Kavaja

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Kavajë
Kavaja
Kavaja (Albanien)
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41.18777777777819.55805555555625Koordinaten: 41° 11′ N, 19° 33′ O

Basisdaten
Qark: Tirana
Kreis: Kavaja
Gemeinde: Kavaja
Höhe: 25 m ü. A.
Einwohner: 20.192 (2011[1])
Telefonvorwahl: (+355) 0554
Postleitzahl: 2501–2502
Kfz-Kennzeichen: KJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Bürgermeister: Elvis Rroshi (PS)
Postanschrift: Shëtitorja Josif Budo
2501 Kavaja
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtgründung: Anfang 17. Jahrhundert
Stadtfest: 25. März

Kavaja (albanisch auch Kavajë; früher türkisch Kavalye genannt[2]) ist eine Stadt in Mittelalbanien, rund fünf Kilometer südöstlich vom Adriatischen Meer und 20 Kilometer südöstlich von Durrës entfernt. Die Stadt hat 20.192 Einwohner (Volkszählung 2011).[1] Kavaja ist Amtssitz einer Bashkia, die neben der Stadt noch umliegende Ortschaften umfasst. Sie ist zudem Hauptstadt des gleichnamigen Kreises.

Geographie[Bearbeiten]

Ungefähr fünf Kilometer südöstlich des Adriatischen Meeres liegt Kavaja auf einer Höhe von m ü. A. Am östlichen Stadtrand beginnt das mittelalbanische Hügelland, das sich bis zur Hauptstadt Tirana ausdehnt. Im Westen trennt ein weiterer kleiner Hügelzug die Stadt vom Meer. Zwischen diesen Hügeln erstreckt sich eine bei Kavaja rund sechs Kilometer breite Ebene von der Bucht von Durrës im Nordwesten bis zum Fluss Shkumbin im Südosten, die südlich davon in die Myzeqe übergeht.

Das Klima in Kavaja ist mediterran geprägt. Im Sommer ist es meistens sehr warm und trocken, die Winter mild und sehr regenreich. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 15,5 und 16 °C.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungen nordwestlich des heutigen Stadtgebiets werden im Jahr 1081 erwähnt. Ein osmanisches Register listet 1430/31 ein Kavalye genanntes Dorf auf, das 16 Häuser zählte. Aufgrund der strategisch guten Lage an der antiken römischen Handelsstraße Via Egnatia wuchs das Dorf heran und zählte 1583 um die 150 Häuser. Langsam bildete sich ein Marktzentrum, wo die regionalen landwirtschaftlichen Produkte verkauft und gekauft wurden. Es entstanden Herbergen für Reisende, Gasthöfe und Bäckereien sowie Handwerksbetriebe der Schmiede, Sattlerei und Hufschmiede. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Kavalye schließlich zu einer Kleinstadt herangewachsen, was vor allem Durrës zu verdanken war, das immer mehr an Bedeutung verlor. Es hatte bald doppelt so viele Häuser wie Durrës: Der berühmte osmanische Reisende Evliya Çelebi berichtete, dass der Ort im Jahr 1670 400 Häuser hatte, 200 Läden und Handwerksbetriebe im Basar sowie vier Moscheen, die aus den Jahren 1561, 1589, 1625 und 1652 stammten. Alle vier wurden im 20. Jahrhundert zerstört, als viele historische Bauten zum Teil durch Kriege beschädigt, zum Teil aufgrund stadtplanerischer Maßnahmen entfernt wurden. Erhalten geblieben sind einzig die Kubelie-Moschee aus späterer Zeit (1735–1736) und der Uhrturm aus dem Jahr 1817.[4][2][5]

Kavaja war berühmt für seine Töpfereien und Kelim-Teppiche.[6]

