Küssnacht SZ
| SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Küsnacht zu vermeiden. |
| Küssnacht | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Schwyz |
| Bezirk: | Küssnacht |
| Gemeindenummer: | 1331 |
| Postleitzahl: | 6403 |
| Koordinaten: | 676125 / 21515647.0830478.44111457Koordinaten: 47° 4′ 59″ N, 8° 26′ 28″ O; CH1903: 676125 / 215156 |
| Höhe: | 457 m ü. M. |
| Fläche: | 36,20 km² |
| Einwohner: | 12'224 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.kuessnacht.ch |
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Küssnacht von Rigi Kulm her gesehen |
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| Karte | |
Küssnacht (schweizerdeutsch: Chüsnacht; bis 31. Dezember 2003 offiziell Küssnacht am Rigi) ist der grösste Ortsteil der Gemeinde Küssnacht. Diese bildet zugleich einen Bezirk im Kanton Schwyz in der Zentralschweiz und liegt am nordöstlichen Arm des Vierwaldstättersees und am Südwestufer des Zugersees. Küssnacht ist bevölkerungsmässig hinter Einsiedeln die zweitgrösste Ortschaft im Kanton.
Auf dem Weg von Küssnacht nach Immensee befindet sich die Hohle Gasse, die durch Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell weltweite Bekanntheit erlangte, da dort Wilhelm Tell den Landvogt Gessler mit einer Armbrust erschossen haben soll. Zwischen Küssnacht und Merlischachen steht die Astrid-Kapelle zum Gedenken an die dort tödlich verunglückte Königin Astrid von Belgien.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde Küssnacht besteht aus den Ortschaften Küssnacht mit dem Weiler Haltikon (8556 Einwohner), Immensee (1998 Einwohner) und Merlischachen (1143 Einwohner). Die Nachbargemeinden sind Udligenswil, Adligenswil, Meggen, Greppen, Arth, Meierskappel, Risch sowie über dem Zugersee Walchwil.
Wie der frühere Gemeindename sagt, liegt der Ausflugsberg Rigi auf Gemeindegebiet, welcher mit 1'797 m ü. M. auch der höchste Punkt der Gemeinde ist. Der tiefste Punkt ist der Zugersee mit 413 m ü. M.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Küssnacht ist zurückzuführen auf die Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius und taucht erstmals um das Jahr 830 auf. Da vermachte der Adlige Recho seinen Besitz dem Kloster St. Leodegar in Luzern. Der Einfluss von Luzern nahm ab, als die Schwyzer sich hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten.
1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu kurzzeitigen Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen. Küssnacht galt von jeher als berühmte Reisedestination. Goethe und Uhland statteten Küssnacht einen Besuch ab, und auch der bayrische König Ludwig II. sowie der portugiesische König Dom Luis weilten in Küssnacht.
[Bearbeiten] Stadtentwicklung
Vor dem Hintergrund stetiger Prosperität entwickelte sich Küssnacht zu einem regionalen Einkaufszentrum mit einer facettenreichen Geschäftswelt. Dazu kommen die leistungsfähige Hotellerie und das traditionsreiche Gaststättengewerbe, von dem zum Beispiel die stolzen Gasthöfe am Marktplatz zeugen. Daneben lassen viele Bürger- und Fachwerkhäuser, die beiden restaurierten Rathäuser aus dem 18. Jahrhundert sowie die stilgerecht restaurierte barocke Pfarrkirche St. Peter und Paul das Bemühen erkennen, den historischen Charakter des alten Dorfteils zu erhalten. Selbst der Baustil moderner Mehrfamilienhäuser wurde dabei mit einbezogen. Am Seeufer ist eine großzügige Seepromenade an die Stelle des ehemaligen Warenumschlag- und Stapelplatzes getreten, und auch das dort befindliche Tagungs- und Kongresszentrum Monséjour ist neueren Datums.
[Bearbeiten] Bevölkerung
- Konfessionen: rund 64 % römisch-katholisch, 10 % reformiert
- Ausländeranteil: 18 %
[Bearbeiten] Verkehr
Der Bahnhof Küssnacht am Rigi befindet sich an der am 1. Juni 1897 von der Gotthardbahn-Gesellschaft eröffneten Bahnstrecke Luzern–Immensee. So wurde das Bauerndorf erstmals mit Luzern und Immensee verbunden. Die fünf Buslinien führen nach Immensee, Meggen, Schwyz, Rotkreuz und Root D4. Es gibt eine Seilbahn auf die Seebodenalp. Auch hat der Ort einen Hafen für die Linien-Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee.
[Bearbeiten] Brauchtum
Bekanntestes Brauchtum ist das Küssnachter Chlausjagen, ein Sankt-Nikolaus-Brauch, der jeweils am 5. Dezember mit einem grossen Umzug begangen wird. Beim ursprünglich heidnischen Brauch wurden mit Lärm die Wintergeister vertrieben; später kamen christliche Motive wie weisse Hirthemden, Bischofshüte (Infuln) und der Samichlaus hinzu. Der Umzug wird vom heute grössten männlichen Verein in Küssnacht organisiert, der 1928 gegründeten St. Niklausengesellschaft.
Eine kleine Innerschweizer Fasnacht wird auch in Küssnacht begangen; der früher als üblich stattfindende Schmutzige Donnerstag ist den Kindern vorbehalten. In regelmässigen Abständen finden grössere Fasnachtsumzüge und Monsterkonzerte statt. Die vier lokalen Guggenmusigen Blächchutzeler, Cossinius Fäger, Gessler Chessler und Rigigusler bereichern die Fasnacht durch Musik und die Organisation von Maskenbällen. Die Alte Fasnacht (Sonntag nach Aschermittwoch) ist der lokale Höhepunkt der Küssnachter Fasnacht, bei dem in rund 15 Restaurants Schnitzelbankgruppen, Kabarettisten und sonstwie humorvolle Grössen ihren Auftritt haben.
Wenn früher im Herbst die Älpler nach langen, einsamen Sommermonaten zu Tal zogen, brachten sie nicht nur Käse und Butter mit, sondern feierten im Dorf die Freude am freien Alpenleben mit Tanz und Gesang. Diese spontanen Feste sind der Urquell der Sennenchilbi. Alle sechs Jahre kommt Küssnacht in den Genuss eines Sennenfestes. Dieses findet immer am Sonntag nach dem Schmutzigen Donnerstag statt. Auf der Bühne vor dem Hotel Engel beginnen schon am frühen Morgen mit Tanz, Gesang, Jodelliedern, Alphornvorträgen und Fahnenschwingen folkloristische Darbietungen, die den ganzen Tag über andauern. Eine spezielle Attraktion ist der über 40 m hohe Kletterbaum, den mutige junge Männer zu bezwingen versuchen. In Alphütten wird Käse zubereitet und den Festbesuchern gratis Kaffee mit Kirsch und «Nidle» abgegeben. Den Höhepunkt des Festes bildet der grosse Festumzug mit der Alpabfahrt.
[Bearbeiten] Literatur
- Quellen zur Geschichte der Landschaft Küssnacht am Rigi. Hrsg. vom Historischen Verein Küssnacht, 1984 ff.
- Kurt Annen u. a.: «Me isch halt nid so heikel gsy». Küssnachter Geschichte(n) 1848 bis 1998. Offizielle Jubiläumsschrift zum 150-Jahre-Jubiläum des Bezirks Küssnacht, Bezirksverwaltung Küssnacht am Rigi, 1998
- Markus Bamert u. a.: Gesslerburg und Hohle Gasse mit Tellskapelle (Schweizerische Kunstführer, Band 790), 2006, ISBN 978-3-85782-790-7
- Klausjagen, St. Nikolausgesellschaft, Küssnacht am Rigi 1988
- Erika Schumacher: Vierwaldstättersee & Zentralschweiz - Dumont Reisetaschenbuch. Dumont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-4311-6, S. 68
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website von Bezirk und Gemeinde Küssnacht (SZ)
- Küssnacht (SZ) im Historischen Lexikon der Schweiz
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
Küssnacht | Immensee | Merlischachen | Haltikon