Shkumbin

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Shkumbin
Shkumbini (Genusus)
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Shkumbin-Tal zwischen Librazhd und Elbasan

Shkumbin-Tal zwischen Librazhd und Elbasan

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Qark Korça, Qark Elbasan und Qark Durrës
Flusssystem ShkumbinVorlage:Infobox Fluss/ABFLUSSWEG_fehlt
Quelle südwestlich von Pogradec oberhalb des Dorfes Potkozhan
40° 52′ 58″ N, 20° 34′ 55″ O40.8827620.5818251070
Quellhöhe 1070 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Adriatisches Meer (18 Kilometer westlich von Rrogozhina)41.03972222222219.4427777777780Koordinaten: 41° 2′ 23″ N, 19° 26′ 34″ O
41° 2′ 23″ N, 19° 26′ 34″ O41.03972222222219.4427777777780
Mündungshöhe m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 1070 m
Länge 181 km[1]
Einzugsgebiet 2444 km²[1]
Abfluss[1] MQ
61,5 m³/s
Großstädte Elbasan
Kleinstädte Librazhd, Cërrik, Peqin, Rrogozhina

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Flusskarte Albaniens

Der Shkumbin (albanisch auch Shkumbini; lateinisch Genusus; griechisch Genoúsos Γενούσος) ist ein Fluss in Mittelalbanien. Einer der wichtigsten antiken Handelsstraßen des Balkans, die Via Egnatia, folgte dem Flusslauf hinauf und verlieh dem Shkumbin die Rolle als strategisch wichtigen Korridor zwischen Orient und Okzident.

Geographie[Bearbeiten]

Der Shkumbin entspringt südwestlich der Stadt Pogradec im Südosten Albaniens. Zuerst verläuft er in einem gebirgigen Tal nach Norden. Bei der Stadt Librazhd dreht sich das Tal nach Westen. In einem engen Einschnitt durchbricht er die Bergkette und tritt bei Elbasan in eine weite Ebene. In einem breiten Tal fließt er nun etwa entlang des 41. Breitengrades der Adria zu. Nördlich der Lagune von Karavasta bildet er ein kleines Delta.

Der Shkumbin ist mit einer Länge von 181 km und einer Abflussmenge von durchschnittlich 61,5 m³/s einer der größten Flüsse des Landes. Seine Bedeutung liegt aber mehr in seinen Auswirkungen auf die Geschichte, Gesellschaft und den Verkehr des Landes.

Lebensraum[Bearbeiten]

1996 wurden im Shkumbin 17 Fischarten gezählt. Karpfenfische bildeten die Mehrheit. Der Fluss ist auch Lebensraum vieler seltener Fische wie der Albanischen Plötze (Pachychilon pictum), die nur rund um die Adria vorkommt, einer Gründling-Unterart (Gobio gobio albanicus) und der Korsikaforelle (Salmo trutta macrostigma). Dabei ist der Shkumbin in seinem Unterlauf stark verschmutzt, insbesondere durch Abwässer aus Elbasan und des großen metallurgischen Komplexes dort, der heute aber nicht mehr in Betrieb ist. Oberhalb der Stadt Librazhd ist er aber noch weitgehend naturbelassen.

Kulturgrenze[Bearbeiten]

Der Shkumbin ist die Grenze zwischen den beiden Dialekten der albanischen Sprache mit Unterschieden in Phonetik und Wortschatz. Südlich des Flusses leben die Tosken, in Nordalbanien und in Kosovo die Gegen. Die Shkumbingrenze ist aber nicht nur eine sprachliche; sie ist auch eine religiös-kulturelle Trennlinie: So wird in der traditionellen albanischen Folklore nördlich dieser Linie die Monophonie (Einstimmigkeit) gepflegt, während im Süden polyphone (mehrstimmige) Gesänge üblich sind. Die Gegend von Librazhd ist eine Übergangszone, in der man beide Gesangsarten findet. Südlich des Shkumbin gibt es kaum Katholiken, und nördlich des Shkumbins leben außerhalb der großen Städte kaum orthodoxe Albaner. Schon immer hatten die Tosken den Ruf, weltoffener zu sein als die konservativen Gegen in den Bergen des Nordens. Die „Kulturgrenze des Shkumbin“ findet sich auch in der Politik. Die früheren kommunistischen Eliten stammten eher aus dem Süden. Erste Proteste fanden im Norden statt, wo auch die Demokratische Partei des ersten nichtkommunistischen Präsidenten Sali Berisha ihre Hochburgen hat.

Verkehrswege im Shkumbin-Tal[Bearbeiten]

Das Shkumbin-Tal ca. 5 km östlich von Elbasan
Westlich von Elbasan verbreitert sich das Shkumbin-Tal deutlich

Schiffbar ist der Shkumbin nicht. Trotzdem ist sein Tal seit der Antike ein wichtiger Verkehrsweg. Es bildet einen gut passierbaren Durchgang von der Adria durch die albanischen Berge. Die Römer, die den Fluss Genusus nannten, bauten die Via Egnatia, die Rom mit Konstantinopel verband, durchs Tal. Die Osmanen errichteten an dieser strategischen Stelle die Burg Elbasan. Einige Überreste von Straßenanlagen und Brücken zeugen noch von diesen Epochen. Später wurde der Verkehr am Unterlauf durch die Festung in Peqin und der Handelsplatz an der Mündung durch die Festung Bashtova geschützt.[2]

In den 1970er Jahren wurde durchs Tal die spektakulärste Eisenbahnlinie Albaniens erbaut, die diverse Tunnels und hohe Brücken umfasst. Die Nationalstraßen SH3 und SH7, die Tirana und Mittelalbanien mit dem Südosten des Landes und mit Mazedonien verbindet, wurden zwischenzeitlich mit Finanzierung durch den Stabilitätspakt stark ausgebaut. Als Teil des Korridors 8 der Paneuropäischen Verkehrskorridore ist das Tal als eine Hauptverkehrsachse der Neuzeit auf dem Balkan vorgesehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shkumbin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Alqiviadh Cullaj, Agim Hasko, Aleko Miho, Ferdinand Schanz, Helmut Brandl, Reinhard Bachofen: The quality of Albanian natural waters and the human impact. In: Environment International. Nr. 31, 2005, S. 133–146.
  2.  Oliver Gilkes: Albanian – An Archaeological Guide. I. B. Tauris, London 2013, ISBN 978-1-78076-069-8, Bashtova (Ballaj), S. 64–66.