Während des sozialistischen Regimes wurde Kavaja zur Industriestadt sowie Zentrum der regionalen Landwirtschaft. Die Bewohner von Kavaja gehörten zu den ersten, die im Jahr 1990 ihren Unmut gegen die Diktatur und die ärmlichen Zustände im Land kundtaten.[7] Im März demonstrierten Bewohner der Stadt für Freiheit und Demokratie. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurde ein junger Mann getötet.[8][9][4]

Der Vater des Schauspielers Alexander Moissi – zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der großen Stars auf deutschen und österreichischen Bühnen – stammte ursprünglich aus Kavaja. Der in Triest geborene Österreicher war aber nur wiederholt in der Stadt zu Besuch, als er einen Teil seiner Kindheit in Durrës verbrachte. Das Moisiu-Haus war zu Zeiten des Regimes von Enver Hoxha ein Kindergarten.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vom osmanischen Erbe Kavajas sind noch ein paar wenige Gebäude erhalten. Um den Hauptplatz im Stadtzentrum stehen der Uhrturm (alb. Kulla e Sahatit) von 1817 und die Kubelie-Moschee, welche zwischen 1735 und 1736 errichtet wurde. Auf der Hauptstraße zugewandten Seite der Moschee liegen zudem die Ruinen des Portikus einer älteren Moschee. Die osmanische Altstadt ist sehr schlecht erhalten; die typischen Gebäude wurden meist durch neuere überbaut. Ein Beispiel solcher Architektur findet man einzig im 1971 eröffneten Ethnographischen Museum, das in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Auch die Steinbrücke von Bukaqi ist ein Zeitzeuge aus der osmanischen Ära. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut.

In der Region gibt es weitere Sehenswürdigkeiten, so die 1280 erbaute Kirche des Heiligen Freitags im Dorf Çeta und die Festung Bashtova aus dem 6. oder 15. Jahrhundert nahe dem Fluss Shkumbin.

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

Neben dem Ethnographischen Museum stellen das 1976 eröffnete Historische Museum und der 1946 fertiggestellte Kulturpalast zusammen mit der im gleichen Jahr eröffneten Stadtbibliothek (mit einem Bücherbestand von rund 35.000[10]) weitere kulturelle Einrichtungen.

Sport[Bearbeiten]

Der lokale Fußballklub KS Besa Kavaja spielt in der ersten Liga, der Kategoria Superiore.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Verkehrswege, denen Kavaja vermutlich ihre Entstehung zu verdanken hat, prägen noch immer die Stadt. Kavaja ist ein Nadelöhr für den Verkehr von Tirana und Durrës nach Südalbanien sowie vom Hafen Durrës nach Mazedonien. Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Autobahn, die um die Stadt herum führt. Wie der Verkehr zieht sich auch die Stadt von Nordwesten nach Südosten.

Kavaja ist Durchgangsbahnhof der albanischen Eisenbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kavaja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Tiranë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. a b Die Entstehung der Stadt Kavaja. Bashkia Kavaja, 9. April 2012, abgerufen am 7. November 2012 (albanisch).
  3. Klima. Bashkia Kavaja, 9. April 2012, abgerufen am 7. November 2012 (albanisch).
  4. a b  James Pettifer: Albania & Kosovo – Blue Guide. A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8.
  5. Kulturelle Monumente. Bashkia Kavaja, 9. April 2012, abgerufen am 7. November 2012 (albanisch).
  6. a b  Heinz Gstrein: Walter-Reiseführer Albanien. Walter-Verlag, Olten 1989, ISBN 3-530-29602-3.
  7.  Miranda Vickers, James Pettifer: Albania – From Anarchy to a Balkan Identity. New York University Press, New York 1997, ISBN 0-8147-8794-0.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAlbanian Telegraphic Agency (ATA) Bulletin vom 26. März 1998. Abgerufen am 15. Oktober 2009.
  9.  Ylli Sula (Herausgeber): Durrësi çelësi turistik. Çelësi, Tirana, ISBN 978-99943-964-9-8.
  10. Kunst und Kultur. Bashkia Kavaja, 9. April 2012, abgerufen am 7. November 2012 (albanisch).