte Mellencamp diesen Stil mit dem Album Big Daddy weiter, bevor er 1991 mit Whenever We Wanted noch einmal zum reinen Gitarren-Rock zurückkehrte.

Nicht alle Fans nahmen 1993 den melancholischen, bedrückenden Sound auf Human Wheels an. Dennoch landete Mellencamp 1994 auch in Europa noch mal einen Hit, diesmal mit einer Coverversion von Van Morrisons Wild Night.

Ein Herzinfarkt schränkte seine Karriere ein. So tritt er seitdem kaum noch außerhalb der USA auf und verkürzte seine Konzerte von drei Stunden auf knapp 90 Minuten.

Nach dem Infarkt[Bearbeiten]

Mellencamp wurde auf ärztlichen Rat Vegetarier. Gesundheitlich halbwegs wieder erholt, nahm er 1996 Mr. Happy Go Lucky (auf Deutsch etwa: „Herr Sorglos“) auf, sein letztes Album für Mercury Records mit vollständig neuem Material.

Musikalisch kehrte er in seine experimentelle Phase von Human Wheels zurück und arbeitete vereinzelt auch erstmals mit modernen Hip-Hop-Elementen.

Da er vertraglich noch für zwei Alben an Mercury gebunden war, gab er die Zustimmung zu einem Best-of-Album und nahm ein weiteres Album mit hauptsächlich akustischen Neuinterpretationen einiger seiner Hits auf, das Mercury jedoch erst zeitverzögert 1999 veröffentlichte.

1998 erschien sein erstes Album für Columbia mit dem Titel John Mellencamp. Musikalisch kehrte er größtenteils zu dem Folksound zurück, mit dem er ab Mitte der 1980er große Erfolge gefeiert hatte. Gleichzeitig führte er bei einigen Liedern auch seine Experimente mit Hip-Hop-Rhythmen weiter.

Auf dem Album Cuttin' Heads (2001) unterstützt Chuck D von der Rap-Legende Public Enemy im Titelsong Mellencamp, davon abgesehen dominiert der von der Violine getragene Folksound. Die Single Peaceful World, eigentlich ein Lied über Rassismus in Amerika, wurde nach den Anschlägen vom 11. September als Seelentröster neu interpretiert.

Folk-Roots, Boykott und Politik[Bearbeiten]

2003 ging Mellencamp weiter als bisher zu den Wurzeln zurück. Auf Trouble No More interpretierte er amerikanische Folklore-Lieder, von der Folklegende Woody Guthrie bis zum Blues von Robert Johnson und Son House.

In konservativen Teilen Amerikas wurde dieses Album boykottiert, weil Mellencamp den traditionellen Folksong From Baltimore to Washington unter dem Titel To Washington mit einem neuen Text aufnahm, der sich kritisch mit der Amtszeit George W. Bushs auseinandersetzte. Die traditionellen Country- und Folksender im Mittleren Westen weigerten sich daraufhin, Lieder des Albums zu spielen. Trotzdem erreichte es Platz 1 der Blues-Charts.

2004 setzte er sich in der Vote for Change Tour für die Wahl John Kerrys ein. Im selben Jahr erschien Words & Music: John Mellencamp’s Greatest Hits, ein weiteres Best-of-Album. Neben den größten Hits wie Hurts So Good, Jack & Diane, Human Wheels und Wild Night enthält die Doppel-CD zwei neue Lieder, Walk Tall und Thank You.

2005 tourte er zusammen mit Rockmusiker John Fogerty. Sämtliche Alben aus seiner Zeit bei Mercury Records wurden in diesem Jahr in den USA mit remastertem Sound und jeweils einem seltenen Bonusstück wiederveröffentlicht.

Freedom’s Road[Bearbeiten]

Im Januar 2007 erschien Freedom’s Road. Es war nach fünf Jahren John Mellencamps erstes Album ausschließlich mit Neukompositionen. Für die Vermarktung des Albums betrat Mellencamp Neuland, indem er die erste Single Our Country einem amerikanischen Automobilhersteller anbot, der es in einem Werbespot für einen neuen Truck verwendete. Mellencamp begründete diesen Schritt damit, dass die großen Musiksender seine Videos kaum noch spielten und er neue Wege suchen müsse, neues Material zu promoten.

Das Album selbst kann als ein persönlicher Kommentar zur aktuellen politischen Lage der USA angesehen werden. Im typischen Stil des amerikanischen Protestsongs zeichnet Mellencamp ein düsteres Bild des heutigen Amerikas, beschwört aber gleichzeitig dessen Ideale. So erinnert die erste Single Our Country nicht zufällig an Woody Guthries This Land Is Your Land, genauso wenig wie er für Jim Crow Joan Baez zu einem Duett ins Studio holte. Das letzte Stück Rodeo Clown, eine beißende Kritik an der Politik George Bushs, ist auf dem Album nicht gelistet und hinter dem letzten Track versteckt.

