Demokratische Partei Albaniens

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Partei im Kosovo siehe Demokratische Partei des Kosovo und zur gleichnamigen Partei in Mazedonien siehe Albanische Demokratische Partei.
Partia Demokratike e Shqipërisë
Logo-DemocraticPartyAlbania.svg
Lulzim Basha 2012.jpg
Partei­vorsitzender Lulzim Basha
General­sekretär Ridvan Bode
Stell­vertretender Vorsitzender Astrit Patozi, Jozefina Topalli
Gründung 12. Dezember 1990
Gründungs­ort Tirana
Haupt­sitz Tirana
Jugend­organisation Forumi Rinor i Partisë Demokratike
Zeitung Rilindja Demokratike
Aus­richtung konservativ, liberalkonservativ
Farbe(n) Blau
Parlamentsmandate
50/140
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale,
Internationale Demokratische Union
Europapartei Europäische Volkspartei (Beobachter)
Website www.pd.al

Die Demokratische Partei Albaniens (kurz DP; albanisch Partia Demokratike e Shqipërisë; Akronym: PD oder seltener PDSH) ist eine der zwei großen Parteien, die das politische Bild in Albanien prägen.

Parteivorsitzender ist seit 2013 Lulzim Basha, aktuell Bürgermeister von Tirana. Vizevorsitzende sind Astrit Patozi und Jozefina Topalli.

Ideologie[Bearbeiten]

Die PD entstand als antikommunistische Sammlungsbewegung während des Sturzes des stalinistischen Regimes an der Universität in Tirana. Sie war die erste Partei, die nach Zulassung anderer Parteien im bisherigen Einparteienstaat gegründet wurde, und orientierte sich als Gegenpol zu den Sozialisten in der „rechten Mitte“ und suchte Anlehnung bei den konservativen und christdemokratischen Parteien Europas.

Die PD hat einen Beobachterstatus bei der Europäischen Volkspartei.

Geschichte[Bearbeiten]

Sali Berisha (2006)

Die Partei wurde im Dezember 1990 gegründet. Sie stellte mit Sali Berisha zwischen 2005 und 2013 den Ministerpräsidenten. Sie war bereits von 1992 bis 1997 mit Aleksandër Meksi als Ministerpräsidenten an der Regierung beteiligt.

Vor allem die Sozialisten warfen Berisha vor, 1996 die Wahlen massiv zu Gunsten seiner Partei gefälscht zu haben und so den Sieg errungen zu haben. Im Zusammenhang mit dem sogenannten Lotterieaufstand kam es 1997 zu massiven Unruhen, die zum Sturz der PD-Regierung und zu Neuwahlen führten.

Innerparteiliche Auseinandersetzungen führten dazu, dass sich Mitglieder der PD trennten und eigene Parteien gründeten. Die wichtigste dieser Neugründungen ist die Neue Demokratische Partei (alb. Partia Demokrate e Re), die bei den Parlamentswahlen im Juli 2005 vier Mandate erringen konnte, jedoch seit 2009 im Parlament nicht mehr vertreten ist.

Am 28. Juni 2009 gewann die PD erneut die Wahlen. Die Regierung wurde in Koalition unter anderem mit der sozialdemokratischen LSI gegründet, eine vom früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Ilir Meta geführten Splitterpartei.

2012 trennte sich nach Ende seiner Amtszeit als Staatspräsident Bamir Topi mit einigen anderen Parteikollegen von der PD und gründeten als Opposition den Neuen Demokratischen Wind (alb. Fryma e Re Demokratike). Bei der Parlamentswahl 2013 scheiterte jedoch seine Partei an der Fünfprozenthürde.

2013 verlor die Demokratische Partei als Teil der Allianz für Wohlstand, Beschäftigung und Integration in den Parlamentswahlen 2013 die Mehrheit und ist somit neu in der Opposition. Nach der Wahlschlappe trat die langjährige Führungspersönlichkeit Sali Berisha vom Amt als Ministerpräsident sowie als Parteivorsitzender der PD zurück. Dies war insofern ein Novum, da Berisha und seine Regierung erstmals in Albanien einen friedlichen Regierungswechsel durchführten, ohne Boykotts, Proteste oder sogar Tote.

Entwicklung der PD im Parlament
Jahr Anzahl
Abgeordnete
Sitze des
Parlaments
Anteil PD
1991 75 250 30 %
1992 92 140  65 %
1996 122 140 87 %
1997 29 155  19 %
2001 32 140 23 %
2005 56 140  40 %
2009 68 140 49 %
2013 50 140 36 %

Struktur[Bearbeiten]

Die Organe der Demokratische Partei sind der Parteipräsidium als Verwaltungsorgan, das Sekretariats als strategisches Organ und der Nationalrat von Grundsatzbeschlüssen und zur Wahl des Sekretariats.

Parteipräsidium[Bearbeiten]

Das Präsidium besteht aus einem Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und 23 weitere Mitglieder. Der Präsident wird von den Mitglieder der Partei gewählt.

Mitglieder des Präsidium:

Sekretariat[Bearbeiten]

Das Sekretariat besteht aus einem Generalsekretären, zwei Vize-Generalsekretäre und 7 Sekretäre. Das Sekretariat wird vom Nationalrat gewählt.

Nationalrat[Bearbeiten]

Das Nationalrat besteht aus 100 Mitglieder. Sie werden von den Mitglieder der Partei gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]