Am 10. Februar 2007 stieg Freedom’s Road auf Platz 5 der Billboard-Albumcharts ein. Es war der höchste Charteinstieg in Mellencamps Karriere.

Anfang 2008 kündigte Mellencamp sein neues Album Life, Death, Love and Freedom an, in dem er erneut vor allem die sozialen Probleme Amerikas in den Vordergrund stellt. Die erste Single Jena, ein Lied über den Fall der so genannten Jena Six, provozierte eine wütende Erwiderung des Bürgermeisters der Stadt Jena (Louisiana). Das von T-Bone Burnett produzierte Album erschien Mitte Juli 2008. Zusätzlich zur Standard-CD enthält es auch eine DVD, auf der das komplette Album im neuartigen Soundstandard CODE enthalten ist. Dieser Standard soll auf herkömmlichen Wiedergabegeräten eine maximale Klangqualität ohne hörbare Unterschiede zum Originalmaster ermöglichen.

No Better Than This[Bearbeiten]

Das jüngste Album No Better Than This erschien am 17. August 2010. Mit dem Werk, welches von T Bone Burnett produziert wurde, ist eine raue Mischung aus Blues, Country, Rockabilly und Western. Schwerpunktmäßig wende es sich dem Folk. Mellencamp selbst sagte zu dem Album, es sei „as American folk as I’ve ever been“. Das Album wurde komplett in Mono auf einem Tonbandgerät aus den 1950er Jahren mit einem einzigen Raummikrofon aufgenommen.

Musical[Bearbeiten]

Mellencamp führt Regie bei der Musical-Umsetzung des Stephen King Romans Showtime.[2]

Ehrung[Bearbeiten]

Gemeinsam mit Leonard Cohen, The Dave Clark Five, The Ventures und Madonna wurde John Mellencamp am 10. März 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Zeremonie fand im New Yorker Waldorf Astoria Hotel statt.

Diskografie[Bearbeiten]

LPs, EPs und CDs[Bearbeiten]

  • 1976 Chestnut Street Incident
  • 1977 The Kid Inside (veröffentlicht 1982)
  • 1978 A Biography (veröffentlicht nur in England, Deutschland und Australien)
  • 1978 U.S. Male (EP)
  • 1978 Skin It Back (veröffentlicht 2000, Sammlung von unveröffentlichtem Material)
  • 1979 John Cougar
  • 1980 Nothin’ Matters and What If It Did
  • 1982 American Fool
  • 1983 Uh-Huh
  • 1985 Scarecrow
  • 1987 The Lonesome Jubilee
  • 1989 Big Daddy
  • 1991 Whenever We Wanted
  • 1992 Falling from Grace (Soundtrack mit Freunden)
  • 1993 Human Wheels
  • 1994 Dance Naked
  • 1996 Mr. Happy Go Lucky
  • 1997 The Best That I Could Do
  • 1998 John Mellencamp
  • 1999 Rough Harvest
  • 2001 Cuttin’ Heads
  • 2003 Trouble No More
  • 2004 Words & Music (Doppelalbum, Best Of)
  • 2007 Freedom’s Road
  • 2008 Life, Death, Love and Freedom
  • 2009 Life, Death, LIVE and Freedom (enthält acht Liveaufnahmen von Songs aus dem 2008er Album)
  • 2010 On the Rural Route 7609
  • 2010 No Better Than This
  • 2013 Ghost Brothers of Darkland County (Musical, geschrieben von John Mellencamp und Stephen King)

VHS, LDs und DVDs[Bearbeiten]

  • 1984 Ain’t That America (VHS, LD – Clips, Interview & Studio Rehearsals)
  • 1992 Falling from Grace (VHS, LD – Spielfilm, Regie und Hauptrolle JM)
  • 2001 After Image (DVD – Spielfilm, JM Schauspieler)
  • 2003 Trouble No More (DVD – Studio Rehearsals + Interviews)
  • 2003 Lone Star State of Mind (DVD – Spielfilm, JM Schauspieler)
  • 2003 Soundstage presents Farm Aid 2003 (Auftritte von Mellencamp, Sheryl Crow, Willie Nelson u.v.a.)
  • 2004 Words and Music (Limited Edition Bonus DVD)
  • 2005 Farm Aid 2005 – 20th Anniversary (Sampler mit Auftritten von Mellencamp, Neil Young, Willie Nelson u.v.a.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Mellencamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. netglimse.com
  2. Stephen King Slashing His Way to Joyland. Zugriff am 10. April 